Morton-Neuralgie

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Klassifikation nach ICD-10
G57.6 Läsion des N. plantaris
- Morton-Neuralgie (Metatarsalgie)
ICD-10 online (WHO-Version 2011)

Die Morton-Neuralgie, auch Morton-Metatarsalgie, Morton-Syndrom oder Morton-Neurom, ist eine schmerzhafte Erkrankung im Bereich der Füße, ausgehend von einer Kompression (neural entrapment) der Plantarnerven (Nervi plantares des Nervus tibialis) zwischen den Köpfchen der Mittelfußknochen. Sie tritt meist zwischen den Mittelfußknochen III und IV im dritten Zehenzwischenraum, seltener zwischen II und III auf. In bis zu 16 % der Fälle finden sich auch multiple Morton-Neuralgien am selben Fuß.

Geschichte

Die erste Beschreibung eines Neuroms im Intermetatarsalraum erfolgte 1835 durch den Italiener Filippo Civinini,[1] während die erste Beschreibung der Symptomatik auf Durlacher 1845 zurückgeht. Der Namensgeber T. G. Morton beschrieb erst 1876 eine Metatarsalgie, die er aber dem vierten Zehengrundgelenk zuordnete.[2]

Histologie und Anatomie

Anfangs wurde oftmals eine Bindegewebsverdickung um den betroffenen Nerv im Sinne einer Fibrosierung oder perineuralen Fibrose beschrieben, ebenso gibt es Studien, die eine begleitende Demyelinisierung und endoneurale Fibrose, auch eine Verdickung und Auftreibung des Nerven aufzeigten. Andere Studien jedoch konnten keinen Unterschied zu asymptomatischen Nerven aufweisen. Ebenso wurden ischämische Veränderungen beschrieben, konnten jedoch ebenfalls nicht bestätigt werden. Da keine konsistente pathologische Veränderung bei einer Morton-Neuralgie vorliegt, wird empfohlen, den Begriff „Morton-Neurom“ zu vermeiden.[2]

Allgemein gilt hingegen eine mechanische Einengung im Sinne eines Nervenkompressionssyndroms des interdigitalen Nervenastes als Ursache. Die Engstelle und gelegentliche Verdickung des Nerven liegt in der Regel distal und plantar des Ligamentum intermetatarsale profundum nahe den langen Zehenbeugesehnen.

Während die interdigitalen Nerven des ersten und zweiten Zehenzwischenraumes Äste des Nervus plantaris medialis sind und der interdigitale Nerv des vierten Zehenzwischenraumes dem Nervus plantaris lateralis entspringt, vereinigen sich Äste beider Plantarnerven zum Interdigitalnerven im dritten Zehenzwischenraum, der damit potenziell größer und vulnerabler sei.[2]

Klinik

Symptome sind: akut einschießende heftige Schmerzen mit der typischen Schmerzlokalisation im Mittelfuß bei Patienten meist mit Spreizfuß. Bei klinischer Untersuchung zeigen sich Druckschmerzen in diesem Bereich.

Ursachen

Zwischen den Köpfchen der Mittelfußknochen laufen kleine Nervenenden. Wenn sie ständig gereizt werden, kann sich ein Nervenknoten bilden, der Schmerzen und Taubheitsgefühle verursacht. Das Neurom ist somit eine Reaktion der Plantarnerven auf chronisch-mechanische Reizung z. B. beim Spreizfuß. Histologisch findet sich eine Fibrosierung im Bereich des Nerven bei chronischer Ischämie.

Diagnose

Die klinische Diagnose wird vor etwaiger Operation mit Ultraschall oder Magnetresonanztomographie bestätigt. Die Größe des Morton-Neuroms ist wichtig. Morton-Neurome mit einem Querdurchmesser kleiner als 5 mm werden oft (ca. 30 %) auch bei asymptomatischen Personen gefunden. Häufig wird im Ultraschall oder in der Magnetresonanztomographie ein zusätzliches oder ein anders lokalisiertes Morton-Neurom (anstatt zwischen der zweiten und dritten Zehe, zwischen dritten und vierten Zehe oder umgekehrt) gefunden. Deshalb wird nach solchen Untersuchungen das Vorgehen der Chirurgen entscheidend beeinflusst.

Therapie

  • Spreizfußbehandlung, Lokalanästhesie
  • bei Beschwerdepersistenz operative Entfernung des Neuroms von plantar oder dorsal.
  • Einlage mit spezieller Entlastung für den betroffenen Intermetatarsalraum.

Literatur

  1. H. Kuhn, R. Gerdes-Kuhn ,H.-H. Küster: Zur Historie der Civinini-Durlacher-Neuropathie, genannt Morton Metatarsalgie. Fuß & Sprunggelenk 2007; 4, 269–272.
  2. 2,0 2,1 2,2 H. Waizy, C. Plaass, C. Stukenborg-Colsman: Die Mortonsche Neuralgie. Fuß & Sprunggelenk 2010; 8: 231–239.

Weiterführende Literatur

Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

22.10.2021
Physiologie | Toxikologie | Insektenkunde
Summ-Summ-Summ, Pestizide schwirr´n herum
Was Rapsfelder und Obstplantagen schützt, bedeutet für manche Organismen den Tod: Insektizide und Fungizide werden in der Landwirtschaft gegen Schädlinge und Pilze eingesetzt.
21.10.2021
Mikrobiologie | Genetik | Virologie
Kampf gegen Viren mit austauschbaren Verteidigungsgenen
Bakterien verändern mobile Teile ihres Erbgutes sehr schnell, um Resistenzen gegen Viren zu entwickeln.
21.10.2021
Genetik | Säugetierkunde
Endlich geklärt: Die Herkunft der heutigen Hauspferde
Pferde wurden zuerst in der pontisch-kaspischen Steppe im Nordkaukasus domestiziert, bevor sie innerhalb weniger Jahrhunderte den Rest Eurasiens eroberten.
21.10.2021
Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Entwicklungsbiologie | Säugetierkunde
Eizellenentnahme bei einem von zwei Nördlichen Breitmaulnashörnern eingestellt
Nach einer speziellen, umfassenden ethischen Risikobewertung hat das Team nun beschlossen, das ältere der beiden verbleibenden Weibchen – die 32-jährige Najin –, als Spenderin von Eizellen (Oozyten) in den Ruhestand zu schicken.
20.10.2021
Toxikologie | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Verheerende Auswirkungen von Insektenvernichtungsmittel
Neonicotinoide beeinflussen menschliche Neurone und schädigen potentiell somit nicht nur Insektenzellen, sie sind synthetisch hergestellte Wirkstoffe, die zur Bekämpfung von Insekten eingesetzt werden.
19.10.2021
Biochemie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Bioinformatik
Wie Künstliche Intelligenz dabei hilft, Enzymtätigkeit zu quantifizieren
Ein internationales Bioinformatikerteam entwickelte ein neues Verfahren, um die die Reaktionskinetik bestimmende Michaelis-Konstante vorherzusagen.
19.10.2021
Physiologie | Neurobiologie | Vogelkunde
Vogel-Pupillen verhalten sich anders als erwartet
Die Pupille regelt nicht nur den Lichteinfall ins Auge, sondern spiegelt den Zustand des wachen Gehirns wider.
20.10.2021
Ethologie | Neurobiologie | Säugetierkunde
Findet Rico - „den ganz besonderen Hund“
Zwei Forscherinnen sind auf der Suche nach „dem einen ganz besonderen Hund“.