Echte Salamander

Echte Salamander
Alpensalamander (Salamandra atra)

Alpensalamander (Salamandra atra)

Systematik
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Schwanzlurche (Caudata)
Überfamilie: Salamanderverwandte (Salamandroidea)
Familie: Echte Salamander
Wissenschaftlicher Name
Salamandridae
Goldfuss, 1820

Die Echten Salamander (Salamandridae), auch Echte Salamander und Molche genannt, sind eine Familie der Schwanzlurche (Caudata oder Urodela). Größerenteils leben deren Vertreter halb- bis vollaquatil; einige, wie die Gattung Salamandra, bevorzugen dagegen eine terrestrische Lebensweise. Die Verbreitung der fast 90 Arten dieser Familie erstreckt sich über die klimatisch vorwiegend gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel von Nordamerika über Europa bis ins fernöstliche Asien.

Merkmale

Die Tiere besitzen ophistocoele (hinten ausgehöhlte) Wirbelkörper. Die Gaumenzähne stehen in zwei nach hinten auseinanderstrebenden Längsreihen. Zum Knochenbau ist ferner zu bemerken, dass auf dem Parietal kein Sagittalkamm vorhanden ist. Echte Salamander und Molche betreiben eine innere Befruchtung - meist nehmen die Weibchen mit ihrer Kloake ein oder mehrere zuvor vom Männchen abgesetzte Samenpakete auf. Als Adulte besitzen sie keine Kiemenlöcher beziehungsweise Kiemen mehr, sondern sind mit der Metamorphose zu Lungen- und Hautatmung übergegangen (Ausnahme: neotene Exemplare). Manche Arten werden kaum länger als ein kleiner Menschenfinger, während der Spanische Rippenmolch über 30 Zentimeter Körperlänge erreicht.

Innere Systematik

Zur Familie Salamandridae gehören drei Unterfamilien, 21 Gattungen und fast 90 Arten[1]:

Hinweise: Die Gattungen Ichthyosaura, Lissotriton und Ommatotriton sind Abspaltungen vom Taxon Triturus, unter dem bis vor wenigen Jahren die europäischen Wassermolche zusammengefasst worden waren. Calotriton ist eine Ausgrenzung aus der Gattung Euproctus und wird heute als Schwestertaxon der Gattung Triturus (s.str.) betrachtet. Die monotypische Gattung Laotriton wird in manchen Übersichten nicht unterschieden, sondern die betreffende Art den Warzenmolchen (hier: Paramesotriton laoensis) zugeordnet. Eine von einigen Autoren postulierte Gattung Pingia (mit der einzigen Art P. granulosa) wird auch als Synonym entweder von Cynops orientalis oder von Pachytriton brevipes verstanden. Mertensiella wird mittlerweile nur noch als monotypische Gattung, bestehend aus dem Kaukasus-Salamander, aufgefasst (vergleiche dazu: Lykische Salamander).

Literatur

  • Günther E. Freytag, Bernhard Grzimek, Oskar Kuhn & Erich Thenius (Hrsg.): Lurche. In: Grzimeks Tierleben, Bd. 5: Fische 2, Lurche. Lizenzausgabe im dtv, München 1980, ISBN 3-423-03204-9
  • Kurt Rimpp: Salamander und Molche. Ulmer, Stuttgart 1978. ISBN 3-8001-7045-0

Weblinks

 Commons: Echte Salamander – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference
  1. Artenliste der Familie Salamandridae bei Amphibiaweb

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

29.07.2021
Ökologie | Toxikologie
Wasser blau – Badestrand grün
Viele klare Seen der Welt sind von einem neuen Phänomen betroffen: In Ufernähe, wo Menschen spielen oder schwimmen, ist der Seeboden mit grünen Algenteppichen bedeckt.
29.07.2021
Anatomie | Paläontologie
Patagonischer Langhalssaurier neu beleuchtet
Ein Team der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie (SNSB-BSPG) untersuchte im Rahmen einer Neubeschreibung die Überreste des Langhalssauriers Patagosaurus fariasi (175 Mio Jahre) aus Argentinien.
29.07.2021
Anthropologie | Virologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Hochwirksame und stabile Nanobodies stoppen SARS-CoV-2
Ein Forscherteam hat Mini-Antikörper entwickelt, die das Coronavirus SARS-CoV-2 und dessen gefährliche neue Varianten effizient ausschalten.
29.07.2021
Zytologie | Biochemie
Pflanzen haben ein molekulares „Gedächtnis“
Wie eine Pflanze wächst, hängt einerseits von ihrem genetischen Bauplan ab, zum anderen aber davon, wie die Umwelt molekulare und physiologische Prozesse beeinflusst.
29.07.2021
Ökologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Meeresbiologie
Forschungsfahrt: Hydrothermale Wolken in der Nähe der Azoren
Sie entstehen, wenn von glühendem Magma aufgeheizte Lösungen aus der Erdkruste in der Tiefsee austreten und auf kaltes Meerwasser treffen: Hydrothermale Wolken stecken voller Leben, sie versorgen die Ozeane mit Nährstoffen und Metallen.
28.07.2021
Physiologie | Bionik, Biotechnologie und Biophysik
Spurensuche im Kurzzeitgedächtnis des Auges
Was wir sehen, hinterlässt Spuren: Mit schnellen Bewegungen, sogenannten Sakkaden, springt unser Blick zwischen verschiedenen Orten hin und her, um möglichst scharf abzubilden, was sich vor unseren Augen abspielt.
27.07.2021
Bionik, Biotechnologie und Biophysik
Neue Möglichkeiten: Topologie in der biologischen Forschung
Ein aus Quantensystemen bekanntes Phänomen wurde nun auch im Zusammenhang mit biologischen Systemen beschrieben: In einer neuen Studie zeigen Forscher dass der Begriff des topologischen Schutzes auch für biochemische Netzwerke gelten kann.
27.07.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Viel mehr als Gehen
Jahrzehntelang dachte man, dass ein Schlüsselbereich des Gehirns lediglich das Gehen reguliert.
26.07.2021
Ökologie | Paläontologie
Uralte Haizähne geben Hinweis auf eine globale Klimakrise
Die stete Drift der Kontinente formt nicht nur Gebirgszüge, sondern hat auch großen Einfluss auf die Tierwelt im Meer.
26.07.2021
Anatomie | Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Bioinformatik
Wie tierische Sprinter enorme Spitzengeschwindigkeiten erreichen
Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe hat ein physikalisches Modell entwickelt, um zu erforschen, von welchen Eigenschaften die maximale Laufgeschwindigkeit bei Tieren abhängig ist.
26.07.2021
Anthropologie | Zoologie | Ethologie
Hunde als „Gedankenleser“
Dass Hunde vielfach als der „beste Freund des Menschen“ bezeichnet werden, ist bekannt.
26.07.2021
Mikrobiologie | Genetik | Biochemie
RNA kontrolliert die Schutzhülle von Bakterien
Der Magenkeim Helicobacter pylori weiß, wie er sich gegen Angriffe des Immunsystems oder durch Antibiotika schützen kann.