Neuer Blutparasit bei Seevögeln

Neues aus der Forschung

Meldung vom 25.03.2014

Arbeitsgruppe von JLU-Biologin Prof. Petra Quillfeldt beschreibt neue Art


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Küken der Sturmschwalbenart Oceanodroma melania (Schwarzwellenläufer).
Foto: Petra Quillfeldt
Merino, S., Martínez, J., Masello, J.F., Bedolla,, Y. & Quillfeldt, P. (in press) .2014. First molecular characterization of a Hepatozoon species (Apicomplexa: Hepatozoidae) infecting birds and description of a new species infecting storm petrels (Aves: Hydrobatidae). Journal of Parasitology.
DOI: 10.1645/13-325.1

Im Rahmen einer Kooperation mit mexikanischen und spanischen Kollegen haben Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Verhaltensökologie und Ökophysiologie der Justus-Liebig- Universität Gießen (JLU) einen neuen Blutparasiten beschrieben. Dieser befällt Sturmschwalben, die als die kleinsten Vertreter der Seevögel mit den Albatrossen verwandt sind. „Wir waren auf einen älteren Literaturhinweis gestoßen, der einen bei Vögeln seltenen Blutparasiten der Gattung Hepatozoon bei Sturmschwalben im Pazifik vor der Küste Mexikos erwähnte“, berichtet Prof. Dr. Petra Quillfeldt vom Institut für Tierökologie und Spezielle Zoologie. „Wir waren darüber sehr verwundert, da die einzigen Verwandten mit einem Hepatozoon-Befall, die Wanderalbatrosse, auf Inseln rund um die Antarktis brüten.“

Nach einer Expedition zu den Brutgebieten auf abgelegenen Inseln wurde aus der Vermutung Gewissheit. „Es handelt sich um eine neue Art, bei der die Parasiten die roten Blutkörperchen der Sturmschwalben befallen. Die vorher beschriebene Art Hepatozoon albatrossi befällt dagegen weiße Blutkörperchen der Albatrosse.“ Der neue Parasit wurde Hepatozoon peircei genannt, in Anerkennung der Leistungen von Michael Peirce, der sich seit den 1970er Jahren dem Studium der Blutparasiten der Vögel widmet.

Viele Vögel werden sehr regelmäßig mit Blutparasiten infiziert, vor allem mit den Malaria-artigen der Gattung Plasmodium. Diese werden von Stechmücken übertragen. Bei Seevögeln ist der Befall unter anderem daher geringer, weil Mücken selten auf dem Meer und auf den entlegenen ozeanischen Inseln vorkommen, die den Seevögeln als Brutgebiete dienen. Andere potentielle Überträger wie Zecken sind dagegen in den Seevogelkolonien häufig anzutreffen und werden auch als wahrscheinlicher Überträger von Hepatozoon peircei vermutet. Weitere Untersuchungen sollen den Lebenszyklus des Blutparasiten aufklären.


Diese Newsmeldung wurde erstellt mit Materialien von idw-online


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