Wie breitet sich der Kalikokrebs aus

Neues aus der Forschung

Meldung vom 25.06.2018

Citizen Science-Projekt zu hochinvasiver Art / Krebse wandern das ganze Jahr / Ergebnisse auf www.kmae-journal.org veröffentlicht


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Die Weibchen des Kalikokrebses tragen bis zu 500 Eier
Alexander Herrmann, Adam Schnabler and Andreas Martens
Phenology of overland dispersal in the invasive crayfish Faxonius immunis (Hagen) at the Upper Rhine River area
Knowl. Manag. Aquat. Ecosyst. 2018, 419, 30
DOI: 10.1051/kmae/2018018


Auch Bürgerinnen und Bürger können einen wichtigen Beitrag für die Wissenschaft leisten. Zum Beispiel indem sie sich in Citizen Science-Projekten engagieren. Sie beobachten Phänomene, erfassen Daten oder sammeln Objekte. Auch die Pädagogische Hochschule Karlsruhe hat 2016 ein Citizen Science-Projekt gestartet. Spaziergänger am Oberrhein zwischen Leiberstung am Baden-Airport und Rheinstetten waren dazu aufgerufen, hochinvasive Kalikokrebse zu melden und Fotos ihrer Funde per Smartphone an das Institut für Biologie und Schulgartenentwicklung senden. Mit Hilfe der Meldungen konnten die Biologen nun zeigen, dass der Kalikokrebs (Faxonius immunis) das ganze Jahr über am Oberrhein wandert. Die Fachzeitschrift „Knowledge and Management of Aquatic Ecosystems“ hat die Ergebnisse kürzlich veröffentlicht.

„Wir wollten das natürliche Verhalten der Überlandwanderung der Kalikokrebse jahreszeitlich quantifizieren und mit den Ergebnissen unserer kleinräumigen Untersuchungen verknüpfen“, umreißt Alexander Herrmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Biologie und Schulgartenentwicklung das Projektziel. Denn diese aus Nordamerika stammenden Krebse, die sich seit 1993 am Oberrhein ausbreiten, sind eine der größten Bedrohungen für die Biodiversität in und an heimischen Gewässern. „Uns stellte sich die Frage, wie wir die Wanderungen erfassen könnten. Und weil das gewässerreiche Areal bei Spaziergängern sehr beliebt ist, kamen wir auf die Idee, sie um Mithilfe zu bitten und entsprechende Schilder aufzustellen.“


 
Kalikokrebs beim Spaziergang entdeckt

Der Wissenschaftler hat die Ergebnisse des Citizen Science-Projekts, das von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg finanziert wurde, Mitte Juni zusammen mit Adam Schnabler und Andreas Martens in der Fachzeitschrift „Knowledge and Management of Aquatic Ecosystems“ auf http://www.kmae-journal.org veröffentlicht. Der Titel des Artikels lautet “Phenology of overland dispersal in the invasive crayfish Faxonius immunis (Hagen) at the Upper Rhine River area“ (https://doi.org/10.1051/kmae/2018018). In dem international anerkannten Open Access-Journal wurde 2012 der bisher für die Region Oberrhein wichtigste, internationale Artikel zum Thema Kalikokrebse veröffentlicht (Chucholl, 2012, "Understanding invasion success").



Bürgerinnen und Bürger können sich auch weiterhin per E-Mail an Flusskrebse@mail.de melden, falls sie Kalikokrebse an Land finden. Gut wäre es, ein Foto des Fundes zu machen und als Anhang mitzuschicken. Das erleichtert den Biologen die Arbeit enorm.


Diese Newsmeldung wurde erstellt mit Materialien von idw-online


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