Zucchini

Dieser Artikel behandelt den Gartenkürbis. Zu den Eishockeyspielern siehe Carlo Zucchini und Mario Zucchini.
Zucchini
Zucchinipflanze

Zucchinipflanze

Systematik
Ordnung: Kürbisartige (Cucurbitales)
Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Gattung: Kürbisse (Cucurbita)
Art: Gartenkürbis (Cucurbita pepo)
Unterart: Cucurbita pepo pepo
Zucchini
Wissenschaftlicher Name
Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina
Junge Früchte kurz nach dem Verblühen, die Blütenhülle noch am Fruchtknoten sitzend
Größenvergleich der männlichen Blüte mit einer Hand
Verschiedene Zucchini
Zucchinifrüchte

Die Zucchini [tsuˈkiːni] (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina), in der Deutschschweiz Zucchetti, sind eine Unterart des Gartenkürbisses und gehören zur Pflanzenfamilie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Zucchini sind einhäusig, das heißt, männliche und weibliche Geschlechtsorgane befinden sich in getrennten Blüten, aber an einer Pflanze.

Die Zucchini stammen aus Europa, wo die ursprünglichen Formen am Ende des 17. Jahrhunderts auftraten. Die Vermarktung der Zucchini begann in Italien. Ursprünglich wurden die Zucchini durch Züchtung aus dem Gartenkürbis entwickelt, der bis zur Entdeckung Amerikas vom Südosten Kanadas bis nach Costa Rica angebaut wurde.

Beschreibung und Anbau

Die Zucchinipflanzen gleichen denen des Gemüsekürbisses, jedoch sind ihre Blätter deutlich kleiner und sie neigen weniger zur Bildung von Ranken. Es gibt Zucchini mit gelben, creme-grünen, dunkelgrünen sowie gestreiften Früchten. Es gibt längliche und runde Formen. Wenn man Zucchini bei einer Länge von 10 bis 20 cm erntet, ergeben sie ein zartes Gemüse. Lässt man sie wachsen, erreichen sie die Größe von Kürbissen. Dann lassen sie sich wie Kürbisse bis weit in den Winter hinein lagern und auch ähnlich verarbeiten. Bevorzugte Erntezeit ist von Juni bis Oktober. Die anspruchslosen Pflanzen wachsen auch in mitteleuropäischen Breiten. Die Aussaat erfolgt von Mitte April bis Mitte/Ende Mai auf humosem, ausreichend feuchtem Boden. Aus diesem Grunde wird traditionell, einem im 17. Jahrhundert in Italien geprägten Brauch folgend, am 7. Mai der „Tag der Zucchini“ (giorno del Zucchetto) begangen. Jede Pflanze benötigt mindestens anderthalb bis zwei Quadratmeter Platz. Die Samen der Zucchini benötigen ungefähr 1 bis 2 Wochen bis zur Keimung.

Verwendung

Zucchini können sowohl roh als auch gekocht bzw. gebraten gegessen werden. Auch die sehr große gelbe Blüte ist für den Verzehr geeignet und gilt als eine ganz spezielle Delikatesse; bei Verwendung nur der männlichen Blüten wird der Ertrag an Früchten nicht geschmälert.

Zucchini enthalten, wie andere Kürbissorten auch, viel Wasser, sind kalorienarm, vitaminreich und leicht verdaulich. 100 g Zucchini enthalten durchschnittlich: 80 kJ, 93 g Wasser, 2,2 g verwertbare Kohlenhydrate, 1,6 g Eiweiße, 1,1 g Ballaststoffe, 152 mg Kalium, 30 mg Kalzium, 25 mg Phosphor, 3 mg Natrium, 1,5 mg Eisen, Vitamine A und C.

Zucchini werden in der Regel unreif geerntet, wenn die Früchte 15–30 cm lang sind und 100–300 g wiegen. Sie halten bis zu 12 Tage, sollten aber nicht unter 8 °C gelagert werden. Die Zucchini sollten zudem nicht in der Nähe von Tomaten, Äpfeln und anderen klimakterischen Früchten gelagert werden, da das von ihnen abgesonderte Ethylen Zucchini schnell reifen und verderben lässt. Ausgereifte Exemplare bilden ein holziges Gewebe unter der Schale und können 5 kg wiegen, sind dann mehrere Monate haltbar und als Wintergemüse geeignet.[1] Sie können dann – ähnlich wie große Kürbisse – geschält und vom Kernträgergewebe befreit geschmort werden.

Etymologie

Die Tatsache, dass die Zucchini eine Unterart des Gartenkürbisses sind, zeigt sich auch im Namen: Im Italienischen sind das Maskulinum Singularis zucchino bzw. das Femininum zucchina[2] die Verkleinerungsformen von zucca „Kürbis“, bedeuten also so viel wie „kleiner Kürbis“. Die deutschschweizerische Bezeichnung Zucchetto bzw. Zucchetti (Plural) kommt aus dem norditalienischen bzw. venedischen Dialekt und bezeichnet ebenfalls den Diminutiv von zucca. Französisch heißt ein Zucchino courgette, niederländisch und englisch ebenfalls; amerikanisch jedoch zucchini und spanisch calabacín, portugiesisch abobrinha.[3]

Die deutsche Form Zucchini ist also ursprünglich der Plural des italienischen zucchino. Laut Duden lautet die Einzahl im Deutschen die Zucchini, seltener der Zucchino.[4] Meist wird nur die Pluralform verwendet[4].

Literatur

  •  Alan Davidson: The Oxford Companion to Food. Oxford University Press, Oxford / New York NY 1999, ISBN 0-19-211579-0.
  •  Peter Hanelt (Hrsg.): Mansfeld´s Encyclopedia of Agricultural and Horticultural Crops. Band 3, Springer, Berlin / Heidelberg / New York 2001, ISBN 3-540-41017-1.

Einzelnachweise

  1. ausgereifte Zucchini, Herbst 2009
  2. Tullio de Mauro: Grande dizionario italiano dell'uso, vol. 6, Torino 1999, 1149; beide Formen werden als comune („üblich“) bezeichnet, doch bildet zucchino den Haupteintrag.
  3.  Udo Pini: Das Gourmet Handbuch. 1 Auflage. Könenmann, Köln 2000, ISBN 3-8290-1443-0, S. 1008-1009.
  4. 4,0 4,1 Dudenredaktion (Hrsg.): Duden. Die deutsche Rechtschreibung. 22. Auflage, Dudenverlag, Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich 2000, S. 1099. ISBN 3-411-04012-2

Weblinks

 Commons: Zucchini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference
Wiktionary Wiktionary: Zucchini – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Zucchini im A–Z der Nutzpflanzen auf den Seiten der biologischen Fakultät der Universität Hamburg
  • Zucchini bei www.lebensmittellexikon.de
  • Anbautipps bei www.bio-gaertner.de

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