Eigentliche Doppelschleichen

Eigentliche Doppelschleichen
Rote Doppelschleiche (Amphisbaena alba)

Rote Doppelschleiche (Amphisbaena alba)

Systematik
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Doppelschleichen (Amphisbaenia)
Familie: Eigentliche Doppelschleichen
Wissenschaftlicher Name
Amphisbaenidae
Gray, 1865

Die Eigentlichen Doppelschleichen (Amphisbaenidae) sind eine Familie der Schuppenkriechtiere (Squamata). Es sind beinlose Echsen, die in Afrika südlich der Sahara und in Mittel- und Südamerika vorkommen.

Merkmale

Eigentliche Doppelschleichen werden zehn bis 70 Zentimeter lang. Ihre Schulter- und Beckengürtel sind reduziert oder völlig verschwunden. Sie sind stark an eine grabende Lebensweise angepasst, haben einen stark verknöcherten Schädel und einen kurzen Schwanz. Im Unterschied zu Schlangen und anderen beinlosen Echsen, deren linker Lungenflügel kleiner ist, ist es bei den Eigentlichen Doppelschleichen und allen anderen Doppelschleichen der rechte.

Köpfe und Schnauzen der Eigentlichen Doppelschleichen sind an die Art und Weise ihres Grabens angepasst. Die stumpfköpfigen Gattungen Amphisbaena und Zygaspis stoßen ihre Köpfe lediglich nach vorn. Leposternon und Monopeltis-Arten haben eine spatenförmige Schnauze und schaufeln die Erde von unten nach oben. Anops und Ancylocranium-Arten haben einen keilförmigen, seitlich abgeflachten Kopf, den sie beim Graben von links nach rechts schwenken.

Fortpflanzung

Die meisten Eigentlichen Doppelschleichen sind ovipar (legen Eier), einige Arten aus den Gattungen Loveridgea und Monopeltis sind lebendgebärend.

Gattungen

Es gibt etwa 160 Arten in 16 Gattungen.

  • Amphisbaena Linnaeus, 1758
  • Ancylocranium Scortecci, 1930
  • Anops Bell, 1833
  • Aulura Barbour, 1914
  • Baikia Gray, 1865
  • Bronia Wiegmann, 1828
  • Cercolophia Strauch, 1881
  • Chirindia Boulenger, 1907
  • Cynisca Duméril & Bibron, 1839
  • Dalophia Gray, 1865
  • Geocalamus Günther, 1880
  • Leposternon Hemprich, 1820
  • Loveridgea Tornier, 1899
  • Mesobaena Mertens, 1925
  • Monopeltis Smith, 1848
  • Zygaspis Peters, 1854

Die bisher zu den Amphisbaenidae gezählten Gattungen Blanus und Cadea werden heute in eigene Familien gestellt [1].

Literatur

  • Wolfgang Böhme: Squamata. in Wilfried Westheide & Reinhard Rieger: Spezielle Zoologie Teil 2: Wirbel und Schädeltiere, Seite 375. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg • Berlin, 2004, ISBN 3-8274-0307-3
  • Eric R. Pianka, Laurie J. Vitt: Lizards: Windows to the Evolution of Diversity (Organisms and Environments). Seite 189 - 192, University of California Press (2003), ISBN 0520234014
  1. Nicolas Vidal, Anna Azvolinsky, Corinne Cruaud & S. Blair Hedges (2007): Origin of tropical American burrowing reptiles by transatlantic rafting. Biol. Lett., doi:10.1098/rsbl.2007.0531

Weblinks

 Commons: Amphisbaenidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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