Sodomsapfel


Solanum linnaeanum

Unreife Frucht des Sodomsapfels (Solanum linnaeanum)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Nachtschatten (Solanum)
Untergattung: Leptostemonum
Art: Solanum linnaeanum
Wissenschaftlicher Name
Solanum linnaeanum
Hepper & P.-M.L.Jaeger

Der Sodomsapfel (Solanum linnaeanum) ist eine im südlichen Afrika beheimatete Pflanzenart aus der Gattung Nachtschatten (Solanum). Als Neophyt ist der Sodomsapfel in Australien, Neuseeland, Makaronesien und auf Hawaii eingebürgert.

Beschreibung

Reife Früchte des Sodomsapfels ((‘‘Solanum linnaeanum‘‘))

Vegetative Merkmale

Der Sodomsapfel ist eine aufrecht wachsende, rhizombildende, ausdauernde Pflanze, die strauchig zwischen 0,5 und 1,5 m hoch wird. Die Zweige sind im Alter grau, braun oder grün. Sie sind pro 10 cm Länge mit zehn bis 25 geraden, mit breiter Basis versehenen Stacheln besetzt, die 3 bis 7 mm lang werden und zwei- bis viermal länger als breit sind. Die Behaarung der Sprossachse besteht aus sternförmigen Trichomen, die auch an den alternden Zweigen, vor allem in der unteren Hälfte der Pflanze, bestehen bleiben. Die Trichome bestehen aus sieben bis acht abstehenden Seitenstrahlen, die einen Stern mit einem Durchmesser von 0,25 bis 0,5 mm bilden und an 0 bis 0,2 mm langen Stielen stehen. Der mittlere Strahl ist 0,1 bis 1,5 Mal so lang wie die Seitenstrahlen, er ist nicht drüsig.

Die mit Stacheln besetzten Laubblätter sind eiförmig oder breit eiförmig, tief mit drei bis vier abgestumpften Lappen je Seite gelappt. Die Blattspreite ist 5 bis 12,5 cm lang, 2,8 bis 8 cm breit und damit 1,4 bis 1,9 Mal länger als breit. Die Spitze ist abgestumpft, die Basis ist keilförmig, spitz zulaufend oder abgestumpft und läuft 0 bis 10 mm an den 0,6 bis 2,7 cm langen Blattstielen herunter. Auf der Blattoberseite stehen neun bis 25 Stacheln auf der Mittel- und den Seitenadern, sie sind 3 bis 13 mm lang und besitzen eine breite Basis. Die gesamte Oberfläche ist spärlich mit aufsitzenden, sternförmigen Trichomen besetzt, diese haben einen Durchmesser von 0,25 bis 0,4 mm und bestehen aus sechs bis neun Seitenstrahlen. Der mittlere Strahl ist 0,7 bis zwei Mal so lang wie die Seitenstrahlen und nicht drüsig. Auf der Blattunterseite stehen acht bis 20 gerade Stacheln mit breiter Basis auf der Mittel- und den Seitenadern. Die Behaarung mit sternförmigen Trichomen ist spärlich bis mäßig. Die sechs bis acht Seitenstrahlen bilden einen Stern mit 0,4 bis 1 mm Durchmesser, sie können aufsitzend sein oder an bis zu 0,1 mm langen Stielchen stehen. Der mittlere Strahl ist 0,8 bis 2 Mal so lang wie die Seitenstrahlen, er ist nicht drüsig.[1]

Blütenstände und Blüten

Die aufsitzenden, reduzierten Blütenstände stehen zwischen den Knoten (Konkauleszenz) und bestehen aus drei bis fünf Blüten. Die Blüten stehen an 4 bis 12 mm langen Blütenstielen, die einen Durchmesser von 0,6 bis 0,9 mm besitzen und mit Stacheln besetzt sind. Die Blütenstände sind leicht oder stark andromonözisch, wobei die inneren, zwittrigen Blüten größer sind, die äußeren Blüten sind weiblich steril und kleiner.

