Leith Harbour

Dieser Artikel behandelt die ehemalige Walfangstation in Südgeorgien - für den Stadtteil von Edinburgh siehe Leith (Schottland)
Leith 1962 noch in Betrieb
Die Ruine von Leith 2007
Die Stromness Bay mit (von links nach rechts) Husvik, Stromness,
und Leith Harbour (NASA-Bild).
Ehemalige und moderne Siedlungen auf Südgeorgien

Leith Harbour war eine Walfangbasis an der nordöstlichen Küste Südgeorgiens, errichtet und betrieben von der Christian Salvesen Ltd, Edinburgh. Die Basis war von 1909 bis 1965 in Gebrauch und die größte von sieben Walfangstation auf Südgeorgien. Sie lag in der Stromness Bay nahe bei der Einfahrt und am Ufer eines Gletscherbaches. Prominent involviert in die Gründung war William Storm Harrison.

Geschichte

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Südgeorgien zum weltgrößten Walfangzentrum - es gab Küstenbasen in Grytviken (betrieben von 1904 bis 1964), Leith Harbour (1909 bis 1965), Ocean Harbour (1909 bis 1920), Husvik (1910 bis 1960), Stromness (1912 bis 1961) und Prince Olav Harbour (1917 bis 1934). Unter den beteiligten Gesellschaften waren die Compañía Argentina de Pesca, die Christian Salvesen Ltd (UK), die Albion Star (South Georgia) Ltd. (Falklandinseln), die norwegischen Walfanggesellschaften Hvalfangerselskap Ocean, Tønsberg Hvalfangeri und Sandefjord Hvalfangerselskap und die Southern Whaling and Sealing Company aus Südafrika. In den letzten Saisons des Walfangs um Südgeorgien wurden Grytviken und Leith Harbour von den japanischen Gesellschaften Kokusai Gyogyo Kabushike Kaisha und Nippon Suisan Kaisha gemietet (1963/64 bzw. 1963-65).

Während des Zweiten Weltkriegs wurden sämtliche Walfangstationen bis auf Grytviken und Leith Harbor geschlossen. Die meisten der britischen und norwegischen Fabriken und Walfangschiffe wurden von den Deutschen zerstört, während die restlichen unter alliiertem Kommando einberufen wurden. Die britischen Magistraten W. Barlas und A.I. Fleuret übernahmen die Verteidigung der Insel während des Krieges. Die Royal Navy bewaffnete das Handelsschiff Queen of Bermuda, um in den Gewässern um Südgeorgien zu patrouillieren. Außerdem wurden zwei 102-mm-Kanonen an Schlüsselstellen aufgestellt, um den Zugang zur Cumberland Bay und zur Stromness Bay, d. h. nach Grytviken und Leith Harbour zu schützen. Diese immer noch präsenten Batterien wurden von Freiwilligen unter den norwegischen Walfängern besetzt, die für diesen Zweck ausgebildet worden waren.

Im März 1982 wurde Südgeorgien in den Falklandkrieg verwickelt, als eine Gruppe von etwa fünfzig Argentiniern die verlassene Walfangstation Leith Harbour unter dem Vorwand besetzte, Schrotthändler zu sein. Am 25. März 1982 folgten 32 Angehörige einer argentinischen Spezialeinheit und landeten in Leith Harbour. In der Folge geriet Südgeorgien unter argentinische De-facto-Kontrolle, Stützpunkte wurden in Grytviken und Leith Harbour eingerichtet.

Am 25. April wurden in einer überstürzten Aktion 72 Briten auf die Insel geschickt, die nach einer Demonstration ihrer Feuerkraft die argentinische Garnison in Grytviken zur kampflosen Aufgabe zwangen. Am nächsten Tag ergaben sich auch die Argentinier in Leith Harbour, ebenfalls kampflos.

Heute

Auf dem Hügel hinter der Station befindet sich eine Geschützstellung, ebenso wie am Hansen Point, wo sich die ursprüngliche 104-mm-Kanone noch immer in Position befindet. Leith Harbour rühmte sich eines Spitals, einer Bücherei, eines Kinos und einer Schmalspureisenbahn. Im Zentrum befindet sich der sogenannte "Portugiesische Friedhof". Dank seiner Verwendung wies der Ort auch eine Fabrik und eine Flensplattform auf.

