Catasetum

Catasetum
Catasetum pileatum

Catasetum pileatum

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Epidendroideae
Tribus: Cymbidieae
Untertribus: Catasetinae
Gattung: Catasetum
Wissenschaftlicher Name
Catasetum
L.C.Rich. ex Kunth
Catasetum naso, Illustration aus „Curtis's Botanical Magazine“
Catasetum macrocarpum

Die Gattung Catasetum aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae) umfasst etwa 150 Pflanzenarten, die alle in Mittel- und Südamerika vorkommen. Die Pflanzen wachsen meist epiphytisch. Es ist eine der wenigen Orchideen-Gattungen, deren Arten zweihäusig sind. Aufgrund ihrer interessanten Blüten werden sie gelegentlich kultiviert.

Beschreibung

Alle Arten dieser Gattung bilden an einem kriechenden Rhizom in kurzem Abstand Pseudobulben. Sie bestehen aus mehreren Internodien und sind langgestreckt oval geformt. Verteilt an den Pseudobulben sitzen zweizeilig die Laubblätter. Sie sind oval, längs der zahlreich sichtbaren Blattadern gefaltet, an der Basis keilförmig zulaufend mit einem Trenngewebe zur Pseudobulbe. Der Blattgrund umschließt die Pseudobulbe röhrenförmig. Die Blätter werden am Ende der Wachstumsperiode, meist bedingt durch eine Trockenzeit, abgeworfen.

Je Pseudobulbe kann es einen oder mehrere Blütenstände geben, sie erscheinen seitlich aus den Blattachseln an der Basis der Pseudobulben. Die Arten der Gattung Catasetum bilden männliche und weibliche Blüten, selten treten zwittrige Blüten auf. Die verschieden geschlechtlichen Blüten sehen innerhalb einer Art unterschiedlich aus (Sexualdimorphismus), Blütenstände mit männlichen Blüten tragen mehr Blüten als solche mit weiblichen. Die männlichen Blüten sind resupiniert oder nicht, alle Blütenblätter sind fleischig oder wachsartig dick, die Lippe oft kappenartig über die Blüte gebogen. Die Säule ist länglich, an ihrem Ende sitzt das Staubblatt. Es enthält zwei Pollinien, die über ein elastisches Stielchen mit einer großen Klebscheibe (Viscidium) verbunden sind. Ausgehend vom Rostellum (einem umgewandelten Narben-Gewebe) ragen zwei fadenförmige Anhängsel von der Säule in die Blüte hinein. Weibliche Blüten sind nie resupiniert, die Lippe ist immer helmförmig, die Säule kürzer und dicker, das Staubblatt ist nur rudimentär entwickelt, die Anhängsel fehlen.

Die Arten der Gattung Catasetum werden von männlichen Prachtbienen (Euglossini) bestäubt. Berührt eine Biene die Anhängsel der Säule, werden die Pollinien aktiv herausgeschleudert und an das Insekt geklebt. Getroffene Prachtbienen meiden danach männliche Blüten, da die weiblichen aber anders aussehen, werden diese weiter besucht. Die Platzierung der Pollinien am Körper der Prachtbiene erfolgt sehr spezifisch, so dass bei einem Besuch der weiblichen Blüte das Pollinium auf die Narbe trifft.

Verbreitung

Die Arten der Gattung Catasetum kommen in Mittel- und Südamerika vor. Von Mexiko südwärts besiedeln sie die Nordhälfte Südamerikas, im Süden reicht die Verbreitung bis nach Paraguay, Argentinien und Bolivien. Sie wachsen dort als Epiphyten, oft im Stammbereich abgestorbener Bäume. Es werden Höhenlagen von 0 bis 1000 Meter besiedelt.

Systematik

Innerhalb der Unterfamilie Epidendroideae wird die Gattung Catasetum in die Subtribus Catasetinae eingeordnet. Diese besteht aus wenigen weiteren Gattungen: Clowesia, Cycnoches, Dressleria und Mormodes. Dressler ordnet sie in die Tribus Cymbidiae ein, bemerkt aber, dass sie kladistisch eine Untergruppe, keine Schwestergruppe, der Subtribus Cyrtopodiinae sei.

Kultur

Aufgrund der großen, interessanten Blüten sind die Pflanzen in Kultur zu finden. Sie benötigen während der Wachstumszeit viel Licht, Wasser und Dünger. Aufgrund der Wachstumsrhythmik muss eine Trockenzeit eingehalten werden.

Literatur

  • C.H. Dodson, C.A. Luer: Orchidaceae part 2 (Aa–Cyrtidiorchis). Flora of Ecuador. Bd 76. Botanical Institute, Göteborg 2005, S. 166ff. ISBN 91-88896-51-X
  • Robert L. Dressler: Phylogeny and Classification of the Orchid Family. University Press, Cambridge 1993, S. 168. ISBN 0-521-45058-6
  • Jürgen Röth: Orchideen. Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin/Melsungen 1983, S. 149f. ISBN 3-7888-0373-8

Weblinks

 Commons: Catasetum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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