Wildkatze breitet sich in Teilen Deutschlands wieder aus

Neues aus der Forschung

Meldung vom 09.11.2015

Die Europäische Wildkatze breitet sich in Teilen West- und Süddeutschlands wieder aus. Gleichzeitig wurden aber in vielen Wäldern, die als Lebensraum geeignet wären, noch keine Wildkatzen nachgewiesen.


Das ist ein Ergebnis des Projekts „Wildkatzensprung“ des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Um die Wiederausbreitung der Wildkatze zu unterstützen, hat der BUND in fünf Bundesländern „grüne Korridore“ zwischen Wildkatzenwäldern gepflanzt. Das Projekt „Wildkatzensprung“ wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

In einer weltweit einmaligen Untersuchung der Wildkatzenbestände wurden seit 2011 in zehn Bundesländern mehr als 2.400 Haarproben gesammelt und genetisch analysiert. Ein deutliches Ergebnis: Es gibt Fragmentierungen, d.h. genetische Trennungen zwischen den verschiedenen Wildkatzenbeständen. Zudem ist keine Wildkatze in mehr als einem Waldgebiet nachgewiesen worden. Dies deutet auf Ausbreitungsbarrieren hin, die Wildkatzen schwer überwinden können. „Während beispielsweise in Nordrhein-Westfalen in der Nähe von Bonn oder in Nord- und Mittelbayern überraschend viele Nachweise gelangen, sind im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und im Osten Deutschlands noch immer keine Wildkatzen heimisch“, erläuterte Prof. Hubert Weiger, Bundesvorsitzender des BUND. „Dies zeigt, dass die Wildkatzen bis hierhin noch nicht wandern konnten und an ihrer Wiederausbreitung gehindert werden.“

Das Projekt „Wildkatzensprung“ setzt hier seit vier Jahren an: Beispielhaft in Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen wurden Wälder durch „grüne Korridore“, d.h. Waldverbindungen aus Bäumen und Büschen, wieder miteinander verbunden. „Straßen und Siedlungen wachsen und zerschneiden die Wälder. Gehölzgruppen und -säume gehen durch die Intensivierung der Landbewirtschaftung verloren. Um der Wildkatze und mit ihr vielen anderen gefährdeten Tieren eine Chance zu geben, müssen wir deutschlandweit ein Netz verbundener Wäldern schaffen“, betonte Dr. Alfred Herberg, der im BfN den Fachbereich „Schutz, Entwicklung und nachhaltige Nutzung von Natur und Landschaft“ leitet. „Die Waldverbindungen des Projekts ‚Wildkatzensprung‘ zeigen, dass dies mit einer breiten Unterstützung vor Ort gelingen kann. Damit veranschaulicht dieses Projekt aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt, dass der Schutz der Artenvielfalt eng verknüpft ist mit der Förderung der Zusammenarbeit der vielen beteiligten Akteure.“

Wie anspruchsvoll diese Zusammenarbeit ist, zeigen die Erfahrungen des BUND. Unterschiedlichste Interessen von Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaft, Behörden, Jagd, Forst und Naturschutz mussten zusammengeführt werden. Den Erfolg brachten offene Gespräche, pragmatische Lösungen und zuverlässige Partner vor Ort – eine Schlüsselrolle, die oftmals Ehrenamtliche übernommen haben. Mehr als 1.200 freiwillige Helferinnen und Helfer und „Wildkatzenbotschafter“ haben dem BUND unter anderem dabei geholfen, Haarproben zu sammeln und Waldverbindungen zu pflanzen. „Das Projekt ‚Wildkatzensprung‘ ist nicht nur eines der größten Naturschutzprojekte Europas, sondern auch beispielhaft für die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in die Wissenschaft als sogenanntes „Citizen Science“-Projekt. Laien und Wissenschaftler sind gemeinsam der Wildkatze in Deutschland auf die Spur gekommen – in einem Umfang, wie er bislang nicht möglich war“, so Prof. Hubert Weiger.

