Sitatunga

Sitatunga
Sitatunga (Tragelaphus spekii)

Sitatunga (Tragelaphus spekii)

Systematik
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Bovinae
Gattung: Tragelaphus
Art: Sitatunga
Wissenschaftlicher Name
Tragelaphus spekii
Speke 1863

Die Sitatunga (Tragelaphus spekii), auch Wasserkudu, Sumpfbock oder Sumpfantilope genannt, ist eine afrikanische Antilope. Der Sitatunga ist die am meisten an Wasser gebundene Antilopenart.[1] Sie leben in dichten und weitläufigen Papyrus-Marschen und kommen bestenfalls in den Abendstunden an den Rand dieser Dickichte, um nach Nahrung zu suchen.

Es werden mehrere Unterarten unterschieden.

Aussehen

Zoo Prag

Weibliche und männliche Tiere lassen sich nicht nur anhand ihrer Fellfärbung unterscheiden: Die ausgewachsenen Männchen sind zottelig grau- bis schokoladenbraun, Weibchen dagegen sind leuchtend rotbraun bis kastanienbraun und tragen an der Seite und an den Flanken weiße Querstreifen und Sprenkel. Die Männchen tragen auch ein an den Nyala erinnerndes Gehörn, das eine Länge von bis zu 92 cm erreichen kann. Die Schulterhöhe beträgt 1 m, die Kopfrumpflänge 150 cm, das Gewicht 90 kg.

Beide Geschlechter haben besonders lange Hufe von 18 cm Länge, die sie spreizen können; damit sind sie an ihr sumpfiges Habitat gut angepasst. Die Sitatungas kommen nur in morastigen Landstrichen mit Sümpfen und dichtem Schilf vor. Es verbringt sein Leben in den Papyruswäldern und kann ausgezeichnet schwimmen. Somit sind ihm auch Inseln in Fluss- und Seenlandschaften zugänglich. Seine Nahrung sind Schilf und alle Arten von Wasserpflanzen, Feinde sind Krokodile, Leoparden und Riesenschlangen.

Verbreitung

Verbreitungsgebiet der Sitatunga

Die Verbreitung des Wasserkudus zieht sich vom westlichen bis ins südliche Afrika. Der Lebensraum der Sitatunga sind die Landschaften unmittelbar um die Flüsse und Seen. Auch die Wasserläufe und Sumpfgebiete des Okavangodeltas in Botswana zählen zum Aufenthaltsgebiet dieser äußerst scheuen Antilopenart. Datei:Sitatunga.ogv

Sozialverhalten

Meistens leben diese Tiere in Gruppen, die aus einem Bock und einem oder mehreren Weibchen und deren Nachkommen bestehen, Einzelgänger kommen auch vor. Jeweils ein Junges wird nach einer Tragzeit von 220 Tagen geboren, die Entwöhnung erfolgt nach etwa sechs Monaten, die Geschlechtsreife nach zwei bis zweieinhalb Jahren. Obwohl diese Antilopen tagaktiv sind, ruhen sie in der heißesten Tageszeit auf einem Lager aus niedergetrampeltem Schilf.

Unterarten

Man unterscheidet vom Wasserkudu 4 Unterarten. Die Wald-Sitatunga (T. s. gratus) aus Sambia und Botswana, Sambesi-Sitatunga (T. s. selousi) aus Namibia und Südost-Angola und den Östlichen Wasserkudu (T. s. spekii) aus Ostafrika. Die vierte Unterart, die Sesse-Island-Sitatunga (T. s. sylvestris) kommt nur am Victoriasee in Uganda vor und gilt als bedroht.

Name

Die Art wurde von dem Afrikaforscher John Hanning Speke im Reisebericht einer Expedition zu den Nilquellen beschrieben. In einer Fußnote erwähnte er zwar, dass das Artepitheton spekii (abgeleitet von „Spekius“, der latinisierten Form des Nachnamens Speke) von Philip Lutley Sclater stamme, dies macht Sclater nach den Regeln des ICZN aber nicht zum Erstbeschreiber.

