Trauerdrongo

Trauerdrongo
Trauerdrongo (Dicrurus adsimilis)

Trauerdrongo (Dicrurus adsimilis)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Drongos (Dicruridae)
Gattung: Dicrurus
Art: Trauerdrongo
Wissenschaftlicher Name
Dicrurus adsimilis
(Bechstein, 1794)

Der Trauerdrongo (Dicrurus adsimilis) gehört zur Ordnung der Sperlingsvögel und ist weit verbreitet in Ländern südlich der Sahara. Trauerdrongos leben in offenen Wäldern oder im Busch.

Trauerdrongos werden bis zu 25 cm groß und haben ein schwarz glänzendes Gefieder, bei weiblichen Tieren ist der Glanz nicht so ausgeprägt. Ihr Schnabel ist schwarz und ihre Augen rot. Charakteristisch ist ihr Schwanz, der sich zum Schwanzende hin in zwei Enden gabelt.

Sie legen zwei bis vier Eier in einem napfförmigen Nest, das im oberen Bereich von Bäumen in einer Gabelung gebaut wird.

Sie ernähren sich hauptsächlich von Insekten, aber auch von an der Oberfläche schwimmenden Fischen oder der Beute anderer Vögel, die sie ihnen stehlen. Eine weitere Taktik zur Nahrungsbeschaffung ist das Verfolgen von größeren im afrikanischen Busch umherstreifenden Tieren wie Nashörnern, Elefanten, Giraffen etc. Die großen Säuger scheuchen beim Gang durch hohes Gras und beim Streifen von Bäumen nicht unerhebliche Mengen an Insekten auf, was dem Trauerdrongo zugute kommt. Dieser bekommt so auf bequeme Art und Weise ein breites Angebot an Nahrung präsentiert. Trauerdrongos sind daher oft in der Nähe von Herden oder Familiengruppen der oben genannten Säugetiere zu beobachten.

Trauerdrongos haben eine Taktik entwickelt, um Erdmännchen (Suricata suricatta) und Elsterndrosslinge zu täuschen und ihnen die Beute abzuluchsen. Dazu stoßen sie häufig artspezifische Rufe aus, die vor nahenden Greifvögeln warnen sollen und auf die auch andere Spezies wie Elsterndrosslinge oder Erdmännchen reagieren. Jedoch gewöhnen sich die Tiere nach einer gewissen Zeit an die falschen Alarmsignale und reagieren nicht mehr entsprechend. Tom Flower von der University of Cambridge in der südafrikanischen Kalahari-Wüste beobachtete, dass die Trauerdrongos dann den Warnruf von verschiedenen anderen Vögeln so täuschend echt imitieren, dass ihre Zielobjekte in den meisten Fällen tatsächlich wieder erschrecken, Deckung suchen und dabei in mindestens 50 Prozent der Fälle ihre Beute zurücklassen, die anschließend von den Trauerdrongos aufgesammelt wurde – ein Verhalten, das als Kleptoparasitismus bezeichnet wird. Gleichzeitig verschaffte sich der Alarmgeber auch einen Vorteil gegenüber Artgenossen, die sich in der Nähe aufhielten, denn auch diese suchten vielfach Schutz in Sträuchern und Bäumen. Flower fand heraus, dass sich die Stimmenimitation für die Trauerdrongos lohnt, denn auf diese Weise ergattern sie rund ein Viertel ihrer Nahrung – und das mit minimalem Aufwand.[1]

Trauerdrongos sind nicht ängstlich und sehr aggressiv. Sie scheuen nicht vor Attacken auf größere Vögel, auch Greifvögel, wenn beispielsweise ihr Nest bedroht wird.

Einzelnachweis

  1. Flower, T.: Fork-tailed drongos use deceptive mimicked alarm calls to steal food. In: Proceedings of the Royal Society B Biological Sciences published online before print November 3, 2010, doi:10.1098/rspb.2010.1932.

Weblinks

 Commons: Dicrurus adsimilis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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