François-Alphonse Forel

François-Alphonse Forel (* 2. Februar 1841 in Morges, Schweiz; † 7. August 1912 ebenda) war ein Schweizer Arzt, Naturforscher und Gründer der Limnologie.

Forel wurde 1841 in Morges am Genfersee geboren. Er arbeitete als Professor für Medizin an der Universität Lausanne, an welcher er Vorlesungen in Physiologie und Anatomie hielt. Nebenbei widmete er sich seiner Leidenschaft, der Untersuchung der Seen, insbesondere des Genfersees. Er erforschte die Biologie, die chemischen Eigenschaften, die Wasserzirkulation und die Sedimentbildung der Seen sowie deren Zusammenhänge. Damit legte er den Grundstein für einen neuen Wissenschaftszweig.

Seine Entdeckungen veröffentlichte er zwischen 1892 und 1904 in einem dreibändigen Werk mit dem Titel „Le Léman: Monographie limnologique“. In Anlehnung an die Ozeanographie nannte er seine Forschungstätigkeit Limnologie. Forel entdeckte das Phänomen der Dichteströme in Seen und fand eine Erklärung für die Seiches. Er entwickelte auch eine Möglichkeit, die Farbe eines Gewässers zu bestimmen. Diese sogenannte Forel-Ule Skala findet auch heute teilweise noch Verwendung, wurde aber später durch genauere Methoden ersetzt.

Neben dem Studium der Gewässerkunde widmete er sich unter anderem dem Studium von Erdbeben und entwickelte mit Michele Stefano de Rossi die Rossi-Forel-Skala zur Einstufung von Erdbeben nach ihrer Intensität.

Das Institut François-Alphonse Forel (F.A. Forel) der Universität Genf wurde nach ihm benannt.

Werke

  • Note sur la découverte faite à Schussenried de l'homme contemporain du renne. Lausanne 1867
  • Beiträge zur Entwickelungsgeschichte der Najaden. Würzburg 1867
  • Introduction à l'étude de la faune profonde du lac Leman. Lausanne 1869
  • Expériences sur la température du corps humain dans l'acte de l'ascension sur les montagnes. Lausanne 1871-74, 3 Serien
  • Rapport sur l'étude scientifique du lac Leman. Lausanne 1872
  • Études sur les seiches du lac Leman. Lausanne 1873 u. 1875
  • La faune profonde du lac Leman. Lausanne 1873 u. 1874
  • Matériaux pour servir à l'étude de la faune profonde du lac Léman. Lausanne 1874-79
  • Contributions à l'étude de la limnimétrie du lac Léman. Lausanne 1877-81
  • Les causes des seiches. Archives de physique, 1878
  • Températures lacustres. Archives de physique, 1880
  • Seiches et vibrations des lacs et de la mer. Paris 1880
  • Les variations périodiques des glaciers des Alpes; Rapports annuels. Genf 1881 u. 1882, Bern 1883 ff.
  • Les tremblements de terre, étudiés par la commission sismologique suisse. Archives de Genève, 1881 ff.
  • Limnimétrie du Léman. Mit Emile Plantamour, Lausanne 1881
  • Die pelagische Fauna der Süßwasserseen. Biologisches Zentralblatt, Erlangen 1882
  • Faune profonde des lacs suisses. Genf 1885
  • Le lac Léman. 2. Auflage, Genf 1886
  • Les microorganismes pélagiques des lacs de la région subalpine. Revue scientifique, 1887
  • La thermique de la Méditerranée. Genf 1891
  • Le Léman. Monographie limnologique. Lausanne 1892 – 1902
  • Handbuch der Seenkunde. Stuttgart 1901

