Nervus femoralis

Der Nervus femoralis („Oberschenkelnerv“) ist ein Nerv des peripheren Nervensystems, der sich aus dem Plexus lumbosacralis (Lendenkreuzgeflecht) isoliert. Seinen Ursprung hat er beim Menschen aus dem ersten bis vierten Lendensegment (L1-L4) des Rückenmarks. Bei Haussäugetieren liegt sein Ursprung im hinteren Lendensegment (L3-L6). Unabhängig davon zieht er mit dem Musculus psoas major durch die Lacuna musculorum (Muskelpforte) an den Oberschenkel.

Muskeläste

menschlicher Oberschenkel von vorn mit Nervus femoralis

Der Nervus femoralis innerviert eine Reihe von Muskeln:

Nervus saphenus

Am Oberschenkel trennt sich vom Nervus femoralis der Nervus saphenus (arabisch: safin „verborgen“). Er zieht mit der Oberschenkelarterie (Arteria femoralis) an die Innenseite des Oberschenkels und versorgt die Innenseite des Beins (entsprechend bei Tieren der Hintergliedmaße) bis zum Mittelfuß.

Femoralislähmung

Aufgrund der zahlreichen Muskeln, die der Nervus femoralis versorgt, führt eine Lähmung zu schwerwiegenden Bewegungsstörungen. Das aktive Beugen des Hüftgelenks kann nicht mehr erfolgen (Psoasgruppe), Menschen können sich nicht mehr aus dem Liegen aufrichten, Tiere das Hinterbein kaum noch vorführen. Das Knie ist in Beugehaltung und kann nicht mehr aus eigener Kraft gestreckt werden (Quadrizeps). Das Bein knickt daher beim Auftreten ein oder wird gar nicht mehr aufgesetzt (beim Hund der Regelfall). Der Patellarsehnenreflex ist gestört oder fehlt ganz.

Nervus-femoralis-Blockade

Die Nervus-femoralis-Blockade (Femoralisblockade, 3-in-1-Block) ist ein Regionalanästhesieverfahren, das operative Eingriffe am Bein (der unteren Extremität) ermöglicht. Dabei werden durch die Injektion von Lokalanästhetika im Bereich der Leiste (inguinal) Nerven des Plexus lumbalis (hauptsächlich der Nervus femoralis, in geringerem Umfang auch der Nervus cutaneus femoris lateralis und der Nervus obturatorius reversibel blockiert. Die Nervus-femoralis-Blockade ist ein relativ einfach durchzuführendes und nebenwirkungsarmes Verfahren. Neben einer einmaligen Injektion wird oft auch die Einlage eines Schmerzkatheters (Femoraliskatheter) zur kontinuierlichen Schmerztherapie praktiziert.

Literatur

  • Martin Trepel: Neuroanatomie. Struktur und Funktion. 3. neu bearbeitete Auflage. Urban & Fischer, München u. a. 2004, ISBN 3-437-41297-3.
  • Franz-Viktor Salomon: Nervensystem, Systema nervosum. In: Franz-Viktor Salomon, Hans Geyer, Uwe Gille (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. Enke, Stuttgart 2004, ISBN 3-8304-1007-7, S. 464–577.

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