Agdistis tamaricis


Agdistis tamaricis
Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Federmotten (Pterophoridae)
Unterfamilie: Agdistinae
Gattung: Agdistis
Art: Agdistis tamaricis
Wissenschaftlicher Name
Agdistis tamaricis
(Zeller, 1847)

Agdistis tamaricis ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Federmotten (Pterophoridae).

Merkmale

Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 18 bis 27 Millimetern und sind graubraun gefärbt. Entlang der Costalader befinden sich vier dunkle Flecken, von denen die beiden inneren größer sind als die beiden äußeren. Der Abstand zwischen den beiden inneren Punkten ist größer als der der beiden äußeren Punkte. Ein weiterer Fleck befindet sich in dorsaler Lage des zweiten Costalflecks. Drei Flecken befinden sich am Rand der Flügelfalte, hier ist der äußere Fleck der größte.

Die Valven des männlichen Genitals sind lang, Fortsätze sind nicht vorhanden. Der Aedeagus ist gebogen und an der Spitze unregelmäßig. Das Ostium des weiblichen Genitals ist mit einer scharfen Spitze versehen. In der Nähe des sich parabelförmig verjüngenden Antrums befinden sich dorsal gelegen zwei große gedrungene Dorne.[1]

Verbreitung

Agdistis tamaricis ist in der Paläarktis auf den Kanarischen Inseln und im Mittelmeerraum verbreitet. Im Norden reicht das Verbreitungsgebiet bis nach Süddeutschland und Straßburg in Frankreich. Im Osten erstreckt es sich über die Balkanhalbinsel bis nach Kleinasien, den Iran, Afghanistan, Pakistan und China. Im Süden findet man die Falter in Israel, Nordafrika und auf der Arabischen Halbinsel.[1] Im Orient ist die Art in Indien, China und Taiwan vertreten, in der Afrotropis kommt Agdistis tamaricis in Liberia, der Republik Südafrika und Mauretanien vor.[2]

Lebensweise

Die Raupen ernähren sich von der Französischen Tamariske (Tamarix gallica), Tamarix smyrnensis und der Deutschen Tamariske (Myricaria germanica). In Süddeutschland schlüpfen die Raupen im Herbst und überwintern, die Verpuppung erfolgt im Frühjahr. Die Raupen zeichnen sich durch ein eigentümliches Verhalten aus: Sie schütteln ihre Exkremente durch eine schwungvolle Bewegung des Raupenkörpers ab.[1]

Flug- und Raupenzeiten

Die Falter fliegen in Abhängigkeit von der geographischen Breite von März bis Oktober in aufeinanderfolgenden Generationen.[1]

Systematik

Synonyme

Aus der Literatur sind für Agdistis tamaricis folgende Synonyme bekannt:[1]

  • Adactyla tamaricis Zeller, 1847
  • Agdistis bagdadiensis Amsel, 1949

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 C. Gielis: Pterophoridae. In: P. Huemer, O. Karsholt, L. Lyneborg (Hrsg.): Microlepidoptera of Europe 1: 1-222., Apollo Books 1996, ISBN 87-88757-36-6
  2. C. Gielis: Pterophoroidea & Alucitoidea. In: World Catalogue of Insects. Volume 4, Apollo Books, 2003, ISBN 87-88757-68-4

Weblinks

Die News der letzten Tage

02.12.2022
Ethologie | Säugetierkunde
Markierungsbäume von Geparden sind Hotspots der Kommunikation – auch für andere Tierarten
Markierungsbäume sind für Geparde wichtige Hotspots der Kommunikation: Dort tauschen sie über Duftmarken, Urin und Kot Informationen mit anderen und über andere Geparde aus.
02.12.2022
Land-, Forst-, Fisch- und Viehwirtschaft | Ökologie
DBU: Weltbodentag am 5. Dezember
Mittlerweile leben acht Milliarden Menschen auf der Welt und Ernährungssicherung wird zu einer dringendsten Herausforderungen unserer Zeit.
01.12.2022
Physiologie
Altern Frauen anders als Männer?
Studien an Fruchtfliegen zeigen, wie das biologische Geschlecht die Wirkung des derzeit vielversprechendsten Anti-Aging-Medikaments Rapamycin beeinflusst.
29.11.2022
Ethologie | Zoologie
Geschlechterrollen im Tierreich hängen vom Verhältnis von Weibchen und Männchen ab
Wie wählerisch sollten Weibchen und Männchen sein, wenn sie einen Partner auswählen?
28.11.2022
Ökologie | Paläontologie | Säugetierkunde
Fossil aus dem Allgäu: Biber leben seit mehr als 11 Millionen Jahren im Familen-Clan
Die Hammerschmiede im Allgäu, Fundstelle des Menschenaffen Danuvius, ist eine einmalige Fundgrube für Paläontologen: Bereits über 140 fossile Wirbeltierarten konnten hier geborgen werden.
28.11.2022
Anthropologie | Neurobiologie
Arbeitsgedächtnis: Vorbereitung auf das Unbekannte
Beim Arbeitsgedächtnis, oder auch Kurzeitgedächtnis genannt, galt lange die Theorie, dass seine Kernaufgabe die aktive Speicherung von Informationen über einen kurzen Zeitraum ist.
28.11.2022
Meeresbiologie | Ökologie
Offshore-Windparks verändern marine Ökosysteme
Der Ausbau von Offshore-Windparks in der Nordsee geht voran, doch die Konsequenzen für die marine Umwelt, in der sie errichtet werden, sind noch nicht vollständig erforscht.
25.11.2022
Evolution | Genetik | Neurobiologie
Was haben Oktopus und Mensch gemeinsam?
Kopffüßler sind hochintelligente Tiere mit komplexem Nervensystem, dessen Evolution mit der Entwicklung von auffällig viel neuer microRNA verbunden ist.
25.11.2022
Klimawandel | Ökologie
Der Klimawandel in den Wäldern Norddeutschlands
Immer mehr Bäume leiden an den Folgen des menschgemachten Klimawandels der vergangenen Jahrzehnte.
24.11.2022
Biochemie | Entwicklungsbiologie | Genetik
Das Erwecken des Genoms
Die Befruchtung einer Eizelle durch ein Spermium ist der Beginn neuen Lebens, die mütterliche und väterliche Erbinformation, die DNA, wird neu kombiniert und speichert den Aufbau des Lebewesens.
24.11.2022
Genetik | Mykologie | Taxonomie
Die Welt der Pilze revolutioniert
Ein internationales Forschungsteam hat unter den bisher bekannten Pilzen und Flechten eine neue Großgruppe identifiziert: Mithilfe von Genom-Sequenzierung konnte nachgewiesen werden, dass über 600 Arten einen gemeinsamen Ursprung haben.
24.11.2022
Insektenkunde | Ökologie
Vegetationsfreie Flächen fördern bodennistende Wildbienen
Über die Nistansprüche bodennistender Wildbienen ist bisher relativ wenig bekannt, obwohl Nistplätze für die Förderung der meisten Wildbienenarten von zentraler Bedeutung sind.