Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz

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Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz
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Ein altes Logo der ZGAP

Die international aktive Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP) wurde 1982 von einer kleinen Gruppe engagierter Naturschützer in München gegründet. Die Mitglieder der ZGAP stammen aus ganz Deutschland. Ziel der Gesellschaft ist in erster Linie die Erhaltung wenig bekannter, bedrohter Arten und der Schutz ihrer Lebensräume. Während die Ausrottungsgefahr von Berggorillas, Pandas oder Java-Nashörnern bereits weiten Kreisen der naturinteressierten Bevölkerung bekannt ist, gibt es noch Tausende hochbedrohte Arten, deren Namen selbst Fachleuten häufig kaum geläufig sind. Mangels Kenntnis starben in den letzten Jahren schon einige - auch große - Arten unbeachtet von der Öffentlichkeit aus.

Einheimische Biologen und Biologiestudenten einzubinden und sie auf die eigenverantwortliche Führung der Projekte vorzubereiten, gehört zu den Grundprinzipien der Gesellschaft. Über die kostengünstige Verwirklichung von Artenschutzvorhaben hinaus, wird damit auch motivierten jungen Leuten die Möglichkeit gegeben, konkret zum Artenschutz in ihrem Heimatland beizutragen. Auf diese Weise werden auch in Zukunft fachkundige Mitstreiter am Ort des Geschehens die nachhaltige Projektführung garantieren.

Prinz-Alfred-Hirsch

So haben Mitarbeiter der ZGAP zusammen mit anderen Fachleuten intensiv an einem Rettungsprogramm für den Philippinischen Prinz-Alfred-Hirsch gearbeitet. Die ZGAP dehnte dabei ihre Aktivitäten auf den Philippinen erheblich aus. So half sie bei der Initiierung eines Projektes zur Erforschung der bedrohten, bis katzengroßen Borkenkletterer (Phloeomys spp., Crateromys spp.). Die Schutzmaßnahmen für Hirsche und Borkenkletterer sowie neue Aktivitäten für Flughunde (Pteropus spp. u.a.), das Visayas-Pustelschwein (Sus cebifrons), den Rotsteißkakadu (Cacatua haematuropygia), Nashornvogelarten (Penelopides spp., Aceros spp.), Dolchstichtauben (Gallicolumba spp.), Philippinen-Uhus (Bubo philippensis) und Segelechsen (Hydrosaurus spec.) werden langfristig fortgeführt.

Aktivitäten, wie sie für die Philippinen beschrieben wurden, betreibt und fördert die ZGAP auch in anderen Ländern. So in Vietnam, wo die Gesellschaft in enger Zusammenarbeit mit der Weltnaturschutzunion (IUCN), als erste Naturschutzorganisation überhaupt, eine Suche nach bedrohten Primaten durchführte und mitfinanzierte. Zwischenzeitlich wurde eine Zucht- und Auffangstation (EPRC) für aus illegaler Haltung konfiszierte Primaten im Cuc-Phuong-Nationalpark aufgebaut. Hier arbeiten auch europäische Tierpfleger/-innen unter oft schwierigen Bedingungen in der Ausbildung und Unterweisung vietnamesischer Mitarbeiter zur Pflege der wertvollen Tiere. Damit gelangen weltweit erstmals Nachzuchten bei Panda-Langur und dem schon ausgerottet geglaubten Hatinh-Langur (Trachypithecus hatinhensis). Auch über die sagenumwobene Spiralhornantilope wurde in den ZGAP-Mitteilungen mehrfach berichtet.

Projekte zunächst kleineren Umfangs zur Rettung des Tonkin-Goldaffen (Rhinopithecus avunvulus) im Na Hang-Schutzgebiet und für den auch Cat-Ba-Langur genannten Goldkopflangur (Trachypithecus poliocephalus) wurden 1998 bzw. 2000 begonnen und werden ebenfalls langfristig durchgeführt. Seit 1998 unterhält die Gesellschaft ein Projekt zur Erhaltung des Buschmannhasen (Bunolagus monticularis), der bedrohtesten Tierart Südafrikas. Vorhaben zum Schutz des Pemba-Flughundes (Pteropus voeltzkowi) auf der tansanischen Insel Pemba sowie der wohl bedrohtesten Vertreter ihrer Gattung, der Sichuan-Buschwachtel (Arborophila rufipectus) in China und des Äthiopischen Wolfes (Canis simensis) in Äthiopien, werden mitfinanziert und betreut.

Die Initiative der ZGAP, selbst in politisch instabilen Regionen am Horn von Afrika den Bestand bedrohter Huftiere zu erfassen und damit Basisdaten für künftige Schutzkonzepte zu schaffen, fand international hohe Anerkennung. Beobachtungen zum Dibatag (Ammodorcas clarkei), einer endemischen Antilopenart im Ogaden SO-Äthiopiens und zur Beira-Antilope (Dorcatragus megalotis) in Djibuti wurden in verschiedenen Surveys seit 1997 gesammelt. Maßnahmen zum Schutz der letzten ca. 200 Somali- oder Swaynes-Kuhantilopen (Alcelaphus buselaphus swaynei) in einem nur wenige Quadratkilometer großen Rückzugsgebiet in Zentral-Äthiopien sind in Bearbeitung. In Kooperation mit dem Allwetterzoo Münster schuf die ZGAP das "Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz" - eine weltweit einmalige Station zur Erhaltungszucht kritisch bedrohter asiatischer Schildkrötenarten.

Der aus der Projektgruppe Papageien der „Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V.“ gegründete Fonds für bedrohte Papageien unterstützt Schutzmaßnahmen für Arten wie den Orangehaubenkakadu (Cacatua s. citrinocristata), die Rotschwanz-Amazone (Amazona brasiliensis), den Gelbohrsittich (Ognorhynchus icterotis), den Diademlori (Eos histrio) u.a.

Die Betreuung und Überwachung all dieser Aktivitäten erfolgt ausschließlich ehrenamtlich, ebenso wie die halbjährliche Herausgabe des Magazins ZGAP-Mitteilungen.

Die beiden Vorsitzenden der Gesellschaft sowie weitere Mitglieder sind in verschiedene Spezialistengruppen der Artenschutzkommission der IUCN gewählt. So wird die Koordination von Artenschutzprojekten der ZGAP mit denen anderer Naturschutzorganisationen und ein effektiver Einsatz der finanziellen Mittel gewährleistet.

(Hinweis: Dieser Artikel enthält in geänderter Form Auszüge aus der Selbstvorstellung der ZGAP. Die Verwendung der Texte für diesen Wiki-Eintrag wurde von der Redaktion der ZGAP ausdrücklich genehmigt.)

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