Mikrobiologen aus Wien und Braunschweig entdecken seltene Bakterien, die der Methanbildung sowie damit auch dem Klimawandel entgegenwirken

Neues aus der Forschung

Mikrobiologen aus Wien und Braunschweig entdecken seltene Bakterien, die der Methanbildung sowie damit auch dem Klimawandel entgegenwirken

Meldung vom 19.02.2019

Bakterien gegen den Klimawandel.


Hausmann, B.; Pelikan, C.; Rattei, T.; Loy, A.; Pester, M.
Long-Term Transcriptional Activity at Zero Growth of a Cosmopolitan Rare Biosphere Member
MBio 10(1)
DOI: 10.1128/mBio.02189-18


Die Mikrobiologen Prof. Dr. Alexander Loy und Dr. Bela Hausmann vom Department für Mikrobiologie und Ökosystemforschung der Universität Wien haben in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Michael Pester vom Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen in Braunschweig eine seltene Bakterienart (Candidatus Desulfosporosinus infrequens) entdeckt, die der übermäßigen Bildung des Treibhausgases Methan in Mooren entgegenwirkt. Diese Bakterien setzen zur Energiegewinnung Sulfat zu Sulfid um und nehmen gegenüber dem Prozess der Methanbildung eine wichtige Kontrollfunktion ein. Dabei stehen sie mit methanbildenden Archaeen in einem andauernden Konkurrenzkampf um Nährstoffe, vermindern so deren Aktivität und verhindern dadurch, dass noch mehr Methan gebildet wird. Das beugt einer zusätzlichen Klimaerwärmung vor.

In einem jetzt in der renommierten Fachzeitschrift mBio publizierten Artikel konnten die Forscher aus Wien und Braunschweig in einem systembiologischen Ansatz gemeinsam zeigen, dass die neue sulfatreduzierende Bakterienart (Candidatus Desulfosporosinus infrequens) durch ihre hohe Aktivität der übermäßigen Bildung von Methan in Mooren entgegenwirken kann – und das trotz ihrer geringen Häufigkeit. Moore sind als natürliche Feuchtgebiete für etwa 30 Prozent der weltweiten Emissionen des Treibhausgases Methan verantwortlich. Warum sich die Bakterien trotz hoher Aktivität nicht stärker vermehren, erklären die Wissenschaftler mit folgendem Prinzip: Die Bakterien müssen mit den im Moor vorherrschenden sauren pH-Bedingungen zurechtkommen und stecken deshalb vermutlich ihre gesamte Energie in den Erhalt der Zelle statt in ihr Wachstum.


 
Mikroorganismen können Schlüsselpositionen in den biogeochemischen Kreisläufen der Ökosysteme und damit beim Klimawandel einnehmen. Ein solcher Prozess ist z.B. die Sulfatreduktion in Mooren

Diese Pressemitteilung hat die folgenden Anhänge:

Pressemitteilung des DSMZ: Methanbindende Bakterien


Diese Newsmeldung wurde erstellt mit Materialien von idw-online


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