Knapp 500 neue „Senckenberger“ - Neu entdeckte Arten in den Jahren 2011 und 2012

Neues aus der Forschung

Knapp 500 neue „Senckenberger“ - Neu entdeckte Arten in den Jahren 2011 und 2012

Meldung vom 22.03.2014

In den zurückliegenden zwei Jahren haben Wissenschaftler der Senckenberg-Forschungsinstitute knapp 500 neue Arten entdeckt und beschrieben. Taxonomie und wissenschaftliche Sammlungen gehören zu den wichtigsten Schwerpunkten der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.


140322-084621_medium.jpg
 
Eine farbenfrohe Neuentdeckung: Krabbe Insulamon palawanense von der Insel Palawan © Senckenberg

Knapp 500 neue „Senckenberger“ - Neu entdeckte Arten in den Jahren 2011 und 2012


Ob in der antarktischen Tiefsee, in den Regenwäldern von Laos oder in heimischen Auenlandschaften – überall entdecken Wissenschaftler der zehn Senckenberg-Standorte neue Tier- und Pflanzenarten. Selbst in vermeintlich bekannten Sammlungsschränken machen sie immer wieder Neuentdeckungen – sei es wegen bisher fehlender Klassifizierung oder dem Einsatz von neuen Bestimmungsmethoden. „Ziel ist dabei immer, die Vielfalt des Lebens auf der Erde, die Biodiversität, zu erfassen und zu erhalten“, erklärt Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

489 neue Arten wurden in den letzten beiden Jahren von Senckenberg-Wissenschaftlern weltweit beschrieben. Die Palette der Neuentdeckungen reichte dabei von farbenfrohen Inselkrabben über abfärbende Frösche und fossile Spechte bis hin zur ersten augenlosen Riesenkrabbenspinne. Manche der Tiere sind kaum entdeckt und schon wieder vom Aussterben bedroht. „Taxonomie dient auch dazu, Tierarten schützen zu können“, erklärt Dr. Peter Jäger, Arachnologe bei Senckenberg und selbst Entdecker von 46 neuen Spinnenarten in den Jahren 2011 und 2012. „Nur wer die Artenvielfalt kennt, kann entsprechende Schutzprogramme entwickeln.“ Denn täglich sterben immer noch über 100 Tierarten aus – aller Neuentdeckungen zum Trotz.

In den Jahren 2011 und 2012 entdeckten Senckenberger Forscher 402 heute lebende und 87 fossile Arten, 414 davon leben an Land und 75 in den Weltmeeren. Das Gros der neuen Arten (324) stammt aus Asien, immerhin 96 Arten aus Europa. Die Gliederfüßer, zu denen die Insekten, Spinnentiere, Krebstiere und Tausendfüßer gehören, waren aufgrund ihrer schon bekannten Artenvielfalt erwartungsgemäß mit über 300 Arten auch bei den Neubeschreibungen führend, danach folgten Schnecken und Muscheln (64) und Pflanzen (30). Es wurden sowohl molekulare als auch traditionelle Methoden, wie morphologische Untersuchungen, eingesetzt. „Das Jahr 2012 war mit 329 neuentdeckten Arten der bisherige Senckenberg-Spitzenreiter“, ergänzt Mosbrugger und fährt fort: „Demnach haben wir etwa zwei Prozent der weltweit neu entdeckten Arten beschrieben.“



In den letzten 5 Jahren kommen die Senckenberger Wissenschaftler auf über 1.100 Artneubeschreibungen. Doch auf ihrem Erfolg ausruhen wollen sich die Biologen und Paläontologen nicht. „Bisherige Schätzungen zur globalen Artenvielfalt gehen weit auseinander: Experten sehen die Zahl zwischen drei und 100 Millionen Arten“, erläutert Jäger. Sicher ist, dass der Mensch einen Großteil davon noch nie zu Gesicht bekommen hat.

Es bleibt demnach viel zu tun und es gibt weiterhin Spannendes zu entdecken für die Taxonomen im Hause Senckenberg.