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

27.07.2021
Bionik, Biotechnologie und Biophysik
Neue Möglichkeiten: Topologie in der biologischen Forschung
Ein aus Quantensystemen bekanntes Phänomen wurde nun auch im Zusammenhang mit biologischen Systemen beschrieben: In einer neuen Studie zeigen Forscher dass der Begriff des topologischen Schutzes auch für biochemische Netzwerke gelten kann.
27.07.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Viel mehr als Gehen
Jahrzehntelang dachte man, dass ein Schlüsselbereich des Gehirns lediglich das Gehen reguliert.
26.07.2021
Ökologie | Paläontologie
Uralte Haizähne geben Hinweis auf eine globale Klimakrise
Die stete Drift der Kontinente formt nicht nur Gebirgszüge, sondern hat auch großen Einfluss auf die Tierwelt im Meer.
26.07.2021
Anatomie | Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Bioinformatik
Wie tierische Sprinter enorme Spitzengeschwindigkeiten erreichen
Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe hat ein physikalisches Modell entwickelt, um zu erforschen, von welchen Eigenschaften die maximale Laufgeschwindigkeit bei Tieren abhängig ist.
26.07.2021
Anthropologie | Zoologie | Ethologie
Hunde als „Gedankenleser“
Dass Hunde vielfach als der „beste Freund des Menschen“ bezeichnet werden, ist bekannt.
26.07.2021
Mikrobiologie | Genetik | Biochemie
RNA kontrolliert die Schutzhülle von Bakterien
Der Magenkeim Helicobacter pylori weiß, wie er sich gegen Angriffe des Immunsystems oder durch Antibiotika schützen kann.
22.07.2021
Mikrobiologie | Meeresbiologie
Alles ausgebucht am Meeresgrund
Ob Sommer oder Winter, ob Mitternachtssonne oder Polarnacht – auf dem Sand des Meeresbodens wohnen stets die gleichen Bakterien.
22.07.2021
Mykologie | Genetik | Bionik und Biotechnologie
Das Genom der Flechten ist verräterisch
Flechten können in unterschiedlichen Klimazonen verschiedene Naturstoffe produzieren die gebildeten Stoffe sind vor allem als Mittel gegen Krebs und andere Krankheiten bekannt.
21.07.2021
Ökologie
Mikroplastik in der Arktis
Rund um die Inselgruppe Svalbard (norwegisch für Spitzbergen) im arktischen Ozean stellen sogenannte Rhodolithe, aufgebaut aus kalkabscheidenden Rotalgen, ökologische Nischen für eine Vielzahl von Organismen zur Verfügung.
21.07.2021
Ethologie | Primatologie
Tödlicher Angriff von Schimpansen auf Gorillas beobachtet
Schimpansen sind in Ost- und Zentralafrika verbreitet und leben in einigen Gebieten, wie dem Loango-Nationalpark in Gabun, mit Gorillas gemeinsam im gleichen Habitat.
21.07.2021
Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Insektenkunde
Wüstenameise wird Vorbild für Laufroboter
Barbara Schlögl hat im Westfälischen Institut für Bionik der Hochschulabteilung Bocholt eine Doktorarbeit geschrieben, in der sie der Wüstenameise Cataglyphis deren Fähigkeit abgekuckt hat, sich im Raum zu orientieren.
21.07.2021
Biodiversität | Neobiota
Italienische Höhlensalamander in Deutschland?
Nicht-einheimische Arten zählen zu den Hauptproblemen für den Verlust der Artenvielfalt.
21.07.2021
Zoologie | Genetik | Ökologie
Wolf-Hund-Mischlinge sicher erkennen
Forschende haben eine neue Methode vorgestellt, die es erlaubt, Wolf-Hund-Hybriden anhand von Umweltproben, wie Kot, Haaren oder Speichelresten sicher zu erkennen.
21.07.2021
Anthropologie | Primatologie
Gebrauch von Steinwerkzeugen: Schimpansen leben vor der Steinzeit
Anders als frühe Menschenarten scheinen Schimpansen nicht in der Lage zu sein, spontan scharfe Steinwerkzeuge herzustellen und zu nutzen.
21.07.2021
Ökologie | Klimawandel | Video
Vermehrte Regenfälle im Sommer verändern den Kohlenstoffkreislauf in der Arktis
Arktische Flüsse transportieren durch dem Klimawandel mehr Nährstoffe und Kohlenstoff. das hat potenzielle Auswirkungen auf Wasserqualität, Nahrungsketten und freiwerdende Klimagase.
21.07.2021
Anthropologie | Genetik | Paläontologie
25.000 Jahre altes menschliches Umweltgenom wiederhergestellt
Uralte Sedimente aus Höhlen können DNA über Jahrtausende konservieren, aber deren Analyse wird dadurch erschwert, dass meist nur wenige Sequenzen aus den Sedimenten gewonnen werden können.