Riesenelsterchen


Riesenelsterchen

Riesenelsterchen (Lonchura fringilloides)

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Prachtfinken
Gattung: Lonchura
Art: Riesenelsterchen
Wissenschaftlicher Name
Lonchura fringilloides
(Lafresnaye, 1835)

Das Riesenelsterchen (Lonchura fringilloides), auch Kuttenelsterchen genannt, ist eine der afrikanischen Vogelarten der Familie der Prachtfinken. Gemeinsam mit dem Kleinelsterchen und dem Glanzelsterchen wurde es früher in die Gattung der Elsterchen (Spermestes) eingeordnet. Heute wird es gemeinsam mit diesen Arten zu den Bronzemännchen gezählt.[1]

Es werden keine Unterarten unterschieden.

Beschreibung

Riesenelsterchen erreichen eine Körperlänge von 11,5 bis 12 Zentimeter, eine Flügellänge von 57 bis 64 mm und eine Schwanzlänge von 33 bis 40 mm. Der Schnabel ist klobig und 15 bis 16 mm lang. Die Art weist keinen Geschlechtsdimorphismus auf.

Kopf, Kehle, Hals, Bürzel, und der Oberschwanzdecken der Riesenelsterchens sind schwarz mit grünbläulichem Glanz, der Rest der Oberseite dunkelbraun, die Körperunterseite ist weiß. Der kräftige Schnabel ist oberseits schwarzblau, unterseits hell blaugrau mit einer schwärzlichen Spitze. Die Augen sind dunkelbraun, die Beine blaugrau bis schwärzlich.

Jungvögel sind auf der Körperoberseite düsterbraun, die Oberschwanzdecken und der Schwanz sind braunschwarz. Nestlinge zeigen im Rachen zwei parallele hufeisenförmige Zeichnungen. Die außen liegende ist breiter als die innen liegende.

Verbreitungsgebiet, Lebensraum und Lebensweise

Das Riesenelsterchen kommt im tropischen Afrika südlich der Sahara am Rand von Regen, Sekundär- und Galeriewäldern, sowie in Bambusdickichten, an mit Sträuchern bewachsenen Ufern und aufgegebenem oder vernachlässigtem Kulturland vor. Das Verbreitungsgebiet ist nicht geschlossen, der Vogel ist nirgends häufig. In Westafrika ist es zum Kulturfolger geworden und besiedelt Reisfelder. Neben Reiskörnern werden Grassamen, vor allem Hirse und verschiedene Kräuter gefressen. Riesenelsterchen suchen ihre Nahrung weniger auf dem Erdboden als andere Elsterchen. Riesenelsterchen sind gesellig. Sie übernachten oft in Schilfbeständen in gemeinsamen Schlafnestern, ein Verhalten, das unter den Prachtfinken einmalig ist. Ihr Lockruf ist ein Doppellaut, der wie "piu piu" oder "djü djü" klingt.

Fortpflanzung

Die Brutzeit fällt in die Regenzeit, in Zentralafrika wird ganzjährig gebrütet. Riesenelsterchen sind Freibrüter. Ihr rundliches, mit einem seitlichen Einschlupf versehenes Nest wird für gewöhnlich fünf bis elf Meter über dem Erdboden in Bambusdickichten oder auf Bäumen am Waldrand gebaut. Es besteht aus Grashalmen oder gröberem Material und wirkt recht liederlich. Das Weibchen legt zwischen vier und sechs weißschalige Eier. Sie werden etwa 13 Tage lang bebrütet. Die Jungvögel verlassen das Nest nach drei Wochen und werden dann noch weitere drei Wochen von den Alttieren gefüttert. Im Alter von drei Monaten beginnt die Umfärbung des Gefieders zum Alterskleid.

