Australien-Krokodil


Australien-Krokodil

Australien-Krokodil (Crocodylus johnsoni)

Systematik
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Krokodile (Crocodilia)
Familie: Echte Krokodile (Crocodylidae)
Gattung: Crocodylus
Art: Australien-Krokodil
Wissenschaftlicher Name
Crocodylus johnsoni
(Krefft, 1873)
Verbreitung

Das Australien-Krokodil (Crocodylus johnsoni) ist eine Art der Echten Krokodile (Crocodylidae). Es handelt sich dabei um die Süßwasserkrokodile Nordaustraliens, die den Salzwasser- oder Leistenkrokodilen (Crocodylus porosus) gegenübergestellt werden.

Merkmale

Das Australien-Krokodil gehört zu den kleineren Krokodilen und erreicht eine Länge von maximal drei Metern. Es hat eine auffällig schmale, spitze Schnauze. Die Färbung ist braun, wobei der Bauch sehr hell ist und über große Bauchschilde verfügt. Der Rücken und der Schwanz sind mit schwarzen Streifen gezeichnet.

Verbreitung

Der Lebensraum umfasst das gesamte Süßwassergebiet des McKinley-River im Northern Territory in Australien. Auch in Teilen von Queensland und Western Australia ist es zu finden.

Lebensweise

Das Australien-Krokodil lebt vor allem von Fischen, Krebstieren und Insekten, erbeutet jedoch auch regelmäßig Amphibien, andere Reptilien, Wasservögel oder kleine Säugetiere. Zur Fortpflanzungszeit wird ein Grubennest an exponierten Stellen gegraben. Dies erfolgt ausschließlich in der Trockenzeit, wenn die Krokodile nur in tiefen Pfützen leben. Die Verluste unter den Eiern und Jungtieren im ersten Jahr betragen etwa 95 % und sind somit extrem hoch.

Gefährdung von Menschen

Menschen sind durch das Australien-Krokodil deutlich weniger gefährdet als durch Leistenkrokodile. Australien-Krokodile gelten als weitgehend scheu und attackieren Menschen nur in Ausnahmefällen, etwa weil sie sich in die Enge getrieben fühlen oder weil sie ihren Nachwuchs schützen wollen. Auf lokalen australischen Warntafeln vor Australien-Krokodilen (freshwater crocodiles) wird vor der Möglichkeit schwerer Verletzungen gewarnt, während Warntafeln vor den deutlich aggressiveren Leistenkrokodilen ausdrücklich vor Lebensgefahr warnen.

Literatur

  • Charles A. Ross (Hrsg.): Krokodile und Alligatoren – Entwicklung, Biologie und Verbreitung, Orbis Verlag Niedernhausen 2002
  • Joachim Brock: Krokodile – Ein Leben mit Panzerechsen, Natur und Tier Verlag Münster 1998

Weblinks

Commons: Australien-Krokodil – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Die News der letzten Tage

06.12.2022
Biodiversität | Ökologie
Es geht ums Ganze beim Erhalt der biologischen Vielfalt
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Forschungsnetzwerks Biodiversität sowie Kolleginnen und Kollegen haben eine Liste konkreter Handlungen zum aktiven Schutz der biologischen Vielfalt vorgelegt.
05.12.2022
Botanik | Ökologie
Wie das Mikrobiom der Pflanzen mit dem Samen vererbt wird
Erst kürzlich konnten Forschende experimentell nachweisen, dass über den Samen Mikroorganismen von einer Pflanzengeneration zur nächsten vererbt werden.
05.12.2022
Biochemie | Bioinformatik | Mikrobiologie
Wie man zwei Milliarden Jahre zurückgeht und ein altes Enzym rekonstruiert
Forscher:innen der Universität Leipzig haben ein Rätsel in der Evolution von bakteriellen Enzymen gelöst.
02.12.2022
Ethologie | Säugetierkunde
Markierungsbäume von Geparden sind Hotspots der Kommunikation – auch für andere Tierarten
Markierungsbäume sind für Geparde wichtige Hotspots der Kommunikation: Dort tauschen sie über Duftmarken, Urin und Kot Informationen mit anderen und über andere Geparde aus.
02.12.2022
Land-, Forst-, Fisch- und Viehwirtschaft | Ökologie
DBU: Weltbodentag am 5. Dezember
Mittlerweile leben acht Milliarden Menschen auf der Welt und Ernährungssicherung wird zu einer dringendsten Herausforderungen unserer Zeit.
01.12.2022
Physiologie
Altern Frauen anders als Männer?
Studien an Fruchtfliegen zeigen, wie das biologische Geschlecht die Wirkung des derzeit vielversprechendsten Anti-Aging-Medikaments Rapamycin beeinflusst.
29.11.2022
Ethologie | Zoologie
Geschlechterrollen im Tierreich hängen vom Verhältnis von Weibchen und Männchen ab
Wie wählerisch sollten Weibchen und Männchen sein, wenn sie einen Partner auswählen?
28.11.2022
Ökologie | Paläontologie | Säugetierkunde
Fossil aus dem Allgäu: Biber leben seit mehr als 11 Millionen Jahren im Familen-Clan
Die Hammerschmiede im Allgäu, Fundstelle des Menschenaffen Danuvius, ist eine einmalige Fundgrube für Paläontologen: Bereits über 140 fossile Wirbeltierarten konnten hier geborgen werden.
28.11.2022
Anthropologie | Neurobiologie
Arbeitsgedächtnis: Vorbereitung auf das Unbekannte
Beim Arbeitsgedächtnis, oder auch Kurzeitgedächtnis genannt, galt lange die Theorie, dass seine Kernaufgabe die aktive Speicherung von Informationen über einen kurzen Zeitraum ist.
28.11.2022
Meeresbiologie | Ökologie
Offshore-Windparks verändern marine Ökosysteme
Der Ausbau von Offshore-Windparks in der Nordsee geht voran, doch die Konsequenzen für die marine Umwelt, in der sie errichtet werden, sind noch nicht vollständig erforscht.
25.11.2022
Evolution | Genetik | Neurobiologie
Was haben Oktopus und Mensch gemeinsam?
Kopffüßler sind hochintelligente Tiere mit komplexem Nervensystem, dessen Evolution mit der Entwicklung von auffällig viel neuer microRNA verbunden ist.