Zwergtintenfische

Zwergtintenfische
Sepiola atlantica

Sepiola atlantica

Systematik
ohne Rang: Urmünder (Protostomia)
Überstamm: Lophotrochozoen (Lophotrochozoa)
Stamm: Weichtiere (Mollusca)
Klasse: Kopffüßer (Cephalopoda)
Unterklasse: Tintenfische (Coleoidea)
Ordnung: Zwergtintenfische
Wissenschaftlicher Name
Sepiolida
Fioroni, 1981

Die Zwergtintenfische (Sepiolida) sind eine Ordnung der Tintenfische, die sehr eng mit den Sepien verwandt sind.

Merkmale

Zwergtintenfische sind im Allgemeinen kleiner als Sepien, verfügen nicht über einen Kalkschulp (Phragmokon) und haben einen runderen Mantel. Die Mantellänge beträgt meist ein bis vier, manchmal bis zu acht Zentimeter. Neben acht mit Saugnäpfen besetzten Armen besitzen sie zwei Fangtentakel.

Zwergtintenfische leben in einer Symbiose mit biolumineszenten Bakterien, darunter auch Vibrio fischeri. Sie befinden sich in einem Leuchtorgan im Mantel der Kopffüßer und werden mit einer Zucker-Aminosäure-Lösung versorgt. Im Gegenzug senden sie genau so viel Licht aus, dass die Silhouette des Tintenfisches im einfallenden Licht verschwindet, wenn man ihn von unten betrachtet.

Lebensraum

Die meisten Arten leben in flachen Küstengewässern des Pazifiks, des Indischen Ozeans und des Atlantik und seinen Randmeeren. Sie können sich sowohl mit Hilfe ihrer Flossen als auch durch Rückstoß aus ihrem Siphon fortbewegen.

Systematik

  • Zwergtintenfische (Sepiolidae Leach, 1817)
    • Echte Zwergtintenfische (Sepiolinae Leach, 1817)
      • Euprymna Steenstrup, 1887
      • Sepiola Leach, 1817
      • Rondeletiola Naef, 1921
      • Sepietta Naef, 1912
      • Inioteuthis Verrill, 1881
    • Unterfamilie Rossiinae Appelöf, 1898
      • Austrorossia Berry, 1918
      • Rossia Owen, 1834
      • Semirossia Steenstrup, 1881
      • Neorossia v. Boletzky, 1971
    • Unterfamilie Heteroteuthinae Appelöf, 1898
      • Heteroteuthis Gray, 1849
      • Stoloteuthis Verrill, 1881
      • Iridoteuthis Naef, 1912
      • Nectoteuthis Verrill, 1883
      • Sepiolina Naef, 1912

Während die Systematik der Tintenfische auf Familienebene inzwischen allgemein akzeptiert ist, ist die Klassifizierung der größeren Gruppen innerhalb der Tintenfische bisher noch nicht stabil. Jereb und Roper führen die Sepioliden in ihrer 2005 erschienenen Monographie wieder als Familie innerhalb der Sepiida.

Literatur

  • Patrizia Jereb und Clyde F. E. Roper: Cephalopods of the World - An Annotated and Illustrated Catalogue of Cephalopod Species Known to Date. Volume 1 Chambered Nautiluses and Sepioids (Nautilidae, Sepiidae, Sepiolidae, Sepiadariidae, Idiosepiidae and Spirulidae). FAO Species Catalogue for Fishery Purposes, No. 4, 1: 1-262, Rom 2005 ISBN 9251053839
  • Mark Norman: Cephalopods A World Guide. 319 S., ConchBooks, Hackenheim 2000 ISBN 3-925919-32-5
  • Kir Nazimovich Nesis: Cephalopods of the World - squids, cuttlefishes, octopuses, and allies. 351 S., Neptune City, NJ : TFH Publ. ISBN 0-86622-051-8

Weblinks

 Commons: Sepiolida – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

29.07.2021
Ökologie | Toxikologie
Wasser blau – Badestrand grün
Viele klare Seen der Welt sind von einem neuen Phänomen betroffen: In Ufernähe, wo Menschen spielen oder schwimmen, ist der Seeboden mit grünen Algenteppichen bedeckt.
29.07.2021
Anatomie | Paläontologie
Patagonischer Langhalssaurier neu beleuchtet
Ein Team der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie (SNSB-BSPG) untersuchte im Rahmen einer Neubeschreibung die Überreste des Langhalssauriers Patagosaurus fariasi (175 Mio Jahre) aus Argentinien.
29.07.2021
Anthropologie | Virologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Hochwirksame und stabile Nanobodies stoppen SARS-CoV-2
Ein Forscherteam hat Mini-Antikörper entwickelt, die das Coronavirus SARS-CoV-2 und dessen gefährliche neue Varianten effizient ausschalten.
29.07.2021
Zytologie | Biochemie
Pflanzen haben ein molekulares „Gedächtnis“
Wie eine Pflanze wächst, hängt einerseits von ihrem genetischen Bauplan ab, zum anderen aber davon, wie die Umwelt molekulare und physiologische Prozesse beeinflusst.
29.07.2021
Ökologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Meeresbiologie
Forschungsfahrt: Hydrothermale Wolken in der Nähe der Azoren
Sie entstehen, wenn von glühendem Magma aufgeheizte Lösungen aus der Erdkruste in der Tiefsee austreten und auf kaltes Meerwasser treffen: Hydrothermale Wolken stecken voller Leben, sie versorgen die Ozeane mit Nährstoffen und Metallen.
28.07.2021
Physiologie | Bionik, Biotechnologie und Biophysik
Spurensuche im Kurzzeitgedächtnis des Auges
Was wir sehen, hinterlässt Spuren: Mit schnellen Bewegungen, sogenannten Sakkaden, springt unser Blick zwischen verschiedenen Orten hin und her, um möglichst scharf abzubilden, was sich vor unseren Augen abspielt.
27.07.2021
Bionik, Biotechnologie und Biophysik
Neue Möglichkeiten: Topologie in der biologischen Forschung
Ein aus Quantensystemen bekanntes Phänomen wurde nun auch im Zusammenhang mit biologischen Systemen beschrieben: In einer neuen Studie zeigen Forscher dass der Begriff des topologischen Schutzes auch für biochemische Netzwerke gelten kann.
27.07.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Viel mehr als Gehen
Jahrzehntelang dachte man, dass ein Schlüsselbereich des Gehirns lediglich das Gehen reguliert.
26.07.2021
Ökologie | Paläontologie
Uralte Haizähne geben Hinweis auf eine globale Klimakrise
Die stete Drift der Kontinente formt nicht nur Gebirgszüge, sondern hat auch großen Einfluss auf die Tierwelt im Meer.
26.07.2021
Anatomie | Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Bioinformatik
Wie tierische Sprinter enorme Spitzengeschwindigkeiten erreichen
Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe hat ein physikalisches Modell entwickelt, um zu erforschen, von welchen Eigenschaften die maximale Laufgeschwindigkeit bei Tieren abhängig ist.
26.07.2021
Anthropologie | Zoologie | Ethologie
Hunde als „Gedankenleser“
Dass Hunde vielfach als der „beste Freund des Menschen“ bezeichnet werden, ist bekannt.
26.07.2021
Mikrobiologie | Genetik | Biochemie
RNA kontrolliert die Schutzhülle von Bakterien
Der Magenkeim Helicobacter pylori weiß, wie er sich gegen Angriffe des Immunsystems oder durch Antibiotika schützen kann.