Signalkrebs

Signalkrebs
Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus)

Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus)

Systematik
Unterordnung: Pleocyemata
Teilordnung: Großkrebse (Astacidea)
Überfamilie: Flusskrebse (Astacoidea)
Familie: Astacidae
Gattung: Pacifastacus
Art: Signalkrebs
Wissenschaftlicher Name
Pacifastacus leniusculus
(Dana, 1852)

Der Signalkrebs (lat. Pacifastacus leniusculus) ist ein dem Edelkrebs sehr ähnlicher aus Nordamerika stammender Flusskrebs, der auch in Europa als Neozoon vorkommt.

Beschreibung

Mit 12 cm (Weibchen) bzw. 16 cm (Männchen) ist der Signalkrebs etwas kleiner als der Edelkrebs. Die Männchen sind mit bis zu 200 g nicht nur größer, sondern auch deutlich schwerer als die etwa 80 g wiegenden Weibchen. Außerdem besitzen sie größere Scheren. Die Tiere werden etwa 7 bis 10 Jahre alt.

Der Panzer des Signalkrebses ist glatt und hat im Gegensatz zu dem des Edelkrebses keine Dornen. Die Grundfarbe ist braun mit einer Tendenz zu oliv. Die Scherenoberseite ist am Gelenk mit einem weißen Fleck gezeichnet, der dem Signalkrebs auch den Namen gab. Die Unterseite der Scheren ist rot und dient beim Heben der Scheren als Warnfarbe.

Ernährung

Wie die meisten Flusskrebse ist der Signalkrebs ein Allesfresser, der unter anderem Aas und Pflanzenteile wie etwa Laub frisst. Dabei ist das Gewicht zwischen Pflanzen und Fleisch abhängig vom Angebot im Gewässer. Die Futtersuche findet in der Regel nachts statt, kann aber auch, wenn sich der Krebs sicher fühlt, auf den Tag ausgedehnt werden. Dies gilt speziell bei Nahrungsmangel.

Vermehrung

Die Paarung findet einmal im Jahr im Herbst von Oktober bis November statt, bevorzugt nach einem Temperaturabfall. Die Eier und später Larven werden vom Weibchen getragen und betreut. Ab Mai sind die jungen Krebse selbständig.

Lebensraum

Junger Krebs droht der Kamera

Der Signalkrebs lebt bevorzugt in kühlen Fließgewässern mit leicht alkalischem pH-Wert (7–8) und einer höheren Wasserhärte (10–25 °dGH). Da er im Gegensatz zum Edelkrebs auch höhere Temperaturen verträgt, ist er auch in Stillgewässern wie kleineren Seen zu finden.

Im Gewässer gestaltet sich der Signalkrebs seinen Lebensraum selbst: Meist werden unter Steinen oder zwischen Wurzeln Höhlen gegraben. Die Tiere sind jedoch nicht zwingend an eine Höhle gebunden, manchmal wird auch nach einem Futtersuchzug eine neue Höhle besetzt.

In einem ausreichend großen Aquarium kann der Signalkrebs auch gehalten werden. Eine Haltung im Teich ist wegen der Auswilderungsgefahr nicht zu empfehlen: Der Signalkrebs kann weite Strecken (bis zu 2 km) über Land laufen, um ein anderes Gewässer zu erreichen. Dazu gilt es auch die nationale Gesetzgebung zu beachten, da eine Haltung nicht überall erlaubt ist (beispielsweise in der Schweiz).

Verbreitung

Aus einem Kanal in England gefischter Krebs

Ursprünglich stammt der Signalkrebs aus dem Gebiet westlich der Rocky Mountains in Nordamerika. Um 1960 wurde jedoch die Population des in Europa heimischen Edelkrebses durch die Krebspest stark dezimiert. Daraufhin wurde der Signalkrebs in Europa als Neozoon eingeführt, um die Lücke im Ökosystem zu füllen, da man annahm, er sei gegen die Krebspest immun. Er erwies sich zwar tatsächlich als resistent, stellte sich aber selbst als Überträger heraus. So können sich Edelkrebsbestände nur sehr schwer erholen, da die Tiere weiterhin noch erkranken können, und zudem von den unempfindlicheren Signalkrebsen verdrängt werden.

Literatur

  • Hans Gonella: Ratgeber Krebse, Krabben und Garnelen im Süßwasseraquarium, bede-Verlag 1999, ISBN 3-931-792-87-0
  • Reinhard Pekny & Manfred Pöckl: Rote Liste NÖ Flusskrebse und Süsswassergarnelen, Amt d. NÖ-Landesregierung Abt. Naturschutz, ISBN 3-901542-17-5

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