Necromys

Necromys
Systematik
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Sigmodontinae
Oryzomyalia
Tribus: Akodontini
Gattung: Necromys
Wissenschaftlicher Name
Necromys
Ameghino, 1889

Necromys (häufig als Bolomys geführt) ist eine in Südamerika lebende Nagetiergattung aus der Gruppe der Neuweltmäuse. Sie ist eng mit den Südamerikanischen Feldmäusen (Akodon) verwandt und werden manchmal als deren Untergattung klassifiziert. Die Gattung umfasst neun Arten.

Diese Nagetiere sind kleine, mäuseähnliche Tiere. Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 9 bis 13 Zentimetern, hinzu kommt ein 6 bis 9 Zentimeter langer Schwanz. Das Gewicht beträgt rund 20 bis 50 Gramm. Ihr Fell ist hellbraun gefärbt, der Rücken ist etwas dunkler und der Bauch heller. Die Pfoten sind breit und zeigen Anpassungen an eine grabende Lebensweise.

Diese Tiere dieser Gattung sind in verschiedenen Regionen Südamerikas verbreitet. Sie bewohnen die Anden, den Altiplano, den Gran Chaco und das brasilianische Tiefland. Die Lebensweise ist nur von einer Art, Necromys lasiurus, besser bekannt. Diese Art ist nachtaktiv und lebt in unterirdischen, selbst gegrabenen Bauen. Sie sind Allesfresser, die sowohl Insekten als auch pflanzliches Material zu sich nehmen. Mehrmals im Jahr bringt das Weibchen nach einer 21- bis 23-tägigen Tragzeit rund 3 bis 6 Jungtiere zu sich.

Systematik

Es werden neun Arten unterschieden:

  • Necromys amoenus lebt im Altiplano Perus und Boliviens.
  • Necromys benefactus ist von vereinzelten Regionen in Nordargentinien bekannt.
  • Necromys lactens bewohnt Hochländer Boliviens und Argentiniens.
  • Necromys lasiurus lebt in Brasilien, Peru und Argentinien. Die genauen Verbreitungsgrenzen sind unbekannt.
  • Necromys lenguarum ist im Gran Chaco Boliviens, Paraguays und Nordargentiniens beheimatet.
  • Necromys obscurus bewohnt Uruguay und Ostargentinien.
  • Necromys punctulatus ist aus Ecuador und Kolumbien bekannt. Das genaue Verbreitungsgebiet ist unklar.
  • Necromys temchuki lebt im nordöstlichen Argentinien.
  • Necromys urichi ist von Venezuela bis Nordbrasilien verbreitet und kommt auch auf der Insel Trinidad vor.

Die beiden Arten N. obscurus und N. temchuki werden manchmal in einer eigenen Gattung, Cabreramys, gelistet. Der Gattungsname Necromys stammt von einem ausgestorbenen Tier, Necromys conifer, das von Florentino Ameghino 1889 beschrieben wurde und in Nordargentinien lebte. Der Gattungsname Bolomys stammt von Oldfield Thomas aus dem Jahr 1916 und wurde auf die rezenten Vertreter angewandt. Da die Gattungen identisch sind, muss laut ICZN der ältere Name, also Necromys, für die Tiere verwendet werden.

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999, ISBN 0801857899
  • D. E. Wilson, D. M. Reeder: Mammal Species of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2005, ISBN 0801882214

Weblinks

Die News der letzten Tage

16.08.2022
Parasitologie | Insektenkunde
Fächerflügler kennen keinen Schmerz
Ein Forschungsteam hat untersucht, wie weibliche Fächerflügler das Trauma der Paarung überstehen.
12.08.2022
Taxonomie
Eine neue Orchideenart aus den Bergen Tansanias
Der Bayreuther Biologe Andreas Hemp hat im Nordosten Tansanias eine bisher unbekannte Orchideenart der Gattung Rhipidoglossum entdeckt.
11.08.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Wie die Biodiversität in Weinbergen am besten gefördert wird
Forschende haben untersucht, wie sich eine biologische, biodynamische und konventionelle Bewirtschaftung in Weinbergen auf die Insektenfauna auswirkt.
11.08.2022
Ökologie | Säugetierkunde
Worin unterscheidet sich eine Stadtfledermaus von einer Landfledermaus?
Manche Fledermausarten kommen eher in Städten als auf dem Land vor.
10.08.2022
Ethologie | Säugetierkunde
Seehunden über die Schulter schauen
Wo finden Seehunde ihre Nahrung?
10.08.2022
Ethologie | Biodiversität
Der soziale Faktor der Tierwanderungen
Eine breite Spanne an Tierarten begibt sich auf große Wanderschaft – von kleinsten Insekten bis hin zu den größten Meeressäugetieren unseres Planeten.
10.08.2022
Mykologie | Genetik | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Wie ein Schadpilz seine Wirtspflanze wehrlos macht
Der Pilz Ustilago maydis befällt Mais und kann seinen Wirt erheblich schädigen.
09.08.2022
Biodiversität
Ursachen für die Vielfalt von Baumarten erforscht
Die Anzahl der in den äquatornahen Regionen wachsenden Baumarten ist signifikant höher als in den weiter nördlichen und südlichen Regionen der Erde.
09.08.2022
Evolution
Spurensuche: Abstammungslinien von Pseudoskorpionen
Die tropischen Wälder der Westghats, einer riesigen Gebirgskette in Westindien, sind die Heimat vieler diverser, insbesondere endemischer Arten.
09.08.2022
Neurobiologie
Können Springspinnen träumen?
Die Konstanzer Biologin Dr.
09.08.2022
Ökologie | Paläontologie | Primatologie
Neues von Orang-Utans und ihren ausgestorbenen Vorfahren
Ökologische Kontinuität zwischen Orang-Utans und ausgestorbenen Vorfahren zeigt Abhängigkeit von intakten Regenwäldern.
04.08.2022
Taxonomie
Neue Spinnengattung nach David Bowie benannt
Der bekannte Spinnenforscher Peter Jäger hat eine neue Gattung aus der Familie der Kammspinnen nach dem verstorbenen Popmusiker David Bowie benannt.
03.08.2022
Mikrobiologie | Toxikologie
Wie bakterielle Toxine bei tödlichen Angriffen wirken
Von Bakterien gebildete Toxine sind schädliche und oft tödliche Substanzen, sie treffen den Wirtsorganismus, wo es am meisten weh tut und fördern Infektionen und Krankheiten.
29.07.2022
Ethologie | Evolution | Primatologie
Kommunikation erleichtert den Schimpansen die Jagd
Ähnlich wie Menschen nutzen Schimpansen Kommunikation, um ihr kooperatives Verhalten zu koordinieren – etwa bei der Jagd.
29.07.2022
Meeresbiologie
Bestäubung durch Krebstiere
Biene des Meeres: Eine kleine Meerassel hilft bei der Befruchtung von Rotalgen.
22.07.2022
Anthropologie | Physiologie | Immunologie
Ekelerregende Videos mit Krankheitsbezug lösen Immunantwort aus
Personen, die mit krankheitsbezogenen ekelerregenden Videos konfrontiert werden, weisen eine erhöhte Konzentration der Antikörper Immunglobulin A im Speichel auf.