Kiefernspinner

Kiefernspinner
Kiefernspinner (Dendrolimus pini), ♂

Kiefernspinner (Dendrolimus pini), ♂

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Glucken (Lasiocampidae)
Unterfamilie: Lasiocampinae
Gattung: Dendrolimus
Art: Kiefernspinner
Wissenschaftlicher Name
Dendrolimus pini
(Linnaeus, 1758)

Der Kiefernspinner (Dendrolimus pini) ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Glucken (Lasiocampidae).

Merkmale

Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 50 bis 80 Millimetern. Ihre Färbung ist sehr variabel und variiert zwischen hellgrau, fuchsrot und schwarzbraun. Auf den Vorderflügeln haben sie drei gezackte, dunkelbraune Querbinden, wobei die durch die Binden abgegrenzten Bereiche eine andere Färbung haben können. Dicht an der Binde, die die nächste zum Flügelansatz hin ist, haben sie einen kleinen, weißen Punkt.[1]

Die Raupen werden ca. 70 Millimeter lang. Sie haben eine graubraune oder gelblich graue Grundfarbe und hell eingefasste, rautenförmige Flecken am Rücken. An den Seiten haben sie dichte, helle Haarbüschel und braune Längsstreifen. Wenn die Raupen beunruhigt werden stülpen sie aus den Brustsegmenten am Rücken zwei metallisch blaue Haarpolster aus.[1]

Unterarten

  • Dendrolimus pini cederensis Daniel, 1939[2]
  • Dendrolimus pini iberica Schawerda, 1926[2]
  • Dendrolimus pini pini Linnaeus, 1758[2]
  • Dendrolimus pini schultzeana Rebel, 1934[2]

Vorkommen

Die Tiere kommen in fast ganz Europa, außer Teilen der Iberischen Halbinsel, dem hohen Norden und Großbritannien, östlich bis nach Ostasien vor.[3] Sie leben in Kiefernwäldern, wobei sie Wälder mit sandigen Böden und Kontinentalklima bevorzugen. Sie neigten früher zu Massenvermehrungen, sie kommen aber mittlerweile nur mehr vereinzelt, aber nicht selten vor.[1] Ausführliche Studien zu großen Massenvermehrungen, wie etwa in den Kieferwäldern bei Wiener Neustadt, wurden immer wieder betrieben.[4] [5]

Lebensweise

Sowohl die Männchen als auch die Weibchen sind nachtaktiv.[1]

Flug- und Raupenzeiten

Die Falter fliegen von Anfang Juni bis Mitte August, die Raupen findet man von August bis Juni des nächsten Jahres.[6]

Nahrung der Raupen

Die Raupen ernähren sich ausnahmslos von den Nadeln von Nadelbäumen, wobei sie vor allem auf Waldkiefer (Pinus sylvestris) und anderen Kiefernarten zu finden sind, sie fressen aber auch an Fichten (Picea abies) und Weißtanne (Abies alba).[1]

Entwicklung

Die Weibchen legen ihre langgestreckten, gelblichen Eier in kleinen, bis zu 30 Stück umfassenden Gruppen an die Nadeln ihrer Futterpflanzen. Die Raupen schlüpfen noch im selben Jahr und fressen je nach Temperatur bis in den November. Sie entwickeln sich unterschiedlich schnell, weswegen sie in unterschiedlichen Häutungsstadien zusammengerollt am Boden, im Streu überwintern. Sie verkriechen sich dabei meist dicht am Stamm unter Moos und Nadeln. Im nächsten Frühling sind sie früh aktiv und sind dann schon von März bis in den Juni hinein ausgewachsen. Gelegentlich überwintern die Raupen zweimal[6]. Sie verpuppen sich in einem langgestreckten, gelblichen Kokon auf den Zweigen ihrer Futterpflanzen zwischen Nadeln[1].

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Heiko Bellmann: Der Neue Kosmos Schmetterlingsführer, Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen, S. 80, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co, Stuttgart 2003, ISBN 3-440-09330-1
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Dendrolimus pini (Linnaeus 1758). Fauna Europaea, Version 1.3, 19.04.2007, abgerufen am 26.12.
  3. Hans-Josef Weidemann, Jochen Köhler: Nachtfalter, Spinner und Schwärmer, S. 106f, Naturbuch-Verlag, Augsburg 1996, ISBN 3-89440-128-1
  4. Franz Kramlinger, Dendrolimus pini L. aus den Kieferwäldern bei Wiener-Neustadt, Entomologische Vereinigung "Sphinx", Wien 1913 Tafel
  5. Else Jahn, Zum Kiefernspinnerauftreten 1962/1963 im Steinfeld in Niederösterreich, Zeitschrift für Angewandte Entomologie, Volume 54, 1964
  6. 6,0 6,1 Manfred Koch: Wir bestimmen. Schmetterlinge. Band 2. Bären, Spinner, Schwärmer und Bohrer Deutschlands. Neumann Verlag Radebeul 2. Auflage 1964

Literatur

  • Walter Weckwerth: Der Kiefernspinner und seine Feinde. 2., unveränderte Auflage. Die neue Brehm-Bücherei, Heft 65. Westarp-Wissenschaften-Verlags-Gesellschaft, Hohenwarsleben 2004, 40 S., ISBN 3-89432-551-8
  • Fritz Schwerdtfeger: Kampf dem Kiefernspinner. Einführung in die Lebensweise und Bekämpfung des Kiefernspinners (Dendrolimus pini L.). Neumann, Radebeul und Berlin 1949, 40 S.

Weblinks

 Commons: Kiefernspinner – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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