Darwin-Finken auf Galapagos vom Aussterben bedroht

Meldung vom 15.06.2014 02:16

Dramatischer Populationsrückgang der Darwin-Finken auf den Galapagos-Inseln

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Der Laubsängerfink (Certhidea olivacea).
Foto: © Dvorak

Quelle: idw-online

Die Verhaltensbiologin Sabine Tebbich von der Universität Wien untersucht im Rahmen eines FWF-Projekts den teilweise dramatischen Populationsrückgang der Darwin-Finken auf den Galapagos-Inseln. Vermutlich ist es die parasitäre Fliege Philornis downsi, die den Kleinvögeln bedrohlich zu Leibe rückt.

"Wenn wir kein Mittel gegen die Fliege finden, könnten sogar manche Arten aussterben", lautet die traurige Prognose von Sabine Tebbich. Seit 1998 dokumentiert die Verhaltensbiologin der Universität Wien gemeinsam mit KollegInnen von Birdlife Österreich den Populationsstand der Kleinvögel auf den Galapagos-Inseln und stellte bereits 2008 erstmals einen dramatischen Rückgang fest – "wir sprechen in manchen Populationen von einem Schwund von bis zu 75 Prozent", so Tebbich und erklärt weiter: "Die Tier- und Pflanzenwelt auf den Galapagos-Inseln hat sich in Isolation entwickelt und kann eingeschleppten Parasiten nichts entgegensetzen".

Der Übeltäter aus Trinidad

Die ForscherInnen bringen den drastischen Rückgang der Finken mit der Ausbreitung der parasitären Fliegenart Philornis downsi in Zusammenhang, die in den 1960er Jahren – vermutlich beim Import von Obst – aus Trinidad auf die Galapagos-Inseln gelangte. Die Fliegen besiedeln die Nester der Vögel, legen ihre Eier in den Nasenlöchern der Tiere ab und saugen das Blut der Küken. Entdeckt wurden die Parasiten eher zufällig – während einer Feldarbeit zum Werkzeuggebrauch der Darwin-Finken: "Wir fanden Küken, deren Körper von Parasiten zerlöchert waren und entdeckten beim Durchsuchen der Nester die Fliegenmaden", erzählt Sabine Tebbich, die in ihrem aktuellen FWF-Projekt mehr über den Einfluss der Fliege herausfinden will.

Denn die Biologin geht davon aus, dass die von den Parasiten geschwächten Tiere auch für andere Stressfaktoren – wie Starkregen oder den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln – umso anfälliger sind: "Für diesen starken Populationsrückgang gibt es vermutlich eine Kombination von Ursachen." Diese möchte die Forscherin gemeinsam mit ihrem Doktoranden Arno Cimadom in einem experimentellen Ansatz nachweisen: Einige Nester werden von Parasiten befreit und in Teile des Nationalparks gesetzt, in denen kein Pflanzenschutzmittel verwendet wird. Durch diese Kontrollgruppen lässt sich feststellen, welche Faktoren und Wechselwirkungen den Bruterfolg gefährden.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt?

ExpertInnen aus aller Welt diskutieren seit Jahren Möglichkeiten zum Schutz der Darwin-Finken. Die Ideen reichen von Fliegenfallen mit Pheromonen über die Einführung einer hyperparasitären Wespe bis hin zur Züchtung männlicher Fliegen, die anschließend sterilisiert und per Hubschrauber "auf die Weibchen losgelassen werden". Eingriffe in das Ökosystem bergen allerdings auch immer Gefahren und die Implementierung solcher Maßnahmen ist ein langwieriger und teurer Prozess. Tebbich und ihr Team hoffen, mit ihrem Projekt mehr über den Brutrückgang zu erfahren und der passenden Lösung auf die Spur zu kommen, denn eines ist der Forscherin klar: "Die Lage ist ernst."


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