Feuerbohne

Feuerbohne
Feuerbohne (Phaseolus coccineus)

Feuerbohne (Phaseolus coccineus)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Phaseoleae
Gattung: Phaseolus
Art: Feuerbohne
Wissenschaftlicher Name
Phaseolus coccineus
L.
Illustration von Phaseolus coccineus.

Die Feuerbohne (Phaseolus coccineus), in Österreich Käferbohne, hat viele weitere Namen wie Prunkbohne, Blumenbohne, Schminkbohne, Türkische Bohne, Arabische Bohne oder die griechischen Gigantes. Sie ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae). Diese Nutzpflanze ist nahe verwandt mit einer Reihe anderer „Bohnen“ genannter Feldfrüchte.

Geschichte

Die Feuerbohne stammt aus dem tropischen Amerika und wurde im 17. Jahrhundert nach Europa gebracht. Die leuchtend hellrote Blüte ist namensgebend für die Feuerbohne. Da die Feuerbohne Kälte besser toleriert als die Gartenbohne, ist sie heute von Nord- bis Südeuropa anzutreffen und wird auch in höheren Lagen in Österreich kultiviert.

Beschreibung

Die Feuerbohne ist eine rankende, krautige Pflanze, deren Stängel über 5 m lang werden kann. Die Keimblätter bleiben im Boden, ergrünen also nicht (hypogäische Keimung). Die Wurzel verdickt sich bei mehrjährigen Pflanzen zu einer 2 bis 3 cm dicken Knolle. Blattstiel und Fiederstiele besitzen Gelenke, welche über Turgor-Veränderungen funktionieren. Die Laubblätter führen ausgeprägte nyktinastische Bewegungen aus, bei Eintritt der Dunkelheit nehmen sie eine Schlafstellung ein. Die Blüten der Feuerbohne sind Pollen-Schmetterlingsblumen mit Bürstenmechanismus, so dass der Bestäubungsmechanismus nur von großen Apidae ausgelöst werden kann. Die Blüten sind selbststeril und blühen von Juni bis September. Die Hülsenfrüchte werden bis zu 25 cm lang. Die nierenförmigen Samen sind bis 2,5 cm lang und meistens braun, rot, schwarz und violett gescheckt oder vollständig weiß. Bei den Kulturformen bleiben die Hülsenfrüchte meist geschlossen, die Wildformen verbreiten sich als Austrocknungsstreuer. Die nierenförmigen Samen der Feuerbohne enthalten 18,4 % Rohprotein, 1,8 bis 2,9 % Rohfett, 4,4 % N-freie Extraktstoffe, 6,8 % Rohfaser, 3,8 % Asche sowie 15,0 % Wasser. [1] Die Feuerbohne ist eine Langtagpflanze.

Anbau und Verwendung

In Mitteleuropa wird die Feuerbohne als einjährige Pflanze kultiviert; sie kann in Ländern mit milderem Klima mehrjährig sein. In Europa werden Feuerbohnen vielfach als Zierpflanzen gepflanzt. Zur Nahrungserzeugung kultiviert man die Feuerbohne wegen ihrer Wuchshöhe meist an 4-5 m langen Stangen, die zur besseren Stabilität zeltförmig gegeneinander gestellt und miteinander verbunden werden. Die Blüten, die jungen Hülsen und die getrockneten Samen werden gegessen. Die rohen Bohnen enthalten rund 1,2 % gesundheitsschädliche Lektine und sind daher giftig. Durch Erhitzen auf mindestens 75 °C wird die Struktur dieses Giftes zerstört, so dass gekochte Bohnen unbedenklich verzehrt werden können.

In der österreichischen Steiermark gilt der Käferbohnensalat (Käferbohnen mit frischen Zwiebelscheiben, Essig und steirischem Kürbiskernöl) als Spezialität. Auch sonst wird die Käferbohne in der Steiermark traditionell gerne verwendet und findet sich auf jedem Bauernmarkt.

Gigantes

Die Fasolia Gigantes (griechisch φασόλια γίγαντες „Riesenbohne“) ist eine griechische Sorte der Feuerbohne mit geschützter geographischer Bezeichnung. Sie blüht weiß. Die reifen Bohnen sind weiß bis hellbraun und bis zu 2,5 cm lang. Sie wird im Norden Griechenlands in den Regionen Kato Nevrokopi, Florina und Kastoria angebaut. [2] Aus Griechenland kommen schon früh im Jahr die frischen Hülsen als „grüne Bohnen“ auf den Markt, die sich anhand der Größe und der raueren Haut von den Hülsen der Gartenbohne unterscheiden lassen. In der griechischen Küche spielt sie eine wichtige Rolle, dort kennt man vielfache Zubereitungsarten der jungen grünen Hülsen und der getrockneten Bohnensamen.

Fotos

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Feuerbohnen, zugegriffen am 19. März 2007
  2. Datenbank der Europäischen Kommission für geschützte geographische Angaben, Geschützte Ursprungsbezeichnung und garantiert traditionelle Spezialität

Weblinks

 Commons: Phaseolus coccineus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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