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Cytinaceae

Cytinaceae
Gelber Zistrosenwürger (Cytinus hypocistis), Illustration

Gelber Zistrosenwürger (Cytinus hypocistis), Illustration

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Cytinaceae
Wissenschaftlicher Name
Cytinaceae
(Brogn.) A.Rich.
Gelber Zistrosenwürger (Cytinus hypocystis), Schmarotzer an Zistrose (Cistus monspeliensis), Standort: Südküste von Mallorca, Anfang April.

Die Pflanzenfamilie der Cytinaceae gehört zur Ordnung der Malvenartigen (Malvales).

Beschreibung

Es sind parasitische Pflanzen, genauer bezeichnet man sie als Holoparasiten, auch Vollparasiten oder Vollschmarotzer genannt. Darunter versteht man pflanzliche Parasiten, die nicht mehr in der Lage sind, Photosynthese zu betreiben, da ihnen das Chlorophyll fehlt. Sie beziehen alle notwendigen Nährstoffe über Haustorien aus den Wurzeln ihres Wirtes. Wurzeln sind keine vorhanden. Blätter sind eigentlich nur Hochblätter der Blütenstände und keine Laubblätter, diese sind zu gegen-, wechselständig oder meist wirtelig angeordneten, häutigen Schuppen reduziert. Stomata sind keine vorhanden.

Als eigentliche Pflanze erkennbar sind nur die Blütenstände/Fruchtstände. Es gibt einhäusig (monözisch) oder zweihäusig (diözisch) getrenntgeschlechtige Arten. In meist traubigen, manchmal kopfigen Blütenständen stehen die Blüten zusammen. Die eingeschlechtigen Blüten sind klein bis mittelgroß und radiärsymmetrisch. Bei manchen Arten riechen die Blüten unangenehm. Die Blütenhülle besteht aus zu einer Röhre verwachsenen vier bis neun Kelchblättern, Kronblätter fehlen. Die männlichen Blüten enthalten acht bis selten 100 fertile Staubblätter, wobei keine Staubfäden erkennbar sind, die Staubbeutel also sitzend sind. Das Pollenkorn besitzt meist zwei bis drei, selten vier Aperturen und ist colpat oder porat. In den weiblichen Blüten sind vier bis acht, selten bis zu 14 Fruchtblätter zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen mit gleichvielen Kammern wie Fruchtblättern. In jeder Fruchtknotenkammer befinden sich in parietaler Plazentation 25 bis 100 orthotrope, bitegmische, tenuinucellate Samenanlagen. Der lange Griffel endet in einer gestutzten Narbe. Als Bestäuber werden Ameisen und Vögel angegeben.

Es werden viele Beeren mit vielen Samen gebildet. Die winzigen Samen enthalten kein Endosperm und zur Samenreife nur einen rudimentären Embryo.

Cytinus ruber

Systematik

Die Familie Cytinaceae wurde 1824 durch Achille Richard in Dictionnaire classique d'histoire naturelle, 5, S. 301 aufgestellt.

Zur Familie der Cytinaceae gehören nur zwei Gattungen [1] mit zehn Arten:

  • Bdallophyton Eichler: Mit ein bis vier Arten in Mexiko und Mittelamerika.
    • Bdallophyton americanum
  • Cytinus L.: Mit sechs bis acht Arten in Europa, Kleinasien, im Mittelmeerraum, in Südafrika und Madagaskar [2] [3]. Sie werden auch Zistrosenwürger genannt:
    • Cytinus baroni Baker f.: Es ist ein Endemit der madagasischen Provinz Toamasina. Sie gedeiht in Wäldern in Höhenlagen zwischen 500 und 1000 Metern.
    • Cytinus capensis Marloth: Sie kommt nur in der Capensis vor.
    • Cytinus glandulosus Jumelle: Es ist ein Endemit der madagasischen Provinz Antsiranana. Sie gedeiht im Dickicht in Höhenlagen zwischen 1500 und 2000 Metern.
    • Gelber Zistrosenwürger (Cytinus hypocistis L.): Sie kommt im Mittelmeerraum und auf den Kanarischen Inseln vor.
    • Cytinus malagasicus Jumelle & H. Perrier: Es ist ein Endemit der madagasischen Provinz Toamasina in Höhenlagen zwischen 500 und 1000 Metern.
    • Cytinus ruber Kom.: Sie ist im Mittelmeerraum verbreitet. Wirte sind die Zistrosen (Cistus) und Halimium-Arten.
    • Cytinus sanguineus (Thunb.) Fourc.: Sie kommt nur in der Capensis vor.
    • Cytinus visseri Burgoyne: Sie kommt nur in der Capensis in den südafrikanischen Provinzen Limpopo und Mpumalanga sowie in Swasiland vor.

Die Stellung im System ist umstritten. Selbst bei APG wird sie sowohl als Teil der Malvales als auch ohne Einordnung geführt. Andere Autoren stellen sie in eine Ordnung Rafflesiales also ein Taxon nur mit Vollschmarotzern.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Eintrag bei GRIN.
  2. Eintrag im Madagascar Catalogue.
  3. P. M. Burgoyne: A New Species of Cytinus (Cytinaceae) from South Africa and Swaziland, with a Key to the Southern African Species, In: Novon, Volume 16, No. 3, 2006, S. 315-319.

Weblinks

 Commons: Cytinaceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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