Belcher-Sturmvogel

Belcher-Sturmvogel
Slender-billed Prion Close.jpg

Belcher-Sturmvogel (Pachyptila belcheri)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Sturmvögel (Procellariidae)
Gattung: Walvögel (Pachyptila)
Art: Belcher-Sturmvogel
Wissenschaftlicher Name
Pachyptila belcheri
(Mathews, 1912)

Der Belcher-Sturmvogel (Pachyptila belcheri), auch Dünnschnabel-Sturmvogel genannt, ist eine monotypische Art aus der Familie der Sturmvögel. Die IUCN stuft die Art als ungefährdet (least concern) ein, da das Verbreitungsgebiet sehr groß ist und der Bestand stabil erscheint. Der Weltbestand wird auf mindestens 7 Mio. geschlechtsreife Individuen geschätzt.[1]

Erscheinungsbild

Der Belcher-Sturmvogel erreicht eine Körperlänge von 25 bis 26 Zentimeter. Die Flügellänge beträgt 16,6 bis 19,1 Zentimeter und die Flügelspannweite 56 Zentimeter. Das Gewicht beträgt zwischen 115 und 180 Gramm. Männchen sind tendenziell etwas größer als die Weibchen. Der größte Unterschied besteht bei der Schnabellänge.[2]

Die Körperoberseite ist blaugrau mit einem schmalen dunklen Band auf dem Schwanz. Ein dunkleres „M“ verläuft quer über die Flügel, allerdings ist es schwächer ausgebildet als dies bei anderen Walvögeln der Fall ist. Das Weiß des Gesichts dehnt sich bis über die Augen aus. Ein dunkler Augenstreif verläuft bis zum Nacken. Die Körperunterseite ist weiß. Die Brustseiten sind blass hellgrau. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit allen Walvögelarten.

Verbreitung

Der Belcher-Sturmvogel brütet auf den Falklandinseln, den Kerguelen, den Crozet-Inseln und möglicherweise auch auf Südgeorgien.[3] 1984 wurde eine große Brutkolonie auf Isla Noir vor der Küste Südchiles entdeckt. Außerhalb der Fortpflanzungszeit kommt der Belcher-Sturmvogel bis nach Java, Westaustralien, Westperu, Südbrasilien und Südafrika vor.

Lebensweise

Der Belcher-Sturmvogel frisst überwiegend Krustentiere, Kopffüßer und kleine Fische. Auf hoher See wird er gewöhnlich in Schwärmen beobachtet. Dabei ist er regelmäßig auch mit dem Taubensturmvogel vergesellschaftet.

Der Belcher-Sturmvogel brütet in selbstgegrabenen Erdbauen. Diese haben eine Länge zwischen 60 Zentimeter und 3,5 Meter. Auf den Falklandinseln befinden sich die Baue 15 bis 190 Meter über dem Meeresniveau. Die eigentliche Nestmulde ist mit Gras und Federn ausgelegt. Auf den Falklandinseln kehren die adulten Belcher-Sturmvögel im September zu den Brutkolonien zurück.[4] Die eigentliche Fortpflanzungszeit beginnt im November, wenn die Belcher-Sturmvögel legen. Das Gelege besteht aus einem weißschaligen Ei. Die Brutzeit beträgt 46 bis 47 Tage. Die Jungvögel sind in einem Alter von 49 bis 50 Tagen flügge. Während der Brutzeit finden Brutvögel der Falklandinseln ihre Nahrung über den Kontinentalschelfen östlich und südlich der Falklandinseln. Beide Elternvögel sind gleichermaßen an der Brut und der Aufzucht der Jungvögel beteiligt. Sie ziehen nur ein Gelege pro Jahr groß.

Auf den Kerguelen scheint der Belcher-Sturmvogel in einer Nistplatzkonkurrenz mit Blausturmvögeln zu stehen.

Belege

Literatur

  • Hadoram Shirihai: A Complete Guide to Antarctic Wildlife - The Birds and Marine Mammals of the Antarctic Continent and Southern Ocean, Alula Press, Degerby 2002, ISBN 951-98947-0-5.
  • Robin und Anne Woods: Atlas of Breeding Birds of the Falkland Islands, Anthony Nelson, Shorpshire 1997, ISBN 0904614-60-3.

Einzelbelege

  1. BirdLife Factsheet für den Belcher-Sturmvogel, aufgerufen am 12. Dezember 2010
  2. Shirihai, S. 178
  3. Shirihai, S. 178
  4. Wood, S. 47

Weblinks

  • Pachyptila belcheri in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: BirdLife International, 2012. Abgerufen am 17.November 2012

Die News der letzten Tage

22.06.2022
Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Insektenkunde
Forschung mit Biss
Wie stark können Insekten zubeißen?
21.06.2022
Klimawandel | Meeresbiologie
Algenmatten im Mittelmeer als Zufluchtsort für viele Tiere
Marine Ökosysteme verändern sich durch den Klimawandel, auch im Mittelmeer.
21.06.2022
Taxonomie | Meeresbiologie
Korallengärten auf der „Mauretanischen Mauer“ entdeckt
Wissenschaftler*innen haben eine neue Korallenart entdeckt: Die Oktokoralle Swiftia phaeton wurde auf der weltweit größten Tiefwasserkorallenhügelkette gefunden.
20.06.2022
Genetik | Insektenkunde
Was ein Teebeutel über das Insektensterben erzählen kann
Man kennt die Szenerie aus TV-Krimis: Nach einem Verbrechen sucht die Spurensicherung der Kripo bis in den letzten Winkel eines Tatorts nach DNA des Täters.
20.06.2022
Mikrobiologie | Physiologie | Primatologie
Darmflora freilebender Assammakaken wird im Alter einzigartiger
Der Prozess ist vermutlich Teil des natürlichen Alterns und nicht auf eine veränderte Lebensweise zurückzuführen.
20.06.2022
Botanik | Evolution
Das Ergrünen des Landes
Ein Forschungsteam hat den aktuellen Forschungsstand zum Landgang der Pflanzen, der vor rund 500 Millionen Jahren stattfand, untersucht.
17.06.2022
Anatomie | Entwicklungsbiologie
Das Navi im Spermienschwanz
Nur etwa ein Dutzend der Millionen von Spermien schaffen den langen Weg durch den Eileiter bis zur Eizelle.
15.06.2022
Botanik | Klimawandel
Trotz Klimawandel: Keine Verschiebung der Baumgrenze
Die Lebensbedingungen für Wälder in Höhenlagen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten infolge des Klimawandels signifikant verändert.