Schweinswale

Schweinswale
Weißflankenschweinswal (Phocoenoides dalli)

Weißflankenschweinswal (Phocoenoides dalli)

Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Wale (Cetacea)
Unterordnung: Zahnwale (Odontoceti)
Überfamilie: Delfinartige (Delphinoidea)
Familie: Schweinswale
Wissenschaftlicher Name
Phocoenidae
Gray, 1825

Die Schweinswale (Phocoenidae) sind eine Familie kleiner Zahnwale mit sechs Arten in vier Gattungen. Sie sind mit den Delfinen verwandt, unterscheiden sich aber in einer Reihe anatomischer Merkmale. Besonders charakteristisch ist die Form des Kopfes und der Zähne. Am bekanntesten in Europa ist der Gewöhnliche Schweinswal (Phocoena phocoena) mit Vorkommen in Nord- und Ostsee.

Anatomie

Mit Körperlängen bis 2,5 m gehören diese Tiere zu den kleinen Walen, der Kalifornische Schweinswal ist mit maximal 1,5 m einer der kleinsten. Schweinswale haben einen gedrungenen Körper mit rundem Kopf und stumpfer Schnauze ohne Schnabel. Die Kiefer enthalten bis zu 120 spatelförmige Zähne. Die Finne ist oft dreieckig und sitzt hinter der Rückenmitte, lediglich der Glattschweinswal hat keine Finne.

Verbreitung

Die sechs Arten leben in allen Ozeanen, meistens in Küstennähe. Bevorzugt finden sie sich in den Meeren der Nordhalbkugel, nur zwei der sechs Arten leben auf der südlichen Hemisphäre. Der Glattschweinswal kommt auch in einigen Flüssen, beispielsweise dem Jangtsekiang vor.

Verhalten

Schweinswale jagen hauptsächlich Fische, viele fressen auch Kopffüßer und Krebstiere. Sie leben meist in kleinen Gruppen von bis zu zehn Individuen, die sich bei einigen Arten aber zu Ansammlungen von hunderten Tieren zusammenschließen können. Untereinander kommunizieren sie mit verschieden Klick- und Pfeiftönen. Wie alle Zahnwale sind sie in der Lage, Ultraschall zur Echoortung einzusetzen. Schweinswale sind schnelle Schwimmer - der Weißflankenschweinswal soll mit 55 km/h zu den schnellsten Walen zählen. Ihre Sprünge an der Oberfläche sind dagegen wenig akrobatisch.

Klassifikation

Einfluss des Menschen

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Vielerorts werden Schweinswale für Nahrung oder für Köderfleisch gejagt. Zusätzlich werden die Bestände durch Beifang in Fischernetzen dezimiert. Eine der am stärksten in ihrem Bestand bedrohten Walarten ist der Kalifornische Schweinswal mit seiner eingeschränkten Verbreitung in einem stark industrialisierten Gebiet. Ähnlich problematisch stellt sich die Lage für die Schweinswalpopulation in der Ostsee dar. Eine Möglichkeit, den Beifang zu verhindern, stellen so genannte Pinger dar.

Schweinswale werden selten in Zoos oder Ozeanarien gehalten - im Gegensatz zu Delfinen, die bei weitem populärer und auch viel leichter zu halten sind.

Literatur

  • Gerhard Schulze: Die Schweinswale: Familie Phocoenidae. Die Neue Brehm-Bücherei, Band 583. 2. Aufl. Westarp Wissenschaften, Magdeburg, 1996. ISBN 3-89432-379-5

Weblinks

 Commons: Schweinswale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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