Anacampserotaceae

Anacampserotaceae
Anacampseros rufescens

Anacampseros rufescens

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Anacampserotaceae
Wissenschaftlicher Name
Anacampserotaceae
Eggli & Nyffeler

Die Anacampserotaceae sind eine erst 2010 beschriebene Familie aus der Ordnung der Nelkenartigen. Sie enthält etwa 40 sukkulente Arten in drei Gattungen und ist in Afrika, Australien und Amerika beheimatet. Sie ist eng verwandt mit den Kakteen.

Beschreibung

Die Arten der Familie sind kleinere Sträucher oder ausdauernde krautige Pflanzen mit dicken Stämmen, die bis auf Grahamia schleimhaltig sind. Gelegentlich ist der Stängel am Ansatz oder die Wurzeln zu Knollen verdickt. Die spiralig angeordneten, sukkulenten Blätter sind zylindrisch bis rund, selten abgeflacht, achselbürtig finden sich Haare, Borsten oder häutige Schuppenblättchen. [1]

Der seitliche oder endständige Blütenstand ist eine wenigblütige Thyrse, gelegentlich mit gestauchten Internodien, gelegentlich mit Schraubel. Die meist attraktiven, kleinen bis mittelgroßen Blüten sind zwittrig. Die zwei kelchblattartigen Blätter sind fleischig, dauerhaft und zur Fruchtzeit vertrocknend, es sind je fünf kronblattartige Blätter vorhanden. Es gibt 5 bis 25 Staubfäden, der aus drei verwachsenen Karpellen bestehende Fruchtknoten ist oberständig. Aus der Blütenhülle bildet sich eine Haube, bei Grahamia und Talinopsis sind die Staubfäden dauerhaft, bei Anacampseros-Arten fallen sie als Einheit ab. [1]

Die Früchte sind Kapseln, deren Exokarp hinfällig ist und sich - außer bei Grahamia - vom Endokarp trennt. Die Klappen des Endokarp bilden einen kleinen Korb. Die üblicherweise leicht eckigen, großen Samen sind blassgefärbt bis weiß. Die Außenhaut ist zweischichtig, die äußere Schicht von der inneren fast vollständig abgelöst. Strophiola oder Elaiosomen fehlen. [1]

Verbreitung

Die Familie ist weitverbreitet, ihre Verbreitung reicht von Süd- bzw. Ostafrika über Australien (Anacampseros) bis hin nach Amerika (Grahamia und Talinopsis in Argentinien, Bolivien, Mexico und den Vereinigten Staaten). [1]

Systematik

Äußere Systematik

Die Familie wurde 2010 von Urs Eggli und Reto Nyffeler anhand molekulargenetischer wie auch morphologischer Merkmale erstbeschrieben, die Typusgattung ist Anacampseros. Als ihr Schwestertaxon gelten die Kakteengewächse (Cactaceae):[1]





Talinaceae


     

Portulacaceae


     
Anacampserotaceae

Talinopsis


     

Grahamia


     

Anacampseros




     

Cactaceae






Ihr Umfang entspricht der ehemaligen Tribus Anacampseroteae Nyananyo ex G.D.Rowley in der Familie Portulacaceae s.l.[2]

Innere Systematik

Die Familie umfasst knapp 40 Arten in drei Gattungen, von denen zwei monotypisch sind. Die Gattungen sind:[1]

  • Anacampseros L.
  • Grahamia Gill. ex Hook. (monotypisch)
  • Talinopsis A.Gray (monotypisch)

Nachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Reto Nyffeler, Urs Eggli: Disintegrating Portulacaceae: A new familial classification of the suborder Portulacineae (Caryophyllales) based on molecular and morphological data. In: Taxon. Band 59, Nummer 1, 2010, S. 227–240.
  2. Reto Nyffeler: The closest relatives of cacti: insights from phylogenetic analyses of chloroplast and mitochondrial sequences with special emphasis on relationships in the tribe Anacampseroteae, In: American Journal of Botany. Band 94, Nummer 1, 2007, S. 89–101, DOI:10.3732/ajb.94.1.89.

Weblinks

 Commons: Anacampserotaceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Die News der letzten Tage

24.05.2022
Entwicklungsbiologie
Sind Mütter von Zwillingen fruchtbarer?
Sind Frauen, die Zwillinge haben, fruchtbarer?
23.05.2022
Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Mikropartikel mit Gefühl
Ein internationales Forschungsteam hat winzige Partikel entwickelt, die den Sauerstoffgehalt in ihrer Umgebung anzeigen.
23.05.2022
Paläontologie | Klimawandel | Meeresbiologie
Korallen als Klimaarchive
Ungewöhnlich gut erhaltene Riffkorallen aus der Geologisch-paläontologischen Sammlung der Universität Leipzig bergen ein großes Geheimnis: Sie lassen uns weit in die Vergangenheit reisen und die klimatischen Verhältnisse in unseren Breiten rekonstruieren.
19.05.2022
Ethologie | Meeresbiologie | Säugetierkunde
Delfine behandeln Hautprobleme an Korallen
Indopazifische Grosse Tümmler reiben sich vom Schnabel bis zur Schwanzflosse an Korallen: Forscherinnen belegen nun, dass die von den Delfinen speziell ausgesuchten Korallen biofunktionelle Eigenschaften aufweisen.
19.05.2022
Taxonomie | Paläontologie | Amphibien- und Reptilienkunde
Neue Krokodilart lebte vor 39 Millionen Jahren in Asien
Wissenschaftler haben in Vietnam die Fossilien einer bisher unbekannten Krokodilart identifiziert: Das knapp vier Meter lange, fast vollständig erhaltene Skelett aus der Fundstelle Na Duong gehört zu den langschnäuzigen Krokodilen aus der Verwandtschaft der Sundagaviale.
19.05.2022
Virologie | Parasitologie | Insektenkunde
Neue Virusvariante bedroht Bienengesundheit weltweit
Eine gefährliche Variante des Krüppelflügelvirus ist weltweit auf dem Vormarsch: Das Virus befällt Honigbienen, wird von der Varroamilbe übertragen und sorgt dafür, dass ihre Flügel verkümmern und die Tiere sterben.
17.05.2022
Evolution | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Leben am Vulkan – in zwei Schritten zur Anpassung
Ein internationales Team hat eine Wildpopulation der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) untersucht, die sich am Fuß eines Stratovulkans angesiedelt hat.
18.05.2022
Klimawandel | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Insektensterben: Was stört die Kolonie-Entwicklung der Steinhummel?
Bestäubende Insekten sind für die Biodiversität und die landwirtschaftliche Produktion unersetzlich - doch seit Jahren geht der Bestand an Bienen, Hummeln und weiteren Insekten stark zurück.
18.05.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Insektenvielfalt: Öko-Landbau oder Blühstreifen besser?
Wie wirksam Agrarumweltmaßnahmen für die biologische Vielfalt sind, hängt von verschiedenen Faktoren und dem jeweiligen Blickwinkel ab.
18.05.2022
Ethologie | Primatologie
Wie flexibel Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht und dabei besonderes Augenmerk auf individuelle Unterschiede und Flexibilität in den Kommunikationsstrategien von Orang-Utan-Müttern gelegt.
17.05.2022
Ökologie | Biodiversität | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Ökologie: Fließgewässer stehen weltweit schlecht da
Landwirtschaft, Habitatverlust oder Abwässer – menschgemachte Stressoren wirken sich negativ auf die biologische Vielfalt in Bächen und Flüssen aus.