Kardengewächse

Kardengewächse
Glanz-Skabiose (Scabiosa lucida)

Glanz-Skabiose (Scabiosa lucida)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Unterfamilie: Kardengewächse
Wissenschaftlicher Name
Dipsacoideae
Eaton

Die Kardengewächse (Dipsacoideae) sind eine Unterfamilie in der Pflanzenfamilie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) innerhalb der Ordnung der Kardenartigen (Dipsacales)[1]. Sie hatte früher der Rang einer Familie Dipsacaceae Juss.

Beschreibung

Es handelt sich um ein-, zweijährige, oder ausdauernde krautige Pflanzen oder seltener um Halbsträucher. Die stets gegenständigen Laubblätter sind meistens ungeteilt. Nebenblätter besitzen sie keine.

Ein besonders charakteristisches Merkmal der Kardengewächse ist der köpfchenförmige Blütenstand, der sehr dem der Korbblütler ähnelt, und wie dieser von Hüllblättern umgeben ist (→ Pseudanthium). Der Aufbau der Blüten unterscheidet sich jedoch erheblich: Die zwittrigen Blüten sind vier- oder fünfzählig, mit doppelten Perianth. Die vier- oder fünfzipfeligen, am Rand der Köpfchen oft stark zygomorphen Blüten sind oft von einem Außenkelch umgeben. Der Außenkelch besteht aus zwei miteinander verwachsenen Vorblättern. Der Kelch und der Außenkelch sind fast stets trockenhäutig und borstig. Die Kronblätter sind miteinander verwachsen. Die zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Die meist vier (selten zwei bis drei) Staubblätter sind nicht zu einer Röhre verwachsen. Sie bilden einsamige Schließfrüchte, Achänen genannt.

Verbreitung

Die Kardengewächse kommen in der gesamten Alten Welt von den gemäßigten Breiten bis zum subtropischen Bereich, im tropischen und südlichen Afrika) vor. Ihren Verbreitungsschwerpunkt hat sie jedoch im Mittelmeergebiet und in Kleinasien. Die Mehrzahl der Arten findet man in trockenen oder zumindest periodisch trockenen, offenen Gebieten wie Steppen oder Trockenrasen.

Systematik

In der Unterfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae) gibt es etwa 11 bis 14 Gattungen mit etwa 290 Arten[2]:

  • Bassecoia B.L.Burtt: Die Heimat der etwa 2 Arten ist China und Hinterindien[3].
  • Schuppenköpfe (Cephalaria Schrad. ex Roem. & Schult.): Die etwa 65 Arten sind vorwiegend im Mittelmeerraum und Kleinasien beheimatet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich weiters vom westlichen bis in das zentrale Asien und liegt auch im südlichen Afrika.
  • Karden (Dipsacus L., Syn. Simenia Szabó): Die etwa 20 Arten sind im westlichen Europa, im Mittelmeerraum sowie im südlichen und östlichen Asien verbreitet.
  • Witwenblumen (Knautia L., Syn. Trichera Schrad. ex Roem. & Schult.): Das Verbreitungsgebiet der etwa 60 Arten liegt in Europa und um den Mittelmeerraum im westlichen Afrika sowie im südwestlichen Asien.
  • Grasskabiosen (Lomelosia Raf., Syn.: Pycnocomon Hoffmanns. & Link, Scabiosiopsis Rech.f., Tremastelma Raf.): Von insgesamt annähernd 40 Arten sind etwa die Hälfte in Europa verbreitet.[4]
  • Pseudoscabiosa Devesa (Syn. Scabiosa sect. Asterothrix Font Quer): Die etwa drei Arten sind im Mittelmeerraum verbreitet.[5]
  • Pterocephalidium G.López: Mit der einzigen Art:
    • Pterocephalidium diandrum (Lag.) G.López: Die Heimat ist die Iberische Halbinsel.[6]
  • Pterocephalodes V.Mayer & Ehrend.: Mit der einzigen Art:
    • Pterocephalodes hookeri (C.B.Clarke) V.Mayer & Ehrend.: Die Heimat ist das südwestliche China und die Himalayaregion mit Bhutan, dem indischen Sikkim sowie Nepal.
  • Pterocephalus Adans.: Die etwa 25 Arten sind vom Mittelmeerraum bis in das tropische Afrika und über das zentrale Asien bis China verbreitet, beispielsweise mit:
    • Pterocephalus hookeri (C.B.Clarke) Diels
    • Pterocephalus porphyranthus Svent.
  • Skabiosen (Scabiosa L., Syn.: Asterocephalus Zinn., manchmal mit Sixalix Raf.): Die etwa 100 Arten sind im gemäßigten Europa, Asien und Afrika beheimatet. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt im Mittelmeerraum.
  • Sixalix Raf. (manchmal in Scabiosa L.): Mit der einzigen Art:
    • Sixalix daucoides (Desf.) Raf.[7].
  • Succisa Haller: Mit etwa drei Arten[8].
  • Succisella Beck: Mit etwa fünf Arten[8], beispielsweise mit:
    • Succisella inflexa (Kluk) Beck (Syn.: Scabiosa inflexa Kluk)

Quellen

Einzelnachweise

  1. Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Band 161, 2009, S. 105–121.
  2.  Sara E. Carlson, Veronika Mayer, Michael J. Donoghue: Phylogenetic relationships, taxonomy, and morphological evolution in Dipsacaceae (Dipsacales) inferred by DNA sequence data. In: Taxon. 58, Nr. 4, November 2009, ISSN 0040-0262, S. 1074–1091 (Online).
  3. Vascular Plant Families and Genera - Genus Details. Bassecoia B.L.Burtt. Kew Royal Botanic Gardens, abgerufen am 30. Januar 2012 (english).
  4.  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verb. Auflage. Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 814.
  5.  J. A. Devesa: Pseudoscabiosa, Genera Nuevo de Dipsacaceae. In: Lagascalia. 12, Nr. 2, 1984, ISSN 0210-7708, S. 213–221 (PDF-Datei, 1007 KB).
  6.  Ginés López González: "Pterocephalidium" un nuevo género ibérico de la familia "Dipsacaceae". In: Anales del Jardín Botánico de Madrid. 43, Nr. 2, 1986, ISSN 0211-1322, S. 245–252 (PDF-Datei 475 KB).
  7. Sixalix Raf. In: Tropicos. Missouri Botanical Garden, abgerufen am 31. Januar 2012 (english).
  8. 8,0 8,1  Sara E. Carlson, Dianella G. Howarth, Michael J. Donoghue: Diversification of CYCLOIDEA-like genes in Dipsacaceae (Dipsacales): implications for the evolution of capitulum inflorescences. In: BMC Evolutionary Biology. 11, Nr. 325, November 2011, ISSN 1471-2148, Background, doi:10.1186/1471-2148-11-325 (Informationen über Gattungen und deren Artenzahlen).

Weblinks

 Commons: Dipsacaceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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