Kapokbaum


Kapokbaum

Kapokbaum (Ceiba pentandra)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
Unterfamilie: Wollbaumgewächse (Bombacoideae)
Gattung: Ceiba
Art: Kapokbaum
Wissenschaftlicher Name
Ceiba pentandra
(L.) Gaertn.

Der Kapokbaum (Ceiba pentandra), auch als Wollbaum bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ceiba in der Unterfamilie der Wollbaumgewächse (Bombacoideae).

Merkmale

Brettwurzeln des Kapokbaums.
Blüte des Kapokbaums.
Stacheliger Stamm des jungen Baumes

Der Kapokbaum ist ein mächtiger Baum, der Wuchshöhen bis zu 75 Meter erreicht. Er ist einer der größten Bäume des tropischen Regenwaldes. Der Stamm ist grün und wird im Alter von Brettwurzeln gestützt. In seiner Jugendzeit ist er dicht bedeckt mit spitzen, pyramidalen bis kegelförmigen Stacheln. Die Laubblätter sind handförmig gefingert. Sie werden beim Beginn der Trockenzeit im Februar bis März abgeworfen. Zu dieser Zeit treiben die büschelweise an Zweigenden stehenden rosa oder weißen Blütenknospen aus.

Die Früchte sind bis 15 Zentimeter lange, sich am Stielende öffnende Kapseln. Die ungefähr 100 runden, schwarzen Samen liegen in einem Bett aus zahlreichen Haaren. Die Haare entspringen dem Endokarp der Fruchtwand. Sie brechen bei der Fruchtreife von der Fruchtwand ab. [1]

Diese Art wird durch den Wind bestäubt (Anemophilie), aber auch durch Insekten und Fledermäuse.[1]

Vorkommen

Der Kapokbaum stammt ursprünglich aus dem tropischen Regenwald Südamerikas und Westafrika. Mittlerweile ist er in den gesamten Tropen anzutreffen. Ceiba pentandra ist ein lichtbedürftiger Baum, der während der Regenzeit eine Niederschlagsmenge von rund 1000 bis 1500 mm benötigt. [1]

Nutzung

Der Kapokbaum wird erst seit kurzer Zeit kultiviert. Aus ihm wird Kapok gewonnen. Die Kapokfasern haben eine Länge von 10 bis 35 Millimeter und bestehen zu 64 % aus Cellulose und Hemicellulose. Aufgrund ihres Wachsüberzugs sind sie wasserabweisend und nicht verspinnbar. Ein einzelner Baum liefert pro Jahr ungefähr 20 kg reine Fasern. Ohne weitere Behandlung können diese als Füllmaterial für Rettungsringe und Schwimmwesten oder als Polster- und Isoliermaterial genutzt werden.

Die Samen des Kapokbaums werden aufgrund ihres hohen Anteils an fettem Öl (bis zu 25 %) regional für die Herstellung von Seife oder Speiseöl verwendet. Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung kommt Kapok auch bei der Wundversorgung zum Einsatz.[1]

Mythologie

In der Mythologie der Maya von Yucatán stellt ein Kapokbaum die Axis Mundi, oder den Weltenbaum dar, ähnlich der Weltenesche Yggdrasil in der nordischen Mythologie.[2]

In Erzählungen, die im peruanischen Amazonastiefland verbreitet sind, spielt der Kapokbaum, der dort Lupuna genannt wird, eine wichtige Rolle. Er steht in der amazonischen Mythologie in Verbindung mit Wichten, die nach verschiedenen Überlieferungen im riesigen, oft bauchförmigen Stamm des Baumes leben, oder um diesen herum tanzen.[3]

Belege

  • Susanne Bickel-Sandkötter: Nutzpflanzen und ihre Inhaltsstoffe. UTB 8176, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001, ISBN 3-494-02252-6 (Quelle & Meyer) / 3-8252-8176-0 (UTB).

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Michael Pankratius: Lexikon Nachwachsende Rohstoffe, Abgerufen am 10. April 2010.
  2. Christian Rätsch: Einführung in die Kosmologie der Maya, in: Ders. Chactun - Die Götter der Maya. Quellentexte, Darstellung und Wörterbuch, Diederichs Gelbe Reiche, Eugen Diederichs Verlag München 1986, Seite 15.
  3. Christian Rätsch: Einführung in die Kosmologie der Maya. In: Ders.: Chactun - die Götter der Maya. Quellentexte, Darstellung und Wörterbuch. Diederichs Gelbe Reihe, Band 57, Indianer. 2., aktualisierte Auflage. Diederich, München 1994 (Erstauflage 1986), S. 15, ISBN 3-424-00797-8.

Weblinks

Commons: Kapokbaum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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