Acht neue Süßwasserfischarten in der Türkei entdeckt

Neues aus der Forschung

Meldung vom 17.04.2019

Eine umfassende Überarbeitung der 30 Arten von Steinbeissern der Gattung Cobitis brachte jetzt acht neue Süßwasserfischarten aus der Türkei zu Tage. Zwei Wissenschaftler aus Leibniz-Instituten in Bonn und Berlin -Deutschland- sowie ein Forscher der Erdogan Universitiy in Rize –Türkei - führten die Untersuchungen mit modernsten morphologischen, morphometrischen und molekularen Analysen durch.


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Cobitis afifeae, eine Art, die die Autoren erstmals beschreiben.
Freyhof, J., Bayçelebi, E., Geiger, M.F.
Review of the genus Cobitis in the Middle East, with the description of eight new species (Teleostei: Cobitidae)
Zootaxa 4535 (1): 001–075
DOI: 10.11646/zootaxa.4535.1.1


Für zwei Arten – Cobitis amphilekta und C. kellei – muss leider angenommen werden, dass sie ausgestorben sind, da sie seit Jahrzehnten nicht mehr aufgefunden werden konnten. Die Veröffentlichung in der Zeitschrift „Zootaxa“ weist gleichzeitig eine umfassende Revision der Gattung im Nahen Osten auf. Gleichzeitig wurden Bestimmungsschlüssel aller Artengruppen publiziert.

Die neuen Arten gehören alle zur Gattung Cobitis, bodenlebende Süßwasserfische aus der Familie der Steinbeißer. Ihre auffälligen Farbmuster sind nicht nur schön, sondern können auch zur Klassifizierung genutzt werden, also zur Abgrenzung der Arten untereinander. „Bei genetisch sehr ähnlichen Populationen folgten wir einem Konzept, bei dem Arten nur dann als solche anerkannt werden, wenn die morphologischen Merkmale inklusive der Farbzeichnung die Benennung als unterschiedliche Arten absicherte“ erläutert Dr. Matthias Geiger, Biologe am Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz Institut für Biodiversität der Tiere in Bonn.


 
Die hübschen Fleckmuster dienen der Identifizierung der Cobitis Arten.

Nur im Zusammenspiel von morphologischen und molekularen Merkmalen sind belastbare und nachhaltige Interpretationen möglich betonen die Autoren in ihrer Studie. Die Bestimmung von Arten aufgrund molekulargenetischer Merkmale ist zwar mittlerweile Standard in vielen biologischen Disziplinen, doch nur die klassischen Einordnungen über integrative Ansätze verhindern fehlerhafte Interpretationen.

„Noch sind bei Weitem nicht alle Fischarten der Gattung bekannt und weitere Neubeschreibungen folgen in Zukunft“ freut sich Dr. Jörg Freyhof, Ökologe am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin, auf die künftigen Herausforderungen bei der Bearbeitung der Süßwasserfische aus dem Nahen Osten.


Diese Newsmeldung wurde erstellt mit Materialien von idw-online


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