Literatur

  • C. A. Spinage: The Natural History of Antelopes. Croom Helm, London 1986, ISBN 0-7099-4441-1

Weblinks

 Commons: Wasserkudu – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege

  1. Spinage, S. 173

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News

25.01.2021
Genetik | Evolution | Biochemie
Kälteschutz für Zellmembranen
Ein Team um die Pflanzenbiologen Prof.
25.01.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Straßenbäume als Mittel gegen Depressionen
Straßenbäume im direkten Lebensumfeld könnten das Risiko für Depressionen in der Stadtbevölkerung reduzieren.
25.01.2021
Botanik | Ökologie
Herbst und Frühjahr sind eng verbunden
Dass Pflanzen infolge des Klimawandels immer früher beginnen zu blühen, darüber haben unter anderem Jenaer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bereits vor einiger Zeit berichtet.
25.01.2021
Mikrobiologie | Klimawandel
Eisalgen verstärken Grönlands Eisschmelze
Der grönländische Eisschild schmilzt seit 25 Jahren dramatisch. Eine bislang wenig beachtete Triebkraft hierfür sind Eisalgen. Sie verdunkeln die Oberfläche und reduzieren so die Reflexion des Sonnenlichts. Das Eis schmilzt schneller.
25.01.2021
Anatomie | Evolution
Der Giraffenhals: Neues über eine Ikone der Evolution
Die Analyse digitalisierter Sammlungsobjekte konnte eine alte Hypothese bestätigen: Die Giraffe ging einen Sonderweg in der Evolution.
25.01.2021
Zoologie | Taxonomie
Neue Schneckenarten mit prominenten Namenspatronen
Forscher*innen haben vier neue Arten von kleinen Süßwasserschnecken in Neuseeland entdeckt. Drei der neuen Arten wurden von Dr. Gerlien Verhaegen und Dr. Martin Haase vom Zoologischen Institut und Museum nach Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens benannt.
25.01.2021
Mikrobiologie | Physiologie | Bionik und Biotechnologie
Mikroschwimmer lernen effizientes Schwimmen von Luftblasen
Forscher zeigen, dass das Geheimnis des optimalen Mikroschwimmens in der Natur liegt. Ein effizienter Mikroschwimmer kann seine Schwimmtechniken von einem unerwarteten Mentor erlernen: einer Luftblase.
22.01.2021
Ethologie | Primatologie
Befreundete Schimpansen kämpfen gemeinsam gegen Rivalen
Menschen kooperieren in großen Gruppen miteinander, um Territorien zu verteidigen oder Krieg zu führen.
22.01.2021
Ökologie | Neobiota
Invasion: Bedrohung durch den Afrikanischen Krallenfrosch wesentlich größer als gedacht
Ein internationales Forscherteam nutze einen neuen Ansatz zur Abschätzung des invasiven Potenzials einer Art.
22.01.2021
Neurobiologie
Grösse von Nervenverbindungen bestimmt Stärke des Signals
Nervenzellen kommunizieren miteinander via Synapsen.
22.01.2021
Mykologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Getreidelagerung: Naturstoffe wirksamer als chemische Insektizide
Senckenberg-Wissenschaftler Thomas Schmitt hat die Wirksamkeit von Kieselerde und einem parasitischen Pilz als Schutz vor Schadinsekten an Getreide im Vergleich zu einem chemischen Insektizid untersucht.
22.01.2021
Biotechnologie | Insektenkunde
Bioinspirierte Robotik: Von Libellen lernen
Forschungsteam der Uni Kiel entschlüsselt Fangapparat der aquatischen Jäger.
20.01.2021
Genetik | Evolution
Was das Genom des Lungenfischs über die Landeroberung der Wirbeltiere verrät
