Alcaligenes

Alcaligenes
Alcaligenes xylosoxidansmit fibrinähnlichen Fasern an der Wand eines Venenkatheters(sekundärelektronenmikroskopische Abbildung)

Alcaligenes xylosoxidans
mit fibrinähnlichen Fasern an der Wand eines Venenkatheters
(sekundärelektronenmikroskopische Abbildung)

Systematik
Domäne: Bakterien
Abteilung: Proteobacteria
Klasse: Betaproteobacteria
Ordnung: Burkholderiales
Familie: Alcaligenaceae
Gattung: Alcaligenes
Wissenschaftlicher Name
Alcaligenes
Castellani & Chalmers 1919

Alcaligenes ist eine Gattung gramnegativer Bakterien.

Eigenschaften

Alcaligenes-Bakterien sind stäbchen- bis kugelförmig (Kokken) mit Abmessungen von 0,5 bis 0,6 mal 0,5 bis 2,6 µm. Sie treten meist einzeln auf. Sie sind peritrich begeißelt und weisen ein bis vier Flagellen auf, die allerdings auch zurückgebildet sein können. Überdauerungsstadien sind nicht bekannt.

Die meisten Arten sind obligat aerob, manche können in Abwesenheit von Sauerstoff allerdings auch Nitrit oder Nitrat als Elektronenakzeptor verwenden. Sie sind meist chemoorganotroph, manche Arten sind chemolithotroph unter Wasserstoffoxidation mit Sauerstoff als finalem Elektronenakzeptor. Die meisten Stämme benötigen keinen organischen Stickstoff, Luftstickstoff wird nicht reduziert. Casein, Gelatine, Cellulose, Chitin und Agar werden nicht hydrolysiert. Oxidasen sind vorhanden. Der GC-Gehalt der DNA liegt bei 58 bis 70 %. Das Wuchsoptimum liegt bei Temperaturen zwischen 20 und 37 °C[1].

Sie kommen in Gewässern und Böden vor, einige Arten auch im Verdauungstrakt von Wirbeltieren. Gelegentlich treten sie als opportunistische Erreger von Erkrankungen beim Menschen auf.[2]

Alcaligenes-Arten wurden für die industrielle Herstellung von Nicht-Standard-Aminosäuren verwendet.

Folgende Arten gehören zur Gattung (Auswahl):

  • Alcaligenes aquatilis Van Trappen et al. 2005
  • Alcaligenes faecalis Castellani & Chalmers 1919 emend. Rehfuss & Urban 2005
  • Alcaligenes latus Palleroni & Palleroni 1978
  • Alcaligenes viscolactis
  • Alcaligenes xylosoxidans (Yabuuchi & Yano 1981) Kiredjian et al. 1986

Literatur

  • Michael T. Madigan, John M. Martinko, Paul V. Dunlap, David P. Clark: Brock – Biology of Microorganisms, 12. Auflage. International Edition, Pearson, San Francisco u. a. O. 2009, ISBN 978-0321-53615-0, ISBN 0-321-53615-0,

Quellen

  1.  Margaret S. Hendrie, A. J. Holding, J. M. Shewan: Emended Descriptions of the Genus Alcaligenes and of Alcaligenes faecalis and Proposal That the Generic Name Achromobacter be Rejected: Status of the Named Species of Alcaligenes and Achromobacter. In: International Journal of Systematic Bacteriology. 24 (4), 1974, S. 534-550.
  2. John G. Holt, Noel R. Krieg, Peter H. A. Sneath, James T. Staley, Stanley T. Williams: Bergey's Manual of Determinative Bacteriology. 9. Auflage. Williams & Wilkins, Baltimore u. a. O. 1994, S. 75, ISBN 0-683-00603-7

Weblinks


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