Siehe auch

Weblinks

-54.133333333333-36.683333333333Koordinaten: 54° 8′ 0″ S, 36° 41′ 0″ W

Die News der letzten Tage

19.05.2022
Virologie | Parasitologie | Insektenkunde
Neue Virusvariante bedroht Bienengesundheit weltweit
Eine gefährliche Variante des Krüppelflügelvirus ist weltweit auf dem Vormarsch: Das Virus befällt Honigbienen, wird von der Varroamilbe übertragen und sorgt dafür, dass ihre Flügel verkümmern und die Tiere sterben.
17.05.2022
Evolution | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Leben am Vulkan – in zwei Schritten zur Anpassung
Ein internationales Team hat eine Wildpopulation der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) untersucht, die sich am Fuß eines Stratovulkans angesiedelt hat.
18.05.2022
Klimawandel | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Insektensterben: Was stört die Kolonie-Entwicklung der Steinhummel?
Bestäubende Insekten sind für die Biodiversität und die landwirtschaftliche Produktion unersetzlich - doch seit Jahren geht der Bestand an Bienen, Hummeln und weiteren Insekten stark zurück.
18.05.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Insektenvielfalt: Öko-Landbau oder Blühstreifen besser?
Wie wirksam Agrarumweltmaßnahmen für die biologische Vielfalt sind, hängt von verschiedenen Faktoren und dem jeweiligen Blickwinkel ab.
18.05.2022
Ethologie | Primatologie
Wie flexibel Orang-Utan-Mütter mit ihrem Nachwuchs kommunizieren
Ein Forschungsteam hat Mutter-Kind-Interaktionen bei Orang-Utans untersucht und dabei besonderes Augenmerk auf individuelle Unterschiede und Flexibilität in den Kommunikationsstrategien von Orang-Utan-Müttern gelegt.
17.05.2022
Ökologie | Biodiversität | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Ökologie: Fließgewässer stehen weltweit schlecht da
Landwirtschaft, Habitatverlust oder Abwässer – menschgemachte Stressoren wirken sich negativ auf die biologische Vielfalt in Bächen und Flüssen aus.
17.05.2022
Ethologie | Primatologie
Schimpansen kombinieren Rufe zu einer Vielzahl von Lautsequenzen
Verglichen mit dem menschlichen Sprachgebrauch erscheint Tierkommunikation einfach, doch unklar blieb bisher, wie sich unsere Sprache aus einem so einfachen System entwickelt haben könnte.
17.05.2022
Anatomie | Taxonomie | Paläontologie
Unbekannte Delfinarten aus dem Schweizer Mittelland identifiziert
Vor 20 Millionen Jahren schwammen Delfine dort, wo heute das Schweizer Mittelland liegt.
12.05.2022
Physiologie | Neurobiologie
Das bewusstlose Gehirn ist alles andere als stumm
Die Grosshirnrinde gilt als zentrale Hirnregion für bewusste Verarbeitung: Während einer Vollnarkose wird dieser Bereich jedoch nicht lahmgelegt.
12.05.2022
Ökologie | Insektenkunde
Was Heuschrecken fressen
Über die Nahrungsnetze pflanzenfressender Insekten ist nicht viel bekannt: Ein Team vom Biozentrum forscht nach – in Unterfranken ebenso wie in den Berchtesgadener Alpen.
12.05.2022
Mykologie | Biodiversität
Artenschutz für Pilze
Eines vorweg: Es geht nicht um die großen Speisepilze, sondern um die mikroskopisch kleinen Vertreter im Wasser.
11.05.2022
Evolution | Biochemie
Der Ursprung des Lebens: Eine neue Weltsicht
Chemiker schlagen ein neues Konzept vor, eine Mischung aus RNA-Molekülen und Peptiden brachten die Evolution hin zu komplexeren Lebensformen in Gang.
10.05.2022
Genetik
Für Weinliebhaber: Roter Riesling entstand aus Weißem Riesling
Die Erbinformation für die Riesling-Rotfärbung ist auf dem Chromosomensatz des weißbeerigen Elter "Weißer Heunisch" verortet.