Baikalrobbe



Baikalrobbe

Baikalrobbe (Pusa sibirica)

Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Hundeartige (Cynoidea)
Familie: Hundsrobben (Phocidae)
Gattung: Pusa
Art: Baikalrobbe
Wissenschaftlicher Name
Pusa sibirica
(Gmelin 1788)
Lebende Baikalrobbe im Baikal-Museum in Listwjanka
Ausgestopfte Baikalrobbe im Baikal-Museum in Listwjanka
Ausgestopfte Baikalrobbe im Baikal-Museum in Listwjanka

Die Baikalrobbe (Pusa sibirica, Syn: Phoca sibirica, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:ISO15924:97: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Baikalskaja Nerpa) ist eine endemische Robbe des sibirischen Baikalsees. Als einzige Robbenart lebt sie ausschließlich im Süßwasser.

Merkmale

Mit einer Länge von etwa 130 cm ist die Baikalrobbe eine kleine Robbenart. Ihre Farbe ist graubraun, wobei die Unterseite etwas heller ist. Manchmal zeigt sich eine undeutliche Fleckenzeichnung.

Lebensraum

Der Baikalsee ist der einzige Ort, an dem diese Robbenart vorkommt. Nur manchmal wandern Einzeltiere in die zum See hinfließenden Wasserläufe, bleiben aber niemals lange dort. Obwohl auch andere Robben im Süßwasser vorkommen (wie manche Unterarten der Ringelrobbe und des Seehunds), ist die Baikalrobbe die einzige Art, die ausschließlich im Süßwasser lebt.

Lebensweise

Da der Baikalsee im Winter von einer etwa 90 cm dicken Eisschicht bedeckt ist, halten sich die Robben in dieser Zeit an Eislöchern auf, die sie selbst durch den Einsatz der Krallen und Zähne offen halten. Im späten Winter gehen die trächtigen Weibchen auf das Eis, graben sich eine Höhle in den Schnee und bringen dort ihr einziges Junges zur Welt; in 4 % der Fälle kommt es zu Zwillingsgeburten (höchste Rate unter allen Robben).

Im Sommer sammeln sich die Baikalrobben im südöstlichen Teil des Sees, da dort die Nahrungsbedingungen am besten sind. Wenn der See zufriert, verteilen sie sich über den gesamten See. Baikalrobben sind einzelgängerische Tiere, doch können sich mehrere Robben ein Eisloch teilen.

Die Nahrung der Baikalrobben besteht ausschließlich aus Fischen, vor allem aus Baikal-Ölfischen und Baikalgroppen. Um diese zu erbeuten, tauchen die Robben bis zu 180 m tief und 25 Minuten lang.

Gefährdung und Schutz

Nachdem die Jagd in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Baikalrobbe an den Rand der Ausrottung gebracht hatte, hatten sich die Bestände zwischenzeitlich einigermaßen erholt. Eine Zählung 1994 ergab einen Bestand von 104.000 Baikalrobben; nachdem eine neue Zählung 2000 auf 84.000 Tiere kam, gibt es Diskussionen über die Ursachen für diesen neuen Bestandsrückgang. Als eine Ursache wird die Jagd angesehen, die weiter legal ist. Weiterhin gibt es Probleme mit Gifteinleitungen, verenden Robben in Fischernetzen und an der Hundestaupe, die regelmäßig mehrere tausend Robben infiziert.

Die Weltnaturschutzunion IUCN führt die Baikalrobbe in der Roten Liste gefährdeter Arten als nicht gefährdet (Least Concern).

Sonstiges

Nach einer gängigen Theorie stammen die Baikalrobben von der Ringelrobbe ab; seit 500.000 Jahren sind die Bestände voneinander getrennt. Wie die Robben in den weit von jedem Ozean entfernten See gelangt sind, ist nach wie vor rätselhaft.

Als einziger Zoo in Europa hält der Zoo Leipzig eine weibliche Baikalrobbe. Weitere Haltungen sind zurzeit nur aus Russland und vor allem aus Japan bekannt. In Japan ist die Haltung der Baikalrobben recht verbreitet. Im April 2006 gelang im Niigata-Aquarium die weltweit erste erfolgreiche Nachzucht einer Baikalrobbe.

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. 6th Edition. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999, ISBN 0-8018-5789-9

Weblinks

Commons: Baikalrobbe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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