Die Primatologie befaßt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung von Affen, Menschenaffen und anderen Primaten. Sie ist eine sehr vielfältige Disziplin und forscht an der Grenze zwischen Säugetierkunde (Mammalogie) und Menschenkunde (Anthropologie). Primatologen findet man in akademischen Abteilungen der Anatomie, Anthropologie, Medizin, Psychologie, Veterinärwissenschaften und Zoologie sowie in biomedizinischen Forschungseinrichtungen, Museen und Zoos. Primatologen untersuchen sowohl lebende als auch ausgestorbene Primaten in ihren natürlichen Lebensräumen und in Labors, indem sie Feldstudien und Experimente durchführen, um Aspekte der Entwicklung und des Verhaltens von Primaten zu verstehen.

Im Gegensatz zur Soziobiologie, die alle Tierarten im Kontext vorteilhafter und nachteiliger Verhaltensweisen untersucht, befasst sich die Primatologie ausschließlich mit der taxonomischen Ordnung der Primaten, zu der auch der Homo sapiens gehört. Die Schnittstelle zwischen Primatologie und Soziobiologie untersucht detailliert die Entwicklung der Verhaltensweisen von Primaten und was das Studium unserer nächsten lebenden Primatenverwandten über unseren eigenen Verstand aussagen kann. Die Schnittstelle dieser beiden Disziplinen ist zu einem Diskussionsthema geworden, das die Entwicklung der Sozialität, Entwicklung und Zweck von Sprache und die Entwicklung und Verbreitung von Kultur behandelt.