Korsische Strohblume

Korsische Strohblume
Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Gnaphalieae
Gattung: Castroviejoa
Art: Korsische Strohblume
Wissenschaftlicher Name
Castroviejoa frigida
(Labill.) Galbany, L.Sáez & Benedi

Die Korsische Strohblume (Castroviejoa frigida), auch Korsisches Edelweiß genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie kommt nur in Korsika vor.

Beschreibung

Die Korsische Strohblume ist eine immergrüne, Kriechtriebpolster bildende, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 3 bis 8 (selten bis 12) Zentimeter erreicht. Sterile Triebe sind dachziegelartig beblättert. Die Blätter messen 6 × 1 Millimeter und sind stumpf, länglich-linealisch und ebenso wie der Stängel dicht silberhaarig.

Die Körbe haben einen Durchmesser von 1 bis 1,8 Zentimeter und stehen einzeln. Die Hüllblätter sind weiß, eiförmig-elliptisch bis länglich-lanzettlich und spitzlich.[1][2]

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli.[2][3] Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.[3][1]

Vorkommen

Die Korsische Strohblume ist ein Paläo-Endemit Korsikas.[3] Sie kommt in Silikat-Felsspalten in Höhenlagen von 1100 bis 2000 m vor und steigt in Schluchten bis 780 m herab.[3] Angaben aus Sardinien betreffen Castroviejoa montelinasana (Em.Schmid) Galbany, L.Sáez & Benedí[4].[5][6]

Systematik

Die Korsische Strohblume wurde 1791 von Jacques Julien Houtou de Labillardière unter dem Basionym Xeranthemum frigidum erstbeschrieben.[7] Vielfach ist sie noch unter dem Synonym Helichrysum frigidum (Labill.) Willd. bekannt, wurde aber 2004 als Ergebnis einer taxonomischen Revision der Strohblumen und verwandter Gattungen[8] von Mercé Galbany, Llorenç Sáez und Carles Benedí als Castroviejoa frigida (Labill.) Galbany, L.Sáez & Benedí von Helichrysum abgetrennt.[9][10]

Nutzung

Die Korsische Strohblume wird selten als Zierpflanze für Steingärten genutzt. Die Art ist seit spätestens 1875 in Kultur. [2]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 A.R. Clapham: Helichrysum Miller in  T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 4: Plantaginaceae to Compositae (and Rubiaceae). Cambridge University Press, Cambridge 1976, ISBN 0-521-08717-1, S. 129 (eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).
  2. 2,0 2,1 2,2  Werner Rothmaler (Begr.), Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Band 5. Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Springer, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Jacques Gamisans, Daniel Jeanmonod: Compléments au Prodrome de la flore Corse 9. Asteraceae I. Conservatoire et Jardin Botaniques. Genève 1998, ISBN 2-8277-0813-2.
  4. Pier Vigilio Arrigoni: Le piante endemiche della Sardegna: 2–4. In: Bollettino della società sarda di scienze naturali Sassari. Band 16, 1977, S. 269–280.
  5.  Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Med-Checklist. A critical inventory of vascular plants of the circum-mediterranean countries. Vol. 2 (Dicotyledones: Compositae). Organization for the Phyto-Taxonomic Investigation of the Mediterranean Area (OPTIMA), Genève 2008, ISBN 978-2-8279-0011-4.
  6. Werner Greuter: Compositae (pro parte majore): Castroviejoa. In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009, Zugriff am 19. November 2012.
  7. Jacques Julien Houtou de Labillardière: Icones plantarum Syriae rariorum, descriptionibus et observationibus illustratae. Decas secunda. Paris u. a. 1791, S. 9–10, Tafel 4, PDF-Datei (Erstbeschreibung und historische Abbildung).
  8. Mercé Galbany-Casals, Núria García Jacas, Alfonso Susanna de la Serna, Llorenç Sáez, Carles Benedí i González: Phylogenetic relationships in the Mediterranean Helichrysum (Asteraceae, Gnaphalieae) based on nuclear rDNA ITS sequence data. In: Australian Systematic Botany. Band 17, Nr. 3, 2004, S. 241–253, DOI:10.1071/SB03031.
  9. Referenzfehler: Es ist ein ungültiger <ref>-Tag vorhanden: Für die Referenz namens Galbany2004c wurde kein Text angegeben.
  10. Mercé Galbany-Casals, Llorenç Sáez, Carles Benedí: Taxonomy of Castroviejoa, a new genus of Gnaphalieae (Asteraceae), endemic to the Mediterranean Islands Corsica and Sardinia. In: Australian Systematic Botany. Band 17, Nr. 6, 2004, S. 581–591, DOI:10.1071/SB04008.

Weblinks


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