Das vollständig sequenzierte Genom des Australischen Lungenfisches ist das größte sequenzierte Tiergenom und hilft, den Landgang der Wirbeltiere besser zu verstehen.
20.01.2021
Zoologie | Ethologie
Weniger gestresst: Hochrangige Hyänenmännchen haben bei Weibchen beste Chancen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) haben herausgefunden, dass die Interaktion mit anderen Männchen für rangniedrige Tüpfelhyänenmännchen "stressiger" ist als für hochrangige.
18.01.2021
Zytologie | Entwicklungsbiologie
Die ersten Löwen-Embryonen aus eingefrorenen Eizellen
E
18.01.2021
Mikrobiologie | Biochemie | Biotechnologie
Mikroorganismus baut Phenol unter extremen Bedingungen ab
Forschende vom Leibniz-Institut DSMZ in Braunschweig haben den Abbau von Phenol durch Saccharolobus solfataricus charakterisiert.
18.01.2021
Physiologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Methanausstoß von Milchkühen messen
Wissenschaftler des Instituts für Nutztierbiologie Dummerstorf haben ein neues Verfahren zur Vorhersage des Methanausstoßes einer Milchkuh entwickelt.
18.01.2021
Zoologie | Genetik | Ethologie
Berliner Igel bilden keine genetisch isolierten Bestände
Igel leben sowohl auf dem Lande als auch in größeren Städten.
16.01.2021
Botanik | Taxonomie
Die einzigartige Flora Neukaledoniens
Sieben neue Arten der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) haben Forscher*innen der Universität Bayreuth in Neukaledonien entdeckt. Auf den Spuren des britischen Entdeckers James Cook untersuchten sie im Frühjahr 2019 die Flora auf der Inselgruppe im Südwestpazifik.
16.01.2021
Taxonomie | Fischkunde
Neue Fischgattung aus Indien: Der Kiemenschlitzaal
Senckenberg-Wissenschaftler Ralf Britz hat gemeinsam mit internationalen Kolleg*innen eine neue Fischgattung beschrieben.
16.01.2021
Anthropologie
Wo man lebt, prägt das Verhalten
Je nachdem, wo auf der Welt sie leben, organisieren Menschen aus Jäger- und Sammlergesellschaften sich ihr Leben zum Beispiel bei der Nahrungssuche, Fortpflanzung, Betreuung des Nachwuchses und sogar hinsichtlich ihres sozialen Umfelds ähnlich wie Säugetier- und Vogelarten, mit denen sie ihren Lebensraum teilen.
16.01.2021
Ökologie | Biochemie
Wie Pflanzen Abwehrgifte bilden ohne sich selbst zu schaden
In einer neuen Studie klären Forschende des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie und der Universität Münster die Biosynthese und genaue Wirkungsweise von Diterpen-Glykosiden in wilden Tabakpflanzen auf.
13.01.2021
Zoologie | Ethologie | Meeresbiologie
Kegelrobben fressen Seehunde, Schweinswale – und ihre Artgenossen
Kegelrobben (Halichoerus grypus) sind Deutschlands größte freilebende Raubtiere. Viele Feriengäste kennen das Bild, wenn sie auf Helgoland am Strand oder in anderen Nordseeregionen auf Sandbänken liegen – friedlich nebeneinander oder neben Seehunden.
12.01.2021
Botanik | Ökologie | Insektenkunde
Schmetterling beweist: Karpaten waren in der Eiszeit teilweise bewaldet
Senckenberg-Wissenschaftler haben die Rückzugsorte des Tagfalters Erebia aethiops während der letzten Eiszeit in Europa untersucht.
12.01.2021
Mikrobiologie | Biochemie
Bakterium produziert pharmazeutische Allzweckwaffe
Ein Wirkstoff aus den Blättern einer Zierpflanze gilt seit einigen Jahren als möglicher Vorreiter einer neuen Gruppe potenter Medikamente.