Philip Lutley Sclater

Philip Lutley Sclater 1914

Philip Lutley Sclater (* 4. November 1829 in Tangier Park, Hampshire; † 27. Juni 1913 in Odiham, Hampshire[1]) war ein englischer Jurist und Zoologe.

Leben und Wirken

Sclater besuchte die renommierte Privatschule Winchester College und studierte am Christ Church College der Universität Oxford. Dort studierte er Ornithologie bei Hugh Edwin Strickland.[2]

Im Dezember 1857 wies er als erster Wissenschaftler in einem Vortrag vor der Londoner Linné-Gesellschaft auf die Existenz einer biogeografischen Trennlinie zwischen asiatischer und australischer Flora und Fauna im Bereich der Ostindischen Inseln hin. Diese Linie wurde später nach dem Naturforscher Alfred Russel Wallace, der aus dem Sachverhalt eine gültige Theorie formte, als Wallace-Linie bezeichnet.

1858 veröffentlichte Sclater eine Abhandlung in der Zeitschrift Proceedings of the Linnean Society. Er stellte sechs zoologische Regionen zusammen, die er Palaearctisch, Aethiopisch, Indisch, Australasisch, Nearctisch und Neotropisch nannte. Diese zoologischen Regionen sind immer noch gültig, konnten aber von Alfred Russel Wallace präzisiert werden.

Weil er sowohl in Ostafrika wie in Indien Lemuren antraf, vermutete er die Existenz eines später untergegangenen Kontinents Lemuria, der Afrika und Indien verbunden haben sollte und wurde so zu einem der Hauptvertreter der Landbrücken-Hypothese.

Er war Gründer und Herausgeber von Ibis, dem Journal der British Ornithologists’ Union. Von 1860 bis 1903 war er Sekretär der Zoologischen Gesellschaft in London (Zoological Society of London).

Zu Sclaters wichtigeren Werken gehörten Exotic Ornithology (1866-69) und Nomenclator Avium (1873), beide zusammen mit Osbert Salvin, Argentine Ornithology (1888-89) mit William Henry Hudson und The Book of Antelopes (1894-1900) mit Oldfield Thomas.

Mehrere Tierarten sind nach Philip Sclater (zu erkennen am Artbeinamen sclateri oder sclateriana) benannt worden, wie z.B. der Kronenpinguin (Eudyptes sclateri) und der Weißschwanz-Glanzfasan (Lophophorus sclateri).

Literatur

  •  Daniel Giraud Elliot: In memoriam: Philip Lutley Sclater. In: The Auk. Bd. 31, Nr. 1, 1914, S. 1-12 (online, abgerufen am 25. Juli 2012).
  •  Arthur Humble Evans: Philip Lutley Sclater. In: The Ibis. Bd. 1, Nr. 4, 1913, S. 642-649 (online, abgerufen am 25. Juli 2012).
  •  Unbekannt: Nachrichten: Philip Lutley Sclater. In: Ornithologisches Jahrbuch. Bd. 24, 1913, S. 239.

Einzelnachweise

  1. Unbekannt, S. 239
  2. Daniel Giraud Elliot, S. 2

Weblinks

 Commons: Philip Lutley Sclater – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Die News der letzten Tage

