Sibirische Winterlibelle

Sibirische Winterlibelle
Sympecma paedisca, junges Weibchen

Sympecma paedisca, junges Weibchen

Systematik
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Kleinlibellen (Zygoptera)
Überfamilie: Lestoidea
Familie: Teichjungfern (Lestidae)
Gattung: Winterlibellen (Sympecma)
Art: Sibirische Winterlibelle
Wissenschaftlicher Name
Sympecma paedisca
(Brauer, 1877)

Die Sibirische Winterlibelle (Sympecma paedisca) ist eine Libellenart aus der Gattung der Winterlibellen (Sympecma), die zu der Familie der Teichjungfern (Lestidae) gehört.

Beschreibung

Sibirische Winterlibelle, mit Raureif überzogenes Männchen

Die Tiere erreichen eine Flügelspannweite von 4 bis 4,5 Zentimetern. Sie haben einen hell rotbraunen Körper mit einer dunklen Zeichnung auf dem Hinterleib. Die Augen und die Oberseite des Thorax sind dunkel. Die Brust der Tiere trägt zwei dunkle Streifen (Humeral- und Antehumeralstreifen). Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca) ist ihr sehr ähnlich, hat aber einen heller gefärbten Bauch. Bei der Sibirischen Winterlibelle weist der obere dunkle Streifen am Thorax (Antehumeral) eine kleine Ausbuchtung auf, die bei der Gemeinen Winterlibelle fehlt.

Vorkommen

Die Sibirische Winterlibelle ist vor allem in Asien und Osteuropa weit verbreitet, kommt aber nach Westen bis zur Rhône vor. Sie lebt an pflanzenreichen, stehenden Gewässern. In Deutschland ist die Art relativ selten und fast ausschließlich im Alpenvorland sowie an den Seenplatten Nordostdeutschlands zu finden.

Lebensweise

Die Sibirische Winterlibelle überwintert als Imago. Dies kann entweder in Gewässernähe oder auch weit abseits von Gewässern erfolgen, wo man die Tiere mit Glück in Schlupfwinkeln oder in der Vegetation verborgen findet. An sonnigen Tagen unterbrechen sie ihre Winterruhe und können herumfliegend beobachtet werden. Ab Anfang April findet man sie wieder am Gewässer zur Paarung und Eiablage, ehe die überwinternde Generation (im Frühjahr kenntlich durch leuchtend tiefblaue Augen) Ende Mai abstirbt. Die Larvenentwicklung ist bereits nach drei Monaten abgeschlossen und die nächste Generation erscheint wieder ab Ende Juli. Am Gewässer sitzen die Winterlibellen meist ruhig und gut getarnt an hellen Stängeln, wobei sie ihre Flügel an den Körper legen. Diese Flügelhaltung ist untypisch für Teichjungfern. Bei der Eiablage werden die Eier in schwimmende Pflanzenteile gestochen. Nur selten geschieht dies nicht im Tandem. Das Verhalten gleicht dem von S. fusca.

Über ihre Entwicklung ist nicht viel bekannt, sie dürfte aber ähnlich wie bei S. fusca verlaufen.

Literatur

  • Gerhard Jurzitza: Der Kosmos-Libellenführer. Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co., Stuttgart, 2000, ISBN 3-440-08402-7

Weblinks

Die News der letzten Tage

29.09.2022
Physiologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Algen als mikroskopische Bioraffinerien
Fossile Rohstoffe sind begrenzt und nicht überall auf der Welt vorhanden oder dem Abbau zugänglich.
29.09.2022
Mikrobiologie | Physiologie
Neue Bakterienart im Darm entdeckt
Ob Pflanze, Tier oder Mensch, lebende Organismen sind von einer Vielzahl an Bakterien besiedelt.
28.09.2022
Genetik | Paläontologie | Evolution | Säugetierkunde
Genom-Zusammensetzung des frühesten gemeinsamen Vorfahren aller Säugetiere rekonstruiert
Das rekonstruierte Vorfahren-Genom kann zum Verständnis der Evolution der Säugetiere und zum Erhalt der heutigen Wildtiere beitragen.
27.09.2022
Genetik | Immunologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Thema Ernährungssicherheit: Struktur von Weizen-Immunprotein entschlüsselt
Ein internationales Forschungsteam hat entschlüsselt, wie Weizen sich vor einem tödlichen Krankheitserreger schützt.
26.09.2022
Ethologie
Neues von den gruppenlebenden Tieren: Hilfsbereitschaft und Familienbande
Die Bereitschaft, Artgenossen zu helfen, unterscheidet sich von Tierart zu Tierart – und auch zwischen Männchen und Weibchen.
26.09.2022
Anthropologie | Paläontologie | Klimawandel
Evolution des Menschen: Klimaschwankungen in Ostafrika ein Motor
Interdisziplinäre Forschung in Südäthiopien zeigt, wie Schlüsselphasen des Klimawandels die menschliche Evolution beinflusste.
26.09.2022
Ökologie | Klimawandel | Meeresbiologie
Schritthalten mit dem Klimawandel?
Die für die Nahrungsnetze der Ozeane wichtigen Copepoden können sich genetisch an wärmere und saurere Meere anpassen.
26.09.2022
Anthropologie | Mikrobiologie | Physiologie
Mehr als nur Bauchgefühl
Die Strömungsgeschwindigkeit in unserem Verdauungssystem bestimmt unmittelbar, wie gut die Nährstoffe vom Darm aufgenommen werden und wie viele Bakterien darin leben.
26.09.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Mehrjährige Blühstreifen in Kombination mit Hecken: das gefällt unseren Wildbienen
Landwirtinnen und Landwirte sollten ein Netzwerk aus mehrjährigen Blühstreifen in Kombination mit Hecken schaffen, um Wildbienen ein kontinuierliches Blütenangebot zu bieten.