Qiagen

Qiagen N.V.
Logo der Qiagen N.V.
Rechtsform Naamloze Vennootschap
ISIN NL0000240000
Gründung 1984
Sitz Hilden
Leitung Peer M. Schatz, Chief Executive Officer
Mitarbeiter ca. 3.900 (Dezember 2011)[1]
Umsatz 1.169,747 Mio $ (2011)[2]
Branche Biotechnologie
Website www.qiagen.com

Die Qiagen N.V. ist Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien für die molekulare Diagnostik, akademische Forschung, pharmazeutische Industrie und angewandte Testverfahren.

Unter der niederländischen Dachgesellschaft unterhält Qiagen über 30 Tochterunternehmen in über 18 Ländern.

Die Aktie von Qiagen wird an der US-amerikanischen Technologiebörse Nasdaq und der Deutschen Börse in Frankfurt im Prime Standard gehandelt. Chief Executive Officer des Unternehmens ist Peer M. Schatz, Hauptsitz ist Hilden bei Düsseldorf.[3]

Geschichte

Die heutige Gesellschaft wurde am 29. November 1984 von einem Wissenschaftlerteam der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität gegründet. Den Beginn der Unternehmenstätigkeit von Qiagen markierte die Entwicklung neuer Methoden für die Aufreinigung von Nukleinsäuren als Träger von Erbinformationen. Um mit unterschiedlichen Molekülen einer Zelle wie zum Beispiel Nukleinsäuren (DNA und RNA) und Proteinen arbeiten zu können, müssen diese von anderen Zellbestandteilen abgetrennt und gereinigt werden. Die Entdeckung verkürzte die Vorbereitungszeit für Plasmide, kleine ringförmige DNA-Moleküle einer Bakterienzelle, von zwei bis drei Tagen auf zwei Stunden.

Weitere Meilensteine in der Entwicklung des Unternehmens war der Gang an die US-amerikanische Technologiebörse NASDAQ im Jahr 1996 als bis dato erstes deutsches Unternehmen sowie im gleichen Jahr die Gründung der Holding QIAGEN N.V. im niederländischen Venlo. Im darauf folgenden Jahr folgte die Notierung an der Frankfurter Börse.

Die Umsätze stiegen auf 466 Millionen US-Dollar im Jahr 2006, die Mitarbeiterzahl wuchs auf mehr als 2600. Im Juni 2007 erfolgte die Übernahme der „Digene Corp.“ für rund 1,6 Milliarden US-Dollar[4][5]. Ende 2011 kündigte QIAGEN an, 300 bis 380 der nunmehr weltweit rund 3800 Stellen streichen zu wollen[6].

Produkte

Die Angebotspalette von Qiagen umfasst heute Probenvorbereitungs- und Testtechnologien sowie Automationsverfahren für diese Technologien. Das Unternehmen bietet Lösungen in den Märkten molekulare Diagnostik, akademische Forschung, pharmazeutische Industrie sowie angewandte Testverfahren an. Qiagen verfügt nach eigenen Angaben über das breiteste Portfolio an molekularen Testtechnologien, die in Form offener Nachweis-Kits und als Tests mit festen Untersuchungszielen angeboten werden. Insgesamt umfasst das Produktangebot des Unternehmens mehr als 500 Produkte. Über 1.000 Patente sind auf den Namen Qiagen eingetragen.

Einsatzgebiete und Anwendungsbeispiele

Im Bereich der molekularen Diagnostik werden die Testtechnologien von Qiagen von Kunden in Krankenhäusern und medizinischen Laboren dazu eingesetzt, Erkrankungen oder Infektionen anhand ihrer genetischen Spuren festzustellen und durch diese Nachweise Therapien zu entwickeln. Qiagen bietet etwa 120 verschiedene Tests an, mit denen Viren, Bakterien, Parasiten sowie genetische und pharmakogenetische Merkmale nachgewiesen werden können.

Auch in dem Markt für angewandte Testverfahren, also in der Veterinärmedizin, Forensik oder Lebensmittelkontrolle, können Probenvorbereitungs- und Testtechnologien von Qiagen eingesetzt werden. Anwendungsgebiete sind u.a. Täter- und Opferidentifikationen (Forensik), die Erstellung von Abstammungsgutachten, die Lebensmittel- und Trinkwasserüberwachung sowie der Schutz vor biologischen Kampfstoffen. Im Bereich der Tiermedizin bietet das Unternehmen Tests und Testbestandteile für den Nachweis von Vogelgrippeviren (Influenza-A-Virus H5N1) und anderen Erregern an.

Weblinks

Einzelnachweise

.

51.16956.9835Koordinaten: 51° 10′ 10,2″ N, 6° 59′ 0,6″ O

Die News der letzten Tage

29.09.2022
Physiologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Algen als mikroskopische Bioraffinerien
Fossile Rohstoffe sind begrenzt und nicht überall auf der Welt vorhanden oder dem Abbau zugänglich.
29.09.2022
Mikrobiologie | Physiologie
Neue Bakterienart im Darm entdeckt
Ob Pflanze, Tier oder Mensch, lebende Organismen sind von einer Vielzahl an Bakterien besiedelt.
28.09.2022
Genetik | Paläontologie | Evolution | Säugetierkunde
Genom-Zusammensetzung des frühesten gemeinsamen Vorfahren aller Säugetiere rekonstruiert
Das rekonstruierte Vorfahren-Genom kann zum Verständnis der Evolution der Säugetiere und zum Erhalt der heutigen Wildtiere beitragen.
27.09.2022
Genetik | Immunologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Thema Ernährungssicherheit: Struktur von Weizen-Immunprotein entschlüsselt
Ein internationales Forschungsteam hat entschlüsselt, wie Weizen sich vor einem tödlichen Krankheitserreger schützt.
26.09.2022
Ethologie
Neues von den gruppenlebenden Tieren: Hilfsbereitschaft und Familienbande
Die Bereitschaft, Artgenossen zu helfen, unterscheidet sich von Tierart zu Tierart – und auch zwischen Männchen und Weibchen.
26.09.2022
Anthropologie | Paläontologie | Klimawandel
Evolution des Menschen: Klimaschwankungen in Ostafrika ein Motor
Interdisziplinäre Forschung in Südäthiopien zeigt, wie Schlüsselphasen des Klimawandels die menschliche Evolution beinflusste.
26.09.2022
Ökologie | Klimawandel | Meeresbiologie
Schritthalten mit dem Klimawandel?
Die für die Nahrungsnetze der Ozeane wichtigen Copepoden können sich genetisch an wärmere und saurere Meere anpassen.
26.09.2022
Anthropologie | Mikrobiologie | Physiologie
Mehr als nur Bauchgefühl
Die Strömungsgeschwindigkeit in unserem Verdauungssystem bestimmt unmittelbar, wie gut die Nährstoffe vom Darm aufgenommen werden und wie viele Bakterien darin leben.
26.09.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Mehrjährige Blühstreifen in Kombination mit Hecken: das gefällt unseren Wildbienen
Landwirtinnen und Landwirte sollten ein Netzwerk aus mehrjährigen Blühstreifen in Kombination mit Hecken schaffen, um Wildbienen ein kontinuierliches Blütenangebot zu bieten.