Auftauende arktische Permafrostböden: eine der größten Umweltgefahren

Neues aus der Forschung

Auftauende arktische Permafrostböden: eine der größten Umweltgefahren

Meldung vom 08.03.2019

Die Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEP) warnt in ihrem neuen Bericht „Frontiers 2018/19: Emerging Issues of Environmental Concern“ vor fünf drohenden und bisher unterschätzten Umweltgefahren. Eine dieser Gefahren ist das Auftauen der arktischen Permafrostböden. Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten, Moorkundler und Paläoökologe der Universität Greifswald, schildert im Kapitel „Permafrost Peatlands: Losing ground in a warming world“ die wissenschaftlichen Grundlagen und globalen Konsequenzen.


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Permafrostmoore in der Republik Komi
UNEP-Report: Frontiers 2018/19: Emerging Issues of Environmental Concern
Auftauende arktische Permafrostböden: eine der größten Umweltgefahren
Kapitel „Permafrost Peatlands:Losing Ground in a Warming World“ S. 38–48

Etwa 23 Millionen Quadratkilometer Boden liegen bisher in den nördlichen Regionen der Welt ganzjährig unter 0 °C, ein großer Teil davon sind Moore. Gefroren speichern diese etwa die Hälfte allen Kohlenstoffs, der weltweit in Böden festgehalten ist. Durch die Klimakrise erwärmen sich die Böden und tauen auf. Infolgedessen wird der Kohlenstoff als Kohlendioxid und als Methan in die Atmosphäre freigesetzt. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Grenze der Permafrostregion bereits bis zu 80 Kilometer nach Norden verschoben, die weltweite Permafrostfläche hat deutlich abgenommen.

Aufgetaute trockene Moorböden bergen zusätzlich die Gefahr klimaschädlicher Torfbrände, die unterirdisch über lange Zeit brennen, schwer zu löschen sind und die Gesundheit von Menschen in großen Regionen schädigen. Bergbau, Landwirtschaft und wachsende Infrastruktur bedrohen den Permafrost zusätzlich – auch als Lebensraum einheimischer Bevölkerung. Tauender Permafrost gilt als einer der Tipping points (dt. Kippunkte) einer nicht aufzuhaltenden Erderwärmung. Der Bericht sieht die Arktis bereits in einem gravierenden Wandel und fordert den Schutz und Erhalt sowie einen klugen Umgang mit bestehenden Moorböden.

Der Bericht enthält neben vielen detaillierten Hintergrundinformationen und Grafiken auch eine neue zirkumpolare Karte der Verbreitung von Permafrost und Mooren, die auf Basis der Daten der Greifswalder Global Peatland Database durch das Greifswald Moor Centrum erstellt wurde.

Weitere Informationen:

Der „Frontiers“-Report des UN-Umweltprogramms thematisiert Umweltrisiken, die bisher nicht ausreichend wahrgenommen und bekämpft werden, jedoch weltweite Konsequenzen für Klima, Umwelt und den Menschen haben. Der Bericht wird in alle sechs UN-Sprachen übersetzt und weltweit Regierungen und Umweltbehörden zugänglich gemacht.


Diese Newsmeldung wurde erstellt mit Materialien von idw-online


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