Taube Trespe

Taube Trespe
Taube Trespe (Bromus sterilis)

Taube Trespe (Bromus sterilis)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Gattung: Trespen (Bromus)
Art: Taube Trespe
Wissenschaftlicher Name
Bromus sterilis
L.
Taube Trespe (Bromus sterilis)

Die Taube Trespe (Bromus sterilis) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Süßgräser (Poaceae). Sie wurde bereits vor 1492 nach Mitteleuropa vom Menschen eingeführt und gilt dort deshalb als Archäophyt. Sie kann den Winter als Hemikryptophyt überdauern oder als Samen (Therophyt).

Merkmale

Die Taube Trespe ist eine einjährige oder einjährig überwinternde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 30 bis 60 Zentimetern erreicht und kahle Halme besitzt.

Die lockere und herabhängende Rispe ist etwa 10 bis 15 cm lang. Die unteren Rispenäste sind meistens so lang wie Ährchen, die nicht zusammengedrückt sind. Von ihr sind überall raue biegbare Äste abstehend. Die Spelzen sind auf dem Rücken stets abgerundet. Die 15 bis 30 mm lange Granne ist fast doppelt so lang wie die starknervige Deckspelze. Die Ährchen sind mit der Granne 4 bis 6 cm lang und zur Spitze hin verlängert. Die Deckspelze ist 13 bis 23 mm lang. Die untere Hüllspelze ist einnervig, die obere dreinervig. Die Pflanze besitzt fein gezähnte Blatthäutchen.

Systematik und Namensgebung

Die Taube Trespe wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.[1] Zusammen mit ähnlichen Arten wird die Taube Trespe oft von der Gattung Bromus abgetrennt und heißt dann Anisantha sterilis (L.) Nevski.

„Bromus“ ist die Bezeichnung für eine haferähnliche Pflanze. „Sterilis“= „taub“ muss sehr frei als „Nicht-Hafer“ gedeutet werden, denn früher wurde die Art zur Gattung Hafer gestellt. Im Gegensatz zum Saat-Hafer war sie aber nicht als Getreide nutzbar.

Standorte

Die Taube Trespe kommt verbreitet im Unkrautsaum trockener Wege, in lückigen, leicht beschatteten Wiesen, auf Schuttplätzen, an Mauern oder Böschungen, auch in Kleefeldern und Weinbergen vor.

Sie bevorzugt lockeren und daher meist sandigen oder steinigen Lehmboden, der mäßig stickstoffreich sein sollte. Sie erträgt Austrocknung gut und kann auch noch auf verkrustetem Steinschutt oder in Mauerritzen leben. Sie liebt warme Standorte.

Nach Ellenberg ist sie eine Halblichtpflanze, subozeanisch verbreitet, bevorzugt mäßig stickstoffreiche Standorte und ist eine Verbandscharakterart annueller Ruderalgesellschaften in gemäßigt warmem Klima (Sisymbrion).

Ökologie

Die bespelzten Samen werden durch Tiere verbreitet (Epizoochorie). Die rauen Grannen haften im Fell.

Literatur

  •  Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. Band 1 bis 5. 2. Auflage. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.
  •  Erich Oberdorfer, Angelika Schwabe (Mitarb.), Theo Müller (Mitarb.): Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8., stark überarb. und erg. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5.
  •  Heinz Ellenberg: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht. 5. stark veränd. und verb. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8252-8104-3.

Einzelnachweise

  1. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 77, Digitalisat

Weblinks

 Commons: Taube Trespe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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