Vogelwarte Helgoland

Hauptsitz in Rüstersiel.
Das Fort Rüstersiel mit der Vogelwarte aus der Luft
Briefmarke der Bundesrepublik Deutschland (2010)

Das Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“ (IfV) ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung in Wilhelmshaven, die zum niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gehört. Das IfV ist gleichzeitig die für Nordwestdeutschland zuständige Beringungszentrale.

Das Institut für Vogelforschung wurde am 1. April 1910 als Vogelwarte Helgoland innerhalb der Preußischen Biologischen Anstalt auf Helgoland gegründet. Sein Aufgabenschwerpunkt war die Erforschung des Vogelzugs auf der Insel. Nach der kriegsbedingten Räumung der Insel Helgoland erfolgte 1947 der Neubeginn des Instituts in Wilhelmshaven, dem heutigen Hauptsitz. Eine Außenstation des IfV wird seit März 1953 wieder auf dem Helgoländer Oberland betrieben. Das Institut beschäftigt sich vorwiegend mit der ornithologischen Grundlagenforschung und den vielfältigen Beziehungen zwischen Vögeln und ihrer belebten und unbelebten Umwelt. Auch heute noch ist die Vogelzugforschung das Hauptthema der wissenschaftlichen Arbeit. Eine weitere Außenstation des Instituts befindet sich auf der Nordseite des Banter Sees in Wilhelmshaven, wo seit den 1980er Jahren Untersuchungen an einer Flussseeschwalbenkolonie zur Populationsökologie und Physiologie dieser langlebigen Seevogelart durchgeführt werden.

Das IfV war zunächst in einer ehemaligen Marine-Signalstation an der ehemaligen 3. Einfahrt untergebracht. Seit dem März 1966 hat die Vogelwarte Helgoland ihren Hauptsitz in einem Neubau auf dem Gelände eines ehemaligen Fort im Wilhelmshavener Ortsteil Rüstersiel.

Anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung der Vogelwarte wurde am 8. April 2010 das nebenstehend abgebildete Sonderpostwertzeichen herausgegeben. Der Entwurf stammt vom Designbüro Elsenbach & Fienbork in Hückeswagen. Der Mehrfarben-Offsetdruck erfolgte in der Bundesdruckerei Berlin.

Leitung des Instituts

Seit der Gründung standen folgende Wissenschaftler dem Institut vor:

  • 1910–1924: Hugo Weigold
  • 1924–1958: Rudolf Drost
  • 1958–1977: Friedrich Goethe
  • 1977–1990: Jürgen Nicolai
  • seit 1990: Franz Bairlein

Literatur

  • Gottfried Vauk: Geschichte der Vogelwarte und der Vogelforschung auf der Insel Helgoland. - 160 S., zahlr. Abb., Otterndorfer Verlagsdruckerei H. Huster KG, Otterndorf, 1977.

Weblinks

Koordinaten: 53° 33′ 52,2″ N, 8° 6′ 29,8″ O

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