Megalonyx

Megalonyx
Megalonyx wheatleyi

Megalonyx wheatleyi

Zeitraum
Mittleres Pliozän bis Spätpleistozän
10,3 Mio. Jahre bis 11.000 Jahre
Fundorte
  • Nordamerika
Systematik
Höhere Säugetiere (Eutheria)
Nebengelenktiere (Xenarthra)
Zahnarme (Pilosa)
Faultiere (Folivora)
Megalonychidae
Megalonyx
Wissenschaftlicher Name
Megalonyx
Jefferson, 1799

Megalonyx war ein Riesenfaultier aus der Familie der Megalonychidae. Die Gattung lebte während des Pliozän und Pleistozän in Nordamerika und starb erst vor etwa 11000 Jahren aus.

Verbreitung und Lebensweise

Im Pliozän tauchte Megalonyx zum ersten Mal vor etwa 3 Millionen Jahren in Nordamerika auf. Mehrere Arten wurden beschrieben, doch heute geht man davon aus, dass nur drei davon berechtigt sind. Die frühe Art M. leptostomus war noch ziemlich klein und entwickelte sich zu M. wheatleyi weiter. Aus diesem entwickelte sich die größte Art, das Jefferson Bodenfaultier M. jeffersonii das bis ins späteste Pleistozän überlebte. Megalonyx jeffersonii wurde nach dem 3. Präsidenten der Vereinigten Staaten benannt und bewohnte die östlichen zwei Drittel der USA, sowie den pazifischen Westteil Nordamerikas. Landeinwärts erreichte es vom Pazifik aus Idaho und im Norden Alaska. Damit stieß es von allen Faultierarten am weitesten nach Norden vor. Es entstand vermutlich vor rund 150.000 Jahren und starb vor 11.000 Jahren etwa zeitgleich mit den anderen Riesenfaultieren und etlichen weiteren Großsäugern Nordamerikas aus.

Megalonyx war ein Laubfresser und bewohnte nach seinem Verbreitungsgebiet zu schließen vor allem Wälder und Parklandschaften.

Aussehen

Megalonyx war etwas größer als Glossotherium und deutlich größer als Nothroteriops, die beide zur gleichen Zeit in Nordamerika leben. Mit 2,5 bis 3 m war Megalonyx jeffersonii etwa so groß wie ein Ochse und zählte damit zu den mittelgroßen Faultieren. Die früheren Arten M. leptostomus und M. wheatleyi waren beide kleiner. Mit den Hinterbeinen trat dieses Faultier auf den ganzen Sohlen auf, während es die Vorderklauen nach Art der anderen Riesenfaultiere zur Seite umbog und auf den Fingerknöcheln lief. Heute bewegt sich noch der Große Ameisenbär ganz ähnlich fort.

Entdeckungsgeschichte

Bereits 1796 wurden die ersten Reste im heutigen Kentucky gefunden, der spätere US-Präsident Thomas Jefferson beschrieb den Fund in einem Brief an die American Philosophical Society. Später instruierte er die Teilnehmer der Lewis-und-Clark-Expedition, die 1804 bis 1806 den amerikanischen Westen erforschte, nach diesen Tieren Ausschau zu halten, da man vermutete, dass sie eventuell noch leben könnten. 1822 erhielt die Art ihren wissenschaftlichen Namen, zu Ehren des US-Präsidenten.

Literatur

  • Paul S. Martin, Richard G. Klein (Hrsg.): Quaternary Extinctions. A Prehistoric Revolution. The University of Arizona Press, Tucson AZ 1984, ISBN 0-8165-1100-4.
  • Arno Hermann Müller: Lehrbuch der Paläozoologie. Band 3: Vertebraten. Teil 3: Mammalia. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Gustav Fischer Verlag, Jena 1989, ISBN 3-334-00223-3.
  • Ian M. Lange: Ice Age Mammals of North America. A Guide to the big, the hairy, and the bizarre. Mountain Press Publishing Company, Missoula MT 2002, ISBN 0-87842-403-2.

Weblinks

 Commons: Megalonyx – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

22.10.2021
Physiologie | Toxikologie | Insektenkunde
Summ-Summ-Summ, Pestizide schwirr´n herum
Was Rapsfelder und Obstplantagen schützt, bedeutet für manche Organismen den Tod: Insektizide und Fungizide werden in der Landwirtschaft gegen Schädlinge und Pilze eingesetzt.
21.10.2021
Mikrobiologie | Genetik | Virologie
Kampf gegen Viren mit austauschbaren Verteidigungsgenen
Bakterien verändern mobile Teile ihres Erbgutes sehr schnell, um Resistenzen gegen Viren zu entwickeln.
21.10.2021
Genetik | Säugetierkunde
Endlich geklärt: Die Herkunft der heutigen Hauspferde
Pferde wurden zuerst in der pontisch-kaspischen Steppe im Nordkaukasus domestiziert, bevor sie innerhalb weniger Jahrhunderte den Rest Eurasiens eroberten.
21.10.2021
Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Entwicklungsbiologie | Säugetierkunde
Eizellenentnahme bei einem von zwei Nördlichen Breitmaulnashörnern eingestellt
Nach einer speziellen, umfassenden ethischen Risikobewertung hat das Team nun beschlossen, das ältere der beiden verbleibenden Weibchen – die 32-jährige Najin –, als Spenderin von Eizellen (Oozyten) in den Ruhestand zu schicken.
20.10.2021
Toxikologie | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Verheerende Auswirkungen von Insektenvernichtungsmittel
Neonicotinoide beeinflussen menschliche Neurone und schädigen potentiell somit nicht nur Insektenzellen, sie sind synthetisch hergestellte Wirkstoffe, die zur Bekämpfung von Insekten eingesetzt werden.
19.10.2021
Biochemie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Bioinformatik
Wie Künstliche Intelligenz dabei hilft, Enzymtätigkeit zu quantifizieren
Ein internationales Bioinformatikerteam entwickelte ein neues Verfahren, um die die Reaktionskinetik bestimmende Michaelis-Konstante vorherzusagen.
19.10.2021
Physiologie | Neurobiologie | Vogelkunde
Vogel-Pupillen verhalten sich anders als erwartet
Die Pupille regelt nicht nur den Lichteinfall ins Auge, sondern spiegelt den Zustand des wachen Gehirns wider.
20.10.2021
Ethologie | Neurobiologie | Säugetierkunde
Findet Rico - „den ganz besonderen Hund“
Zwei Forscherinnen sind auf der Suche nach „dem einen ganz besonderen Hund“.