Hintergrundinformation: Das Projekt „Wildkatzensprung“ wird seit 2011 und bis 2017 im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.bund.net/wildkatzensprung und www.biologischevielfalt.de/bp_pj_wildkatzensprung.html.

Die Agentur Publicis Pixelpark unterstützt das Projekt „Wildkatzensprung“ als Partner für Kommunikation.

In einer weltweit einmaligen Untersuchung der Wildkatzenbestände wurden seit 2011 in zehn Bundesländern mehr als 2.400 Haarproben gesammelt und genetisch analysiert. Ein deutliches Ergebnis: Es gibt Fragmentierungen, d.h. genetische Trennungen zwischen den verschiedenen Wildkatzenbeständen. Zudem ist keine Wildkatze in mehr als einem Waldgebiet nachgewiesen worden. Dies deutet auf Ausbreitungsbarrieren hin, die Wildkatzen schwer überwinden können. „Während beispielsweise in Nordrhein-Westfalen in der Nähe von Bonn oder in Nord- und Mittelbayern überraschend viele Nachweise gelangen, sind im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und im Osten Deutschlands noch immer keine Wildkatzen heimisch“, erläuterte Prof. Hubert Weiger, Bundesvorsitzender des BUND. „Dies zeigt, dass die Wildkatzen bis hierhin noch nicht wandern konnten und an ihrer Wiederausbreitung gehindert werden.“

Das Projekt „Wildkatzensprung“ setzt hier seit vier Jahren an: Beispielhaft in Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen wurden Wälder durch „grüne Korridore“, d.h. Waldverbindungen aus Bäumen und Büschen, wieder miteinander verbunden. „Straßen und Siedlungen wachsen und zerschneiden die Wälder. Gehölzgruppen und -säume gehen durch die Intensivierung der Landbewirtschaftung verloren. Um der Wildkatze und mit ihr vielen anderen gefährdeten Tieren eine Chance zu geben, müssen wir deutschlandweit ein Netz verbundener Wäldern schaffen“, betonte Dr. Alfred Herberg, der im BfN den Fachbereich „Schutz, Entwicklung und nachhaltige Nutzung von Natur und Landschaft“ leitet. „Die Waldverbindungen des Projekts ‚Wildkatzensprung‘ zeigen, dass dies mit einer breiten Unterstützung vor Ort gelingen kann. Damit veranschaulicht dieses Projekt aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt, dass der Schutz der Artenvielfalt eng verknüpft ist mit der Förderung der Zusammenarbeit der vielen beteiligten Akteure.“

Wie anspruchsvoll diese Zusammenarbeit ist, zeigen die Erfahrungen des BUND. Unterschiedlichste Interessen von Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaft, Behörden, Jagd, Forst und Naturschutz mussten zusammengeführt werden. Den Erfolg brachten offene Gespräche, pragmatische Lösungen und zuverlässige Partner vor Ort – eine Schlüsselrolle, die oftmals Ehrenamtliche übernommen haben. Mehr als 1.200 freiwillige Helferinnen und Helfer und „Wildkatzenbotschafter“ haben dem BUND unter anderem dabei geholfen, Haarproben zu sammeln und Waldverbindungen zu pflanzen. „Das Projekt ‚Wildkatzensprung‘ ist nicht nur eines der größten Naturschutzprojekte Europas, sondern auch beispielhaft für die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in die Wissenschaft als sogenanntes „Citizen Science“-Projekt. Laien und Wissenschaftler sind gemeinsam der Wildkatze in Deutschland auf die Spur gekommen – in einem Umfang, wie er bislang nicht möglich war“, so Prof. Hubert Weiger.

Hintergrundinformation: Das Projekt „Wildkatzensprung“ wird seit 2011 und bis 2017 im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.bund.net/wildkatzensprung und www.biologischevielfalt.de/bp_pj_wildkatzensprung.html.

Die Agentur Publicis Pixelpark unterstützt das Projekt „Wildkatzensprung“ als Partner für Kommunikation.


