Göttinger Wissenschaftler beschreiben Mechanismus hinter Mensch-Wildtier-Konflikten

Neues aus der Forschung

Göttinger Wissenschaftler beschreiben Mechanismus hinter Mensch-Wildtier-Konflikten

Meldung vom 02.10.2018

Fehlen wilde Beutetiere, greifen Raubtiere wie Wölfe häufig auf Nutzvieh zurück. Dies wiederum führt auch zu Vergeltungsmaßnahmen, bei denen Raubtiere getötet werden. Wilderei in Form von Jagd auf die Beutetiere von Raubtieren kann zur Verschärfung dieses Konflikts beitragen.


181003-1311_medium.jpg
 
Dr. Mahmood Soofi untersucht vom Wolf gerissenes Vieh nahe des Golestan-Nationalparks im Iran.
Soofi et al.
Assessing the relationship between the intensity of illegal hunting of ungulates, wild prey occurrence and livestock depredation rate by large carnivores
Journal of Applied Ecology
DOI: 10.1111/1365‐2664.13266


Neue Daten aus dem Norden des Iran liefern wichtige Hinweise für einen direkten Zusammenhang zwischen Wilderei und Übergriffen von Leoparden und Wölfen auf Nutzvieh. Das haben Wissenschaftler der Universität Göttingen herausgefunden. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Journal of Applied Ecology erschienen.

Dr. Matthias Waltert, Leiter der Arbeitsgruppe für Bedrohte Arten an der Universität Göttingen, und Dr. Igor Khorozyan untersuchten seit 2015 gemeinsam mit Naturschutzbiologen aus dem Iran 18 Gebiete im Bereich der hyrcanischen Wälder. Die Region weist bis heute beträchtliche Populationen von Raubtieren wie zum Beispiel Persischer Leopard, Braunbär und Wolf sowie von ihren Beutetieren auf. Die Region ist jedoch be-sonders von Wilderei betroffen, so dass in einigen Gebieten bereits Huftiere wie Maral, eine Form des Rot-hirsches, oder Reh ausgestorben sind.

„Unsere Untersuchungen zeigen, dass die augenblicklichen Anstrengungen, die Wildtiere der Region zu schützen, nicht effektiv genug sind“, sagt Dr. Mahmood Soofi, der für die Studie Wildtiererhebungen durch-geführt und Weidetierhalter befragt hat. „Um Konflikte zwischen Naturschutz, Jagd und Weidetierhaltern zu lösen, muss ein Teufelskreis durchbrochen werden: Wenn wilde Beutetiere zurückgehen, weichen Raubtiere auf Weidevieh aus, was wiederum zu Vergeltungsmaßnahmen, zum Beispiel in Form von Abschüssen von Leoparden, führt.“ Waltert ergänzt: „Wenn wir Wilderei effektiv bekämpfen wollen, müssen wir Strafverfol-gung mit Maßnahmen zur Konfliktminimierung kombinieren. Dazu gehört auch, dass wir die Ursachen der Wilderei genau kennen und angehen.“


Diese Newsmeldung wurde erstellt mit Materialien von idw-online


News der letzten 7 Tage

www.biologie-seite.de 12 Meldungen

Meldung vom 21.03.2019

Besiedlung in Zeitlupe

Langzeitexperiment in der Tiefsee der Arktis zeigt: Sesshafte Tiere können in großen Wassertiefen nur extrem ...

Meldung vom 21.03.2019

Möglicher Ur-Stoffwechsel in Bakterien entdeckt

Mikrobiologen aus Braunschweig, Tübingen und Konstanz entdecken, wie Bakterien Eisen-Schwefel-Minerale als En ...

Meldung vom 20.03.2019

Herzerkrankungen: Giftige Qualle hilft der Forschung

Studie der Universität Bonn nutzt Lichtrezeptor des Tieres, um Regulation des Herzschlages zu untersuchen.

Meldung vom 20.03.2019

Optischer Sensor soll Pflanzenzüchtung beschleunigen

System der Uni Bonn untersucht, wie Genaktivitäten und Reflexions-Eigenschaften von Pflanzen zusammenhängen. ...

Meldung vom 20.03.2019

Fünf-Punkte-Plan zur Integration der Hobbyangler in Fischerei- und Gewässerschutzpolitik

Weltweit gibt es etwa fünfmal mehr Hobbyangler als Berufsfischer. Bisher berücksichtigt die internationale F ...

Meldung vom 19.03.2019

Artenreiche Gärten: Oasen im Siedlungsraum von hohem sozialen Wert

Grünräume wie Schreber- oder Hausgärten sind in städtischen Ballungszentren für viele Menschen ein Zufluc ...

Meldung vom 19.03.2019

Expertenservice zum Welttag des Wassers

Am 22. März 2019 ist Weltwassertag. Zu diesem Anlass nennen Forschende des Leibniz-Instituts für Gewässerö ...

Meldung vom 19.03.2019

Ausgeflattert: Zwei Drittel weniger Tagfalter

Senckenberg-Wissenschaftler Thomas Schmitt hat in einem deutsch-polnischen Team die Auswirkungen verschiedener ...

Meldung vom 18.03.2019

Mikroben können auf Stickstoffmonoxid (NO) wachsen

Stickstoffmonoxid (NO) ist ein zentrales Molekül im Kreislauf des Elements Stickstoff auf der Erde. Eine Fors ...

Meldung vom 18.03.2019

Eine neue Schlangenart in Bayern - die Alpen-Barrenringelnatter

Forscher der Zoologischen Staatssammlung München (SNSB-ZSM) haben in der Alpenregion Bayerns eine bisher übe ...

Meldung vom 15.03.2019

Oszillation im Muskelgewebe

Wenn ein Muskel wächst oder eine Verletzung in ihm ausheilt, verwandelt sich ein Teil seiner Stammzellen in n ...

Meldung vom 14.03.2019

Lecker oder faulig- Ein abstoßender Geruch hemmt die Wahrnehmung eines angenehmen Duftes

In der Natur sind Essigfliegen unterschiedlichsten Duftgemischen ausgesetzt, die sowohl anziehende als auch ab ...


06.03.2019
Bindung mit Folgen
16.01.2019
Plötzlich gealtert

19.12.2018
Baum der Schrecken
07.11.2018
Plastik im Fisch
28.09.2018
Gestresste Pflanzen

13.08.2018
Wie Vögel lernen

15.06.2018
Primaten in Gefahr
24.05.2018
Störche im Aufwind

03.10.2018
Kenne Deinen Fisch!
03.10.2018
Leben ohne Altern
03.10.2018
Lebensraum Käse
03.10.2018
Domino im Urwald
03.10.2018
Trend-Hobby Imker
03.10.2018
Wie Bienen riechen

Newsletter

Neues aus der Forschung