Vernon Mountcastle

Vernon Benjamin Mountcastle (* 15. Juli 1918 in Shelbyville, Kentucky) ist ein US-amerikanischer Neurowissenschaftler.

Mountcastle war von 1964 bis 1980 Nachfolger von Philip Bard als Direktor des Department of Physiology at the School of Medicine an der Johns Hopkins University. Hier gründete er die Philip Bard Laboratories of Neurophysiology, die Teil des Department of Neuroscience wurden. Von 1970 bis 1971 war er Präsident der Society for Neuroscience.

In einer Arbeit von 1957[1] über die Organisation der somatosensorischen Hirnbereiche von Katzen wies er die Gliederung der Cortex in diesem Bereich in säulenförmig angeordneten Nervenzellen nach, die etwa 500 Mikrometer Ausdehnung haben. Nervenzellen innerhalb dieses Bereichs haben ein gemeinsames Rezeptionsfeld.

1966 wurde er in die National Academy of Sciences gewählt. 1978 wurde er mit dem Louisa Gross Horwitz-Preis, 1980 dem Ralph-W.-Gerard-Preis, 1983 mit dem Albert Lasker Award for Basic Medical Research, 1986 mit der United States National Medal of Science und 1998 mit dem NAS Award in the Neurosciences ausgezeichnet.

Veröffentlichungen

  • Mountcastle, V. (1978): An Organizing Principle for Cerebral Function: The Unit Model and the Distributed System. In: Mindful Brain: Cortical Organization and the Group-Selective Theory of Higher Brain Function (Gerald M. Edelman and Vernon B. Mountcastle, eds.). Cambridge, MA: MIT Press.

Einzelnachweise

  1. Mountcastle Modality and topographic properties of single neurons of cat's somatic sensory cortex, J. Neurophysiol., Band 20, 1957, S. 408-434

Die News der letzten Tage

29.09.2022
Physiologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Algen als mikroskopische Bioraffinerien
Fossile Rohstoffe sind begrenzt und nicht überall auf der Welt vorhanden oder dem Abbau zugänglich.
29.09.2022
Mikrobiologie | Physiologie
Neue Bakterienart im Darm entdeckt
Ob Pflanze, Tier oder Mensch, lebende Organismen sind von einer Vielzahl an Bakterien besiedelt.
28.09.2022
Genetik | Paläontologie | Evolution | Säugetierkunde
Genom-Zusammensetzung des frühesten gemeinsamen Vorfahren aller Säugetiere rekonstruiert
Das rekonstruierte Vorfahren-Genom kann zum Verständnis der Evolution der Säugetiere und zum Erhalt der heutigen Wildtiere beitragen.
27.09.2022
Genetik | Immunologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Thema Ernährungssicherheit: Struktur von Weizen-Immunprotein entschlüsselt
Ein internationales Forschungsteam hat entschlüsselt, wie Weizen sich vor einem tödlichen Krankheitserreger schützt.
26.09.2022
Ethologie
Neues von den gruppenlebenden Tieren: Hilfsbereitschaft und Familienbande
Die Bereitschaft, Artgenossen zu helfen, unterscheidet sich von Tierart zu Tierart – und auch zwischen Männchen und Weibchen.
26.09.2022
Anthropologie | Paläontologie | Klimawandel
Evolution des Menschen: Klimaschwankungen in Ostafrika ein Motor
Interdisziplinäre Forschung in Südäthiopien zeigt, wie Schlüsselphasen des Klimawandels die menschliche Evolution beinflusste.
26.09.2022
Ökologie | Klimawandel | Meeresbiologie
Schritthalten mit dem Klimawandel?
Die für die Nahrungsnetze der Ozeane wichtigen Copepoden können sich genetisch an wärmere und saurere Meere anpassen.
26.09.2022
Anthropologie | Mikrobiologie | Physiologie
Mehr als nur Bauchgefühl
Die Strömungsgeschwindigkeit in unserem Verdauungssystem bestimmt unmittelbar, wie gut die Nährstoffe vom Darm aufgenommen werden und wie viele Bakterien darin leben.
26.09.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Mehrjährige Blühstreifen in Kombination mit Hecken: das gefällt unseren Wildbienen
Landwirtinnen und Landwirte sollten ein Netzwerk aus mehrjährigen Blühstreifen in Kombination mit Hecken schaffen, um Wildbienen ein kontinuierliches Blütenangebot zu bieten.