News der letzten 7 Tage

www.biologie-seite.de 14 Meldungen

Meldung vom 17.05.2019

Echoortung von Fledermäusen - Exzellente Navigation mit wenig Information

LMU-Forscher widerlegen bisherige Annahmen über die Echoortung: Fledermäuse haben deutlich weniger räumlich ...

Meldung vom 17.05.2019

Neues Petersilien-Virus von Braunschweiger Forschern entdeckt space

Neues Petersilien-Virus kommt im Raum Braunschweig und anderen Teilen Deutschlands vor.

Meldung vom 16.05.2019

Bettgenosse gesucht: Wer war der erste Wirt der Bettwanzen

Ein internationales Team von Wissenschaftlern unter der kooperativen Leitung des TUD Biologen Prof. Klaus Rein ...

Meldung vom 15.05.2019

Schimpansen graben mit Werkzeugen nach Futter

Forschungsteam filmt im Zoo erstmals, wie die Menschenaffen vorgehen, um an vergrabene Leckereien zu kommen.

Meldung vom 15.05.2019

Übersatte Bakterien machen den Menschen krank

SFB 1182-Forschungsteam schlägt in einer neuen Hypothese vor, dass Entzündungskrankheiten durch ein Nahrungs ...

Meldung vom 15.05.2019

Große Fragen zur Rolle mikroskopischen Lebens für unsere Zukunft

Wie Mikroorganismen die dynamische Entwicklung unserer Erde beeinflussen.

Meldung vom 15.05.2019

Wälder tragen weniger zum Klimaschutz bei als vermutet

Eine Studie mit Beteiligung der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL könnte ein Dämp ...

Meldung vom 15.05.2019

Ausgezirpt - Drastischer Biomasseverlust bei Zikaden in Deutschland

In der April- Ausgabe der vom Bundesamt für Naturschutz herausgegebenen Zeitschrift „Natur und Landschaft ...

Meldung vom 14.05.2019

Relaisstation im Gehirn steuert unsere Bewegungen

Die Relaisstation des Gehirns, die Substantia nigra, beherbergt verschiedene Arten von Nervenzellen und ist f ...

Meldung vom 14.05.2019

Archaeopteryx bekommt Gesellschaft

Forscher der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie (SNSB-BSPG) sowie der LMU München be ...

Meldung vom 14.05.2019

Geschlechtsreife Aale bauen ihre Knochen ab

Um zu ihren Fortpflanzungsgebieten zu gelangen, schwimmen Europäische Aale mehrere Tausend Kilometer auf die ...

Meldung vom 13.05.2019

Universität Stuttgart benennt neue Bärtierchen-Art: Milnesium inceptum entdeckt

Eine neue Bärtierchen-Art wurde von Dr. Ralph Schill vom Institut für Biomaterialien und biomolekulare Syste ...

Meldung vom 13.05.2019

Anglerinnen und Angler sorgen für Fischartenvielfalt im Baggersee

Forschende des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) haben zusammen mit Fischere ...

Meldung vom 09.05.2019

Wie Stammzellen ein Gehirn korrekter Größe und Zusammensetzung bauen

Im Laufe der Gehirnentwicklung erzeugen Stammzellen unterschiedliche Typen von Neuronen zu unterschiedlichen Z ...


03.05.2019
Eine Frage der Zeit
24.04.2019
Kraftwerk ohne DNA

06.03.2019
Bindung mit Folgen
16.01.2019
Plötzlich gealtert

19.12.2018
Baum der Schrecken
07.11.2018
Plastik im Fisch
28.09.2018
Gestresste Pflanzen

13.08.2018
Wie Vögel lernen

15.06.2018
Primaten in Gefahr
24.05.2018
Störche im Aufwind
21.01.2013
Kenne Deinen Fisch!
21.01.2013
Leben ohne Altern
21.01.2013
Lebensraum Käse
21.01.2013
Domino im Urwald
21.01.2013
Trend-Hobby Imker
21.01.2013
Wie Bienen riechen

Newsletter

Neues aus der Forschung