Quelle

  • Heinrich Dathe: Handbuch des Vogelliebhabers. Band 2, VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag,

Einzelnachweise

  1. BirdLife Factsheet, aufgerufen am 23. Juli 2010

Weblinks

Commons: Lonchura fringilloides – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Die News der letzten Tage

02.12.2022
Ethologie | Säugetierkunde
Markierungsbäume von Geparden sind Hotspots der Kommunikation – auch für andere Tierarten
Markierungsbäume sind für Geparde wichtige Hotspots der Kommunikation: Dort tauschen sie über Duftmarken, Urin und Kot Informationen mit anderen und über andere Geparde aus.
02.12.2022
Land-, Forst-, Fisch- und Viehwirtschaft | Ökologie
DBU: Weltbodentag am 5. Dezember
Mittlerweile leben acht Milliarden Menschen auf der Welt und Ernährungssicherung wird zu einer dringendsten Herausforderungen unserer Zeit.
01.12.2022
Physiologie
Altern Frauen anders als Männer?
Studien an Fruchtfliegen zeigen, wie das biologische Geschlecht die Wirkung des derzeit vielversprechendsten Anti-Aging-Medikaments Rapamycin beeinflusst.
29.11.2022
Ethologie | Zoologie
Geschlechterrollen im Tierreich hängen vom Verhältnis von Weibchen und Männchen ab
Wie wählerisch sollten Weibchen und Männchen sein, wenn sie einen Partner auswählen?
28.11.2022
Ökologie | Paläontologie | Säugetierkunde
Fossil aus dem Allgäu: Biber leben seit mehr als 11 Millionen Jahren im Familen-Clan
Die Hammerschmiede im Allgäu, Fundstelle des Menschenaffen Danuvius, ist eine einmalige Fundgrube für Paläontologen: Bereits über 140 fossile Wirbeltierarten konnten hier geborgen werden.
28.11.2022
Anthropologie | Neurobiologie
Arbeitsgedächtnis: Vorbereitung auf das Unbekannte
Beim Arbeitsgedächtnis, oder auch Kurzeitgedächtnis genannt, galt lange die Theorie, dass seine Kernaufgabe die aktive Speicherung von Informationen über einen kurzen Zeitraum ist.
28.11.2022
Meeresbiologie | Ökologie
Offshore-Windparks verändern marine Ökosysteme
Der Ausbau von Offshore-Windparks in der Nordsee geht voran, doch die Konsequenzen für die marine Umwelt, in der sie errichtet werden, sind noch nicht vollständig erforscht.
25.11.2022
Evolution | Genetik | Neurobiologie
Was haben Oktopus und Mensch gemeinsam?
Kopffüßler sind hochintelligente Tiere mit komplexem Nervensystem, dessen Evolution mit der Entwicklung von auffällig viel neuer microRNA verbunden ist.
25.11.2022
Klimawandel | Ökologie
Der Klimawandel in den Wäldern Norddeutschlands
Immer mehr Bäume leiden an den Folgen des menschgemachten Klimawandels der vergangenen Jahrzehnte.
24.11.2022
Biochemie | Entwicklungsbiologie | Genetik
Das Erwecken des Genoms
Die Befruchtung einer Eizelle durch ein Spermium ist der Beginn neuen Lebens, die mütterliche und väterliche Erbinformation, die DNA, wird neu kombiniert und speichert den Aufbau des Lebewesens.
24.11.2022
Genetik | Mykologie | Taxonomie
Die Welt der Pilze revolutioniert
Ein internationales Forschungsteam hat unter den bisher bekannten Pilzen und Flechten eine neue Großgruppe identifiziert: Mithilfe von Genom-Sequenzierung konnte nachgewiesen werden, dass über 600 Arten einen gemeinsamen Ursprung haben.
24.11.2022
Insektenkunde | Ökologie
Vegetationsfreie Flächen fördern bodennistende Wildbienen
Über die Nistansprüche bodennistender Wildbienen ist bisher relativ wenig bekannt, obwohl Nistplätze für die Förderung der meisten Wildbienenarten von zentraler Bedeutung sind.