Zwergmännchen

Der Rutenangler Cryptopsaras couesii, ein Tiefsee-Anglerfisch. Weibchen mit parasitischem Zwergmännchen

Als Zwergmännchen bezeichnet man in der Zoologie ein ausgewachsenes Männchen einer Art, das im Vergleich zu den weiblichen Exemplaren wesentlich kleiner ist. Dieser extreme Sexualdimorphismus ist vor allem bei Niederen Tieren und bei Fischen anzutreffen.

Zwergmännchen nutzen wegen ihrer geringen Größe oft andere Nahrungsressourcen als die Weibchen, so dass sich die Nahrungskonkurrenz zwischen den Geschlechtern verringert. In dünn besiedelten Lebensräumen (z. B. Tiefsee) lebt das Männchen oft am oder sogar im Körper des Weibchens und steht so bei der Eiablage ohne energieraubende Suche für die Befruchtung zur Verfügung.

Männchen benötigen zur Produktion der Spermien eine geringere Körpergröße als die Weibchen zur Produktion der nährstoffreichen Eizellen. Mitunter dient das Männchen dem Weibchen nach der Paarung auch als Nahrung, falls es sich nicht schnell genug entfernt.

Beispiele für das Auftreten von Zwergmännchen:

Bei dem Buntbarsch Lamprologus callipterus gibt es sowohl normal große Männchen als auch Zwergmännchen. Letztere können in die Nester ihrer größeren Konkurrenten eindringen und die dort abgelegten Eier besamen[1].

Einzelnachweise

  1. Schütz, D., G. Pachler, E. Ripmeester, O. Goffinet and M. Taborsky (2010): Reproductive investment of giants and dwarfs: specialized tactics in a cichlid fish with alternative male morphs. Funct. Ecol. 24(1):131-140.

Quellen

Die News der letzten Tage

26.09.2022
Anthropologie | Paläontologie | Klimawandel
Evolution des Menschen: Klimaschwankungen in Ostafrika ein Motor
Interdisziplinäre Forschung in Südäthiopien zeigt, wie Schlüsselphasen des Klimawandels die menschliche Evolution beinflusste.
26.09.2022
Ökologie | Klimawandel | Meeresbiologie
Schritthalten mit dem Klimawandel?
Die für die Nahrungsnetze der Ozeane wichtigen Copepoden können sich genetisch an wärmere und saurere Meere anpassen.
26.09.2022
Anthropologie | Mikrobiologie | Physiologie
Mehr als nur Bauchgefühl
Die Strömungsgeschwindigkeit in unserem Verdauungssystem bestimmt unmittelbar, wie gut die Nährstoffe vom Darm aufgenommen werden und wie viele Bakterien darin leben.
26.09.2022
Biodiversität | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Mehrjährige Blühstreifen in Kombination mit Hecken: das gefällt unseren Wildbienen
Landwirtinnen und Landwirte sollten ein Netzwerk aus mehrjährigen Blühstreifen in Kombination mit Hecken schaffen, um Wildbienen ein kontinuierliches Blütenangebot zu bieten.
21.09.2022
Physiologie | Ethologie
Der australische „Ant-Slayer“: Spinne mit akrobatischer Jagdstrategie
Die Australische Kugelspinne Euryopis umbilicata lebt auf den Stämmen von Eukalyptusbäumen und versteckt sich tagsüber unter der Rinde.
21.09.2022
Ethologie | Primatologie
Steinwerkzeugvielfalt bei Schimpansen
Forschende haben gezeigt, dass Schimpansen in Westafrika Steinwerkzeuge benutzen und über eine ausgeprägte und wiedererkennbare materielle Kultur verfügen.
20.09.2022
Ökologie | Säugetierkunde
Neues von den Eichhörnchen in Berlin
Eichhörnchen gehören zu den in Großstädten wie Berlin am häufigsten gesichteten Wildtieren.
19.09.2022
Taxonomie | Insektenkunde
Wie viele Ameisen gibt es eigentlich?
Wie viele Sterne zählt unsere Galaxie?
19.09.2022
Zytologie | Genetik
Reparaturtrupp im Moos funktioniert auch im Menschen
Wenn in lebenden Zellen alles rund laufen soll, dann müssen die Erbinformationen stimmen, doch leider häufen sich im Laufe der Zeit durch Mutationen Fehler in der DNA an.