26.05.2022
Zytologie | Immunologie
Ein potenzieller Jungbrunnen für das Immunsystem
Im Alter nimmt die Leistung der Immunabwehr ab, ältere Menschen sind anfälliger für Infektionen.
25.05.2022
Klimawandel | Meeresbiologie
Schwund von Kieselalgen wegen Ozeanversauerung
Kieselalgen sind die wichtigsten Produzenten von pflanzlicher Biomasse im Ozean.
25.05.2022
Klimawandel | Meeresbiologie
Neues von großen Korallenriffen und ihrer Anpassungsfähigkeit an die Klimaerwärmung
Viele Steinkorallen leben in einer Symbiose mit einzelligen Algen, die die Grundlage für die Entstehung der großen Korallenriffe darstellt.
25.05.2022
Ökologie | Klimawandel
Sibirische Tundra: Bis Mitte des Jahrtausends komplett verschwunden?
Die Erderhitzung lässt die Temperaturen in der Arktis rasant steigen.
25.05.2022
Primatologie
Wenn männliche Kumpel weniger wichtig werden als weibliche Paarungspartner
Enge Freundschaften zwischen Männchen sind im Tierreich selten, da Männchen in der Regel um Rang und Zugang zu Weibchen konkurrieren.
24.05.2022
Entwicklungsbiologie
Sind Mütter von Zwillingen fruchtbarer?
Sind Frauen, die Zwillinge haben, fruchtbarer?
23.05.2022
Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Mikropartikel mit Gefühl
Ein internationales Forschungsteam hat winzige Partikel entwickelt, die den Sauerstoffgehalt in ihrer Umgebung anzeigen.
23.05.2022
Paläontologie | Klimawandel | Meeresbiologie
Korallen als Klimaarchive
Ungewöhnlich gut erhaltene Riffkorallen aus der Geologisch-paläontologischen Sammlung der Universität Leipzig bergen ein großes Geheimnis: Sie lassen uns weit in die Vergangenheit reisen und die klimatischen Verhältnisse in unseren Breiten rekonstruieren.
19.05.2022
Ethologie | Meeresbiologie | Säugetierkunde
Delfine behandeln Hautprobleme an Korallen
Indopazifische Grosse Tümmler reiben sich vom Schnabel bis zur Schwanzflosse an Korallen: Forscherinnen belegen nun, dass die von den Delfinen speziell ausgesuchten Korallen biofunktionelle Eigenschaften aufweisen.
19.05.2022
Taxonomie | Paläontologie | Amphibien- und Reptilienkunde
Neue Krokodilart lebte vor 39 Millionen Jahren in Asien
Wissenschaftler haben in Vietnam die Fossilien einer bisher unbekannten Krokodilart identifiziert: Das knapp vier Meter lange, fast vollständig erhaltene Skelett aus der Fundstelle Na Duong gehört zu den langschnäuzigen Krokodilen aus der Verwandtschaft der Sundagaviale.
19.05.2022
Virologie | Parasitologie | Insektenkunde
Neue Virusvariante bedroht Bienengesundheit weltweit
Eine gefährliche Variante des Krüppelflügelvirus ist weltweit auf dem Vormarsch: Das Virus befällt Honigbienen, wird von der Varroamilbe übertragen und sorgt dafür, dass ihre Flügel verkümmern und die Tiere sterben.
17.05.2022
Evolution | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Leben am Vulkan – in zwei Schritten zur Anpassung
Ein internationales Team hat eine Wildpopulation der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) untersucht, die sich am Fuß eines Stratovulkans angesiedelt hat.
18.05.2022
Klimawandel | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Insektensterben: Was stört die Kolonie-Entwicklung der Steinhummel?
Bestäubende Insekten sind für die Biodiversität und die landwirtschaftliche Produktion unersetzlich - doch seit Jahren geht der Bestand an Bienen, Hummeln und weiteren Insekten stark zurück.
18.05.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Insektenvielfalt: Öko-Landbau oder Blühstreifen besser?
Wie wirksam Agrarumweltmaßnahmen für die biologische Vielfalt sind, hängt von verschiedenen Faktoren und dem jeweiligen Blickwinkel ab.
18.05.2022
Ethologie | Primatologie
Wie flexibel Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht und dabei besonderes Augenmerk auf individuelle Unterschiede und Flexibilität in den Kommunikationsstrategien von Orang-Utan-Müttern gelegt.
17.05.2022
Ökologie | Biodiversität | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Ökologie: Fließgewässer stehen weltweit schlecht da
Landwirtschaft, Habitatverlust oder Abwässer – menschgemachte Stressoren wirken sich negativ auf die biologische Vielfalt in Bächen und Flüssen aus.