Diese Newsmeldung wurde erstellt mit Materialien von idw-online


News der letzten 7 Tage

www.biologie-seite.de 14 Meldungen

Meldung vom 17.05.2019

Echoortung von Fledermäusen - Exzellente Navigation mit wenig Information

LMU-Forscher widerlegen bisherige Annahmen über die Echoortung: Fledermäuse haben deutlich weniger räumlich ...

Meldung vom 17.05.2019

Neues Petersilien-Virus von Braunschweiger Forschern entdeckt space

Neues Petersilien-Virus kommt im Raum Braunschweig und anderen Teilen Deutschlands vor.

Meldung vom 16.05.2019

Bettgenosse gesucht: Wer war der erste Wirt der Bettwanzen

Ein internationales Team von Wissenschaftlern unter der kooperativen Leitung des TUD Biologen Prof. Klaus Rein ...

Meldung vom 15.05.2019

Schimpansen graben mit Werkzeugen nach Futter

Forschungsteam filmt im Zoo erstmals, wie die Menschenaffen vorgehen, um an vergrabene Leckereien zu kommen.

Meldung vom 15.05.2019

Übersatte Bakterien machen den Menschen krank

SFB 1182-Forschungsteam schlägt in einer neuen Hypothese vor, dass Entzündungskrankheiten durch ein Nahrungs ...

Meldung vom 15.05.2019

Große Fragen zur Rolle mikroskopischen Lebens für unsere Zukunft

Wie Mikroorganismen die dynamische Entwicklung unserer Erde beeinflussen.

Meldung vom 15.05.2019

Wälder tragen weniger zum Klimaschutz bei als vermutet

Eine Studie mit Beteiligung der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL könnte ein Dämp ...

Meldung vom 15.05.2019

Ausgezirpt - Drastischer Biomasseverlust bei Zikaden in Deutschland

In der April- Ausgabe der vom Bundesamt für Naturschutz herausgegebenen Zeitschrift „Natur und Landschaft ...

Meldung vom 14.05.2019

Relaisstation im Gehirn steuert unsere Bewegungen

Die Relaisstation des Gehirns, die Substantia nigra, beherbergt verschiedene Arten von Nervenzellen und ist f ...

Meldung vom 14.05.2019

Archaeopteryx bekommt Gesellschaft

Forscher der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie (SNSB-BSPG) sowie der LMU München be ...

Meldung vom 14.05.2019

Geschlechtsreife Aale bauen ihre Knochen ab

Um zu ihren Fortpflanzungsgebieten zu gelangen, schwimmen Europäische Aale mehrere Tausend Kilometer auf die ...

Meldung vom 13.05.2019

Universität Stuttgart benennt neue Bärtierchen-Art: Milnesium inceptum entdeckt

Eine neue Bärtierchen-Art wurde von Dr. Ralph Schill vom Institut für Biomaterialien und biomolekulare Syste ...

Meldung vom 13.05.2019

Anglerinnen und Angler sorgen für Fischartenvielfalt im Baggersee

Forschende des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) haben zusammen mit Fischere ...

Meldung vom 09.05.2019

Wie Stammzellen ein Gehirn korrekter Größe und Zusammensetzung bauen

Im Laufe der Gehirnentwicklung erzeugen Stammzellen unterschiedliche Typen von Neuronen zu unterschiedlichen Z ...


03.05.2019
Eine Frage der Zeit
24.04.2019
Kraftwerk ohne DNA

06.03.2019
Bindung mit Folgen
16.01.2019
Plötzlich gealtert

19.12.2018
Baum der Schrecken
07.11.2018
Plastik im Fisch
28.09.2018
Gestresste Pflanzen

13.08.2018
Wie Vögel lernen

15.06.2018
Primaten in Gefahr
24.05.2018
Störche im Aufwind
09.11.2015
Kenne Deinen Fisch!
09.11.2015
Leben ohne Altern
09.11.2015
Lebensraum Käse
09.11.2015
Domino im Urwald
09.11.2015
Trend-Hobby Imker
09.11.2015
Wie Bienen riechen

Newsletter

Neues aus der Forschung