Der Kelch der zwittrigen Blüten ist 0,5 bis 5 mm lang und mit 60 bis 100 Stacheln besetzt. Die außen stehenden, männlichen Blüten besitzen einen Kelch mit einer Länge von 0,5 bis 3 mm, der mit 12 bis 25 Stacheln besetzt ist. Die Kelchlappen sind dreieckig oder elliptisch, 2 bis 5,5 mm lang, die Kelchröhre ist 3 bis 5 mm lang. Der gesamte Kelch ist spärlich bis mäßig mit aufsitzenden, weißen oder durchscheinenden, sternförmigen Trichomen besetzt, sie haben einen Durchmesser von 0,2 bis 0,5 mm und besitzen vier bis sieben Seitenstrahlen und einen 0,5 bis 1,5 Mal so langen, nicht drüsigen mittleren Strahl. Die violette Krone ist 8 bis 15 mm lang, schwach oder stark gelappt, die Innenseite ist spärlich mit sternförmigen Trichomen besetzt. Die Staubbeutel sind 5 bis 6 mm lang. Der Fruchtknoten ist unbehaart oder ausschließlich mit sternförmigen Trichomen besetzt. Der Griffel der weiblich fertilen Blüten ist 7,5 bis 9 mm lang, aufrecht und mit sternförmigen Trichomen besetzt. Diese haben einen Durchmesser von 0,2 bis 0,25 mm, bestehen aus sechs bis acht Seitenstrahlen und einem 1,5 bis 2 Mal längeren mittleren Strahl.[1]

Früchte und Samen

Pro Blütenstand entwickeln sich ein oder zwei kugelförmige Früchte, die bei Reife gelb sind und 23 bis 30 mm Durchmesser besitzen. Der Kelch vergrößert sich auf bis etwa die Hälfte der Größe der Frucht. Die Fruchtstiele sind 17 bis 21 mm lang und 1,5 bis 3 mm dick. Die Früchte bilden zwei Kammern, die Plazenta ist ambossförmig gestielt, das Mesokarp ist feucht, aber nicht saftig, das Exokarp ist 1 bis 2,5 mm dick. Die Samen sind braun bis schwarz gefärbt und 2,9 bis 3,5 mm lang.[1]

Verbreitung

Die Art ist ursprünglich in Mosambik, Simbabwe, sowie in der Kapprovinz Südafrikas verbreitet, als Neophyt kommt sie in Australien, Neuseeland, Makaronesien und auf Hawaii vor.[2]

Botanische Geschichte

Der Sodomsapfel war lange Zeit unter dem botanischen Namen Solanum sodomeum bekannt; dieser musste jedoch entsprechend den Vorschriften des ICBN als ungültig eingestuft werden. 1978 veröffentlichte Untersuchungen der von Carl von Linné verwendeten Herbarbelege ergaben, dass das von ihm verwendete Typusexemplar eigentlich einer anderen Art angehört, die bis dahin als Solanum indicum bezeichnet wurde. Dieser Name wiederum erwies sich als synonym zu Solanum ferox. Gleichzeitig mit der Beantragung des Status non auctt. (Nom. ambig. rejic.) für Solanum sodomeum wurde der Name Solanum hermanni vorgeschlagen, der 1813 von Michel Felix Dunal verwendet wurde. Genauere Untersuchungen der Aufzeichnungen Dunals ergaben jedoch, dass dieser Name nicht aus einer gültigen Artbeschreibung stammte, sondern von Dunal nur als Ersatz für Solanum sodomeum gewählt wurde. Eine solche Umbenennung ist laut den Vorschriften des ICBN nicht zulässig, so dass 1986 Solanum linnaeanum als erster gültiger Artname beschrieben wurde. Das Artepitheton wurde zu Ehren Linnés gewählt.[3][4]

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 A.R. Bean: Solanum species of Eastern Australia. Delta Intkey, 2005-. Version vom 8. Oktober 2006, abgerufen am 5. Februar 2008.
  2. Solanum linnaeanum Hepper & P.-M. L. Jaeger bei GRIN.
  3. F.N. Hepper: (456, 457) Proposals to List Solanum indicum L. and Solanum sodomeum L. as Rejected Names under Article 69 of the ICBN. In: Taxon, Volume 27, Nummer 5/6, November 1978, Seite 555. doi:10.2307/1219929
  4. F.N. Hepper und P.-M.L. Jaeger: Name Changes for Two Old World Solanum Species. In: Kew Bulletin, Volume 41, Nummer 2, 1986. Seiten 433−435. doi:10.2307/4102956

Weblinks

Commons: Solanum linnaeanum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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