Zwergginster

Zwergginster
Regensburger Zwergginster (Chamaecytisus ratisbonensis)

Regensburger Zwergginster (Chamaecytisus ratisbonensis)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Zwergginster
Wissenschaftlicher Name
Chamaecytisus
Link

Die Zwergginster (Chamaecytisus) sind eine Gattung von Zwergsträuchern der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Merkmale

Es sind Zwergsträucher, die Dornen tragen können. In Mitteleuropa sind nur dornenlose Arten heimisch. Die Blätter sind deutlich gestielt. Sie sind dreizählig gefiedert, die Fiederblättchen sind ganzrandig. Nebenblätter sind nicht vorhanden.

Die Blüten stehen in Trauben endständig an diesjährigen Trieben, kopfartig zusammengezogen und von einem Hochblattkranz umgeben. Oder die Blüten stehen einzeln bis zu viert an seitenständigen Kurztrieben in Blattachseln der vorjährigen Triebe. Der Blütenstiel ist ein bis sechs Millimeter lang und kürzer als der Kelch.

Der Kelch ist röhrenförmig und zweilippig mit zweizähniger Oberlippe und dreizähniger Unterlippe. Die Kelchzähne sind nicht so tief eingeschnitten wie die Lippen. Die Krone ist gelb. Selten ist sie weiß oder rot. Die Fahne ist länger als Flügel und Schiffchen. Das Schiffchen ist fast gerade und stumpf. Die 10 Staubblätter sind alle verwachsen. Der Griffel ist eingerollt. Die Blüten besitzen einen Klappmechanismus und werden durch langrüsslige Hummeln bestäubt.

Die Hülsen sind im Kelch ungestielt und deutlich länger als der Kelch. sie sind zusammengepresst und von schwarzer Farbe. Sie enthalten acht bis 16 Samen. Die Hülsen springen bei Reife auf, es sind Schleuderfrüchte, die Zwergginster sind Austrocknungsstreuer. Die Samen sind linsenförmig und haben einen Durchmesser von zwei bis vier Millimeter. Sie tragen ein Elaiosom. Die Samen werden durch Ameisen weiterverbreitet (Myrmekochorie).

Systematik

Purpur-Zwergginster (Chamaecytisus purpureus)
Kopf-Zwergginster (Chamaecytisus supinus)
Sprossender Zwergginster (Chamaecytisus prolifer)

Die Gattung Zwergginster wird innerhalb der Tribus Genisteae in die Subtribus Genistinae gestellt, zusammen mit Laburnum, Cytisophyllum, Cytisus, Ulex und Genista. Es gibt rund 40 Arten, von denen 35 in Europa vorkommen.[1] Die Gattung wurde von Johann Heinrich Friedrich Link 1831 im Handbuch zur Erkennung der nutzbarsten und am häufigsten vorkommenden Gewächse erstbeschrieben.[2] Die in Mitteleuropa heimischen Arten sind:[1]

  • Purpur-Zwergginster (Chamaecytisus purpureus (Scop.) Link) in Kärnten und Südtirol, darüber hinaus in den Südalpen und im Dinarischen Gebirge.
  • Österreichischer Zwergginster (Chamaecytisus austriacus (L.) Link) im Pannonischen Raum
  • Regensburger Zwergginster (Chamaecytisus ratisbonensis (Schaeff.) Rothm.)
  • Kopf-Zwergginster (Chamaecytisus supinus (L.) Link)
  • Rauhaariger Zwergginster (Chamaecytisus hirsutus (L.) Link)

Weitere Arten:

Literatur

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6

Weblinks

 Commons: Zwergginster (Chamaecytisus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Manfred A. Fischer (Red.): Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5
  2. Eintrag bei Tropicos

Die News der letzten Tage

16.08.2022
Parasitologie | Insektenkunde
Fächerflügler kennen keinen Schmerz
Ein Forschungsteam hat untersucht, wie weibliche Fächerflügler das Trauma der Paarung überstehen.
12.08.2022
Taxonomie
Eine neue Orchideenart aus den Bergen Tansanias
Der Bayreuther Biologe Andreas Hemp hat im Nordosten Tansanias eine bisher unbekannte Orchideenart der Gattung Rhipidoglossum entdeckt.
11.08.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Wie die Biodiversität in Weinbergen am besten gefördert wird
Forschende haben untersucht, wie sich eine biologische, biodynamische und konventionelle Bewirtschaftung in Weinbergen auf die Insektenfauna auswirkt.
11.08.2022
Ökologie | Säugetierkunde
Worin unterscheidet sich eine Stadtfledermaus von einer Landfledermaus?
Manche Fledermausarten kommen eher in Städten als auf dem Land vor.
10.08.2022
Ethologie | Säugetierkunde
Seehunden über die Schulter schauen
Wo finden Seehunde ihre Nahrung?
10.08.2022
Ethologie | Biodiversität
Der soziale Faktor der Tierwanderungen
Eine breite Spanne an Tierarten begibt sich auf große Wanderschaft – von kleinsten Insekten bis hin zu den größten Meeressäugetieren unseres Planeten.
10.08.2022
Mykologie | Genetik | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Wie ein Schadpilz seine Wirtspflanze wehrlos macht
Der Pilz Ustilago maydis befällt Mais und kann seinen Wirt erheblich schädigen.
09.08.2022
Biodiversität
Ursachen für die Vielfalt von Baumarten erforscht
Die Anzahl der in den äquatornahen Regionen wachsenden Baumarten ist signifikant höher als in den weiter nördlichen und südlichen Regionen der Erde.
09.08.2022
Evolution
Spurensuche: Abstammungslinien von Pseudoskorpionen
Die tropischen Wälder der Westghats, einer riesigen Gebirgskette in Westindien, sind die Heimat vieler diverser, insbesondere endemischer Arten.
09.08.2022
Neurobiologie
Können Springspinnen träumen?
Die Konstanzer Biologin Dr.
09.08.2022
Ökologie | Paläontologie | Primatologie
Neues von Orang-Utans und ihren ausgestorbenen Vorfahren
Ökologische Kontinuität zwischen Orang-Utans und ausgestorbenen Vorfahren zeigt Abhängigkeit von intakten Regenwäldern.
04.08.2022
Taxonomie
Neue Spinnengattung nach David Bowie benannt
Der bekannte Spinnenforscher Peter Jäger hat eine neue Gattung aus der Familie der Kammspinnen nach dem verstorbenen Popmusiker David Bowie benannt.
03.08.2022
Mikrobiologie | Toxikologie
Wie bakterielle Toxine bei tödlichen Angriffen wirken
Von Bakterien gebildete Toxine sind schädliche und oft tödliche Substanzen, sie treffen den Wirtsorganismus, wo es am meisten weh tut und fördern Infektionen und Krankheiten.
29.07.2022
Ethologie | Evolution | Primatologie
Kommunikation erleichtert den Schimpansen die Jagd
Ähnlich wie Menschen nutzen Schimpansen Kommunikation, um ihr kooperatives Verhalten zu koordinieren – etwa bei der Jagd.
29.07.2022
Meeresbiologie
Bestäubung durch Krebstiere
Biene des Meeres: Eine kleine Meerassel hilft bei der Befruchtung von Rotalgen.
22.07.2022
Anthropologie | Physiologie | Immunologie
Ekelerregende Videos mit Krankheitsbezug lösen Immunantwort aus
Personen, die mit krankheitsbezogenen ekelerregenden Videos konfrontiert werden, weisen eine erhöhte Konzentration der Antikörper Immunglobulin A im Speichel auf.