Koronare Flussreserve

Physiologisch ist die Koronare Flussreserve (CFR von coronary flow reserve) der Quotient des maximalen Blut-Volumenstroms in den Koronararterien unter Belastung und des Blut-Volumenstroms in den Koronararterien in Ruhe. Es ist also der maximale zusätzliche Volumenstrom, der den Herzmuskel versorgen kann, wenn es belastet wird und einen erhöhten Bedarf an Blutversorgung hat.[1]

Sie wird üblicherweise als Quotient von maximalem Belastungs- und Ruhe-Volumenstrom angegeben.[2]

Beim Gesunden kann die CRF den Wert 6 oder höher betragen[1]; als normal werden Werte oberhalb von 3,5 angesehen. Die CFR ist unter anderem erniedrigt bei Stenosen in den Koronararterien, bei Bluthochdruck, beim Kardialen Syndrom X und bei der Hypertrophen Kardiomyopathie.[3]

Goldstandard zur Bestimmung der Koronaren Flussreserve ist die Untersuchung mit einem intrakoronaren Doppler-Draht im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung. Des Weiteren werden PET sowie die transthorakale Echokardiografie bei der LAD eingesetzt. Allen Methoden gemeinsam ist, dass zunächst eine Untersuchung in Ruhe durchgeführt wird und dann unter medikamentöser Belastung wiederholt wird, zumeist mit Adenosin.[3]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Zamir M (2005) The Physics of Coronary Blood Flow Seite 27ff ISBN 0387252975
  2. Petkow-Dimitrow P (2002) Coronary Flow Reserve: Measurement and Application: Focus on Transthoracic Doppler Echocardiography Seite 5 ISBN 1402072139
  3. 3,0 3,1 Petkow-Dimitrov P (2004) Transthoracic Doppler Echocardiography: Noninvasive Diagnostic Window for Coronary Flow Assessment Volume 5 (2):55-65
Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

22.10.2021
Physiologie | Toxikologie | Insektenkunde
Summ-Summ-Summ, Pestizide schwirr´n herum
Was Rapsfelder und Obstplantagen schützt, bedeutet für manche Organismen den Tod: Insektizide und Fungizide werden in der Landwirtschaft gegen Schädlinge und Pilze eingesetzt.
21.10.2021
Mikrobiologie | Genetik | Virologie
Kampf gegen Viren mit austauschbaren Verteidigungsgenen
Bakterien verändern mobile Teile ihres Erbgutes sehr schnell, um Resistenzen gegen Viren zu entwickeln.
21.10.2021
Genetik | Säugetierkunde
Endlich geklärt: Die Herkunft der heutigen Hauspferde
Pferde wurden zuerst in der pontisch-kaspischen Steppe im Nordkaukasus domestiziert, bevor sie innerhalb weniger Jahrhunderte den Rest Eurasiens eroberten.
21.10.2021
Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Entwicklungsbiologie | Säugetierkunde
Eizellenentnahme bei einem von zwei Nördlichen Breitmaulnashörnern eingestellt
Nach einer speziellen, umfassenden ethischen Risikobewertung hat das Team nun beschlossen, das ältere der beiden verbleibenden Weibchen – die 32-jährige Najin –, als Spenderin von Eizellen (Oozyten) in den Ruhestand zu schicken.
20.10.2021
Toxikologie | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Verheerende Auswirkungen von Insektenvernichtungsmittel
Neonicotinoide beeinflussen menschliche Neurone und schädigen potentiell somit nicht nur Insektenzellen, sie sind synthetisch hergestellte Wirkstoffe, die zur Bekämpfung von Insekten eingesetzt werden.
20.10.2021
Ethologie | Neurobiologie | Säugetierkunde
Findet Rico - „den ganz besonderen Hund“
Zwei Forscherinnen sind auf der Suche nach „dem einen ganz besonderen Hund“.