Tausendblatt

Tausendblatt
Ähriges Tausendblatt

Ähriges Tausendblatt

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Tausendblattgewächse (Haloragaceae)
Gattung: Tausendblatt
Wissenschaftlicher Name
Myriophyllum
Ponted. ex L.

Tausendblatt (Myriophyllum) ist eine Gattung von Süßwasserpflanzen aus der Familie der Tausendblattgewächse (Haloragaceae). Der botanische Name bedeutet (griechisch) myri = „unzählige“ und phyll = „Blatt“.

Allgemeines

Tausendblatt-Arten sind Süßwasser-Pflanzen, sie wachsen in Seen und Teichen in 50 bis 200 cm Tiefe. Diese Tiefenzone nennt man auch Tauchpflanzenzone. Ab 2 m Tiefe können die Pflanzen wegen des geringen Lichtangebots nicht mehr wachsen. Nur in besonders klaren, sauberen und planktonarmen Seen können Pflanzen auch einige Dezimeter tiefer gedeihen.

Beschreibung

Tausendblatt-Arten sind einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, die untergetaucht oder etwas aus dem Wasser herausragend wachsen (Hydrophyten). Es werden Rhizome gebildet. Die weichen Stängel sind wenig bis stark verzweigt. Die Elastizität der Stängel dieser flutenden Pflanzen hat den Vorteil, dass sie durch die Strömung nicht so leicht abknicken und sich mitbewegen. Jeweils drei oder vier Blätter stehen in Wirteln, selten sind die Blätter wechselständig angeordnet. Das Hauptmerkmal der Tausendblatt-Arten sind die Blätter. Sie haben eine gefiederte Form und stehen in Quirlen. Das unterscheidet sie von den anderen Teichpflanzen.

Aber es gibt noch ein Merkmal, welches nur bei dieser Gattung vorkommt: Es ist die einzige Gattung in der Tauchpflanzenzone, deren Blütenstände aus dem Wasser ragen. Die Blütenstände sind dünn und in Grüntönen und daher eher unscheinbar. Die meist eingeschlechtigen, selten zwittrigen Blüten sind zwei- vierzählig. Die männlichen und zwittrigen Blüten enthalten zwei bis acht Staubblätter. Die weiblichen und zwittrigen Blüten enthalten einen unterständigen, (selten zwei- bis) vierkammerigen Fruchtknoten. Ein Griffel fehlt und deshalb sitzen die vier Narben direkt auf dem Fruchtknoten. Die Früchte zerfallen in vier Teilfrüchte mit jeweils einem Samen.

Vorkommen

Diese Gattung kommt fast weltweit vor. Die meisten Arten gibt es in Australien. In China findet man elf Arten. Tausenblatt-Arten kommen in allen stehenden Gewässern von großen, süßwasserhaltigen Seen bis kleinen Teichen vor.

Aquaristik

Eine Reihe von Arten spielen in der Aquaristik eine Rolle. Ihre Pflege bedarf jedoch etwas Erfahrung. Dazu trägt bei, dass die meisten Wasserpflanzengärtnereien diese auf feuchtem Boden bei hoher Luftfeuchtigkeit für den Handel heranziehen. Solchermaßen emers herangezüchtete Pflanzen bilden stärkere Triebe aus, als die in submerser Kultur. Zwar werden im Fachhandel die Pflanzen grundsätzlich untergetaucht präsentiert. Emers herangezogene Pflanzen müssen jedoch erst allmählich an das Leben unter Wasser gewöhnt werden. Dazu pflanzt man sie in nährstoffreicher Erde aus und erhöht dann täglich den Wasserspiegel um 1 Zentimeter, bis die Wasserhöhe des Aquariums erreicht ist. Verzichtet man auf diese Anpassungsweise, gehen die Pflanzen sehr schnell ein.

Systematik

Zur Gattung Myriophyllum gehören 35 bis 45 Arten (Auswahl) mit einer fast weltweiten Verbreitung:

  • Myriophyllum alpinum Orchard
  • Wechselblütiges Tausendblatt (Myriophyllum alterniflorum DC.)
  • Brasilianisches Tausendblatt, auch Papageienfeder genannt (Myriophyllum aquaticum (Vell.) Verdc.)
  • Myriophyllum callitrichoides Orchard
  • Myriophyllum caput-medusae Orchard
  • Myriophyllum crispatum Orchard
  • Myriophyllum dicoccum F. Muell.
Ähriges Tausendblatt (Myriophyllum spicatum)
Quirliges Tausendblatt (Myriophyllum verticillatum)
  • Tannenähnliches Tausendblatt (Myriophyllum elatinoides Gaudich.)
  • Myriophyllum exalbescens Fernald
  • Myriophyllum exasperatum D. Wang, Dan Yu & Z.Y. Li
  • Myriophyllum farwellii Morong
  • Myriophyllum glomeratum Schindl.
  • Myriophyllum gracile Benth.
  • Verschiedenblättriges Tausendblatt (Myriophyllum heterophyllum Michx.)
  • Tannenwedelähnliches Tausendblatt (Myriophyllum hippuroides Nutt.)
  • Myriophyllum implicatum Orchard
  • Myriophyllum latifolium F.Muell.
  • Myriophyllum lophatum Orchard
  • Mattogrosso-Tausendblatt (Myriophyllum mattogrossensis Hoehne)
  • Myriophyllum oguraense Miki
  • Myriophyllum papillosum Orchard
  • Myriophyllum pedunculatum Hook. f.
  • Zierliches Tausendblatt (Myriophyllum pinnatum (Walter) Britton, Sterns & Poggenb.)
  • Myriophyllum salsugineum Orchard
  • Rötliches Tausendblatt (Myriophyllum scabratum Michx.)
  • Myriophyllum sibiricum Kom.
  • Täuschendes Tausendblatt (Myriophyllum simulans Orchard)
  • Ähriges Tausendblatt (Myriophyllum spicatum L.)
  • Myriophyllum striatum Orchard
  • Myriophyllum tenellum Bigelow
  • Myriophyllum tetrandrum Roxb.
  • Rotes Tausendblatt (Myriophyllum tuberculatum Roxb.)
  • Japanisches Tausendblatt (Myriophyllum ussuriense Maxim.)
  • Myriophyllum variifolium Hook. f.
  • Quirliges Tausendblatt (Myriophyllum verticillatum L.)
  • Myriophyllum verrucosum Lindl.

Beachte

Häufig wird das Tausendblatt auch Tannenwedel genannt. Doch damit ist botanisch die Art Hippuris vulgaris gemeint.

Quellen

Literatur

  • Bernd Greger: Pflanzen im Süßwasseraquarium. Birgit Schmettkamp Verlag, Bornheim 1998, ISBN 3-928819-16-X.
  • Christel Kasselmann

Weblinks

 Commons: